Die Glaziale Serie Nord- und Süddeutschland im Vergleich
Gliederung
1. Die „Glaziale Serie“
1.1
Einleitung
1.2
Allgemeine
Definition
2. Glaziale Serien
Deutschlands
2.1
Nördliches Alpenvorland
2.2
Norddeutsches Tiefland
3. Gemeinsamkeiten und
Unterschiede
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
1. Die „Glaziale Serie“
1.1
Einleitung
Die
„Glaziale Serie“ ist ein vereinfachtes Modell, das eine räumliche Anordnung
bestimmter Landschaftsformen und deren Entstehung durch einen Gletscher erklärt.
Das Model bezieht sich auf die Vereisung in Mitteleuropa während des
Pleistozäns. Albrecht Penck verwendete den Begriff zuerst für das Alpenvorland
und schließlich auch für die Vergletscherung des skandinavischen Gebietes
wodurch „Jahrzehnte“ lang global „das Grundgerüst für die Gliederung des
quartären Eiszeitalters“ definiert wurde (LIEDTKE & MARCINEK 1994, S.447).
Im Pleistozän gab es mehrere Wechsel von Warm- und Kaltzeiten, was dazu führte,
dass die entstandenen Gletscher nur teilweise. In der folgenden Eiszeit konnten
somit die Gletscher weiter anwachsen und teilweise bis ins Gebirgsvorland
dringen (=hypertrophe Vergletscherung).
1.2
Allgemeine Definition
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Die
Glaziale Serie besteht aus verschiedenen Landschaftsformen, die teils glazial
teils fluvioglazial entstanden sind: Grundmoräne, Zungenbecken, Endmoräne,
Schotter-/Sanderflächen und Urstromtäler. Die Grundmoräne liegt am dichtesten
am Herkunftsgebiet des Gletschers, das Urstromtal am weitesten entfernt).
Eine
Grundmoräne entsteht unter dem Gletscher und beinhaltet das vom ihm erodierte
und mitgenommene Geschiebematerial. In dem muldenförmigen Zungenbecken lag die
Gletscherzunge bevor sich der Gletscher zurückgezogen hat. In ihm sammelt sich
als erstes Schmelzwasser und anschließend durch Niederschlag und Abfluss
weiteres Wasser, das den Gletscherendsee bildet. Die Endmoräne zeigt den
weitesten Gletschervorstoß an und wird im alpinen Raum als Randmoräne im Norden
Deutschlands als Eisrandlage bezeichnet. Die Randmoräne unterteilt sich in
Seitenmoräne, an der Seite eines Gletschers zu finden, und die Stirnmoräne, die
an der vorderen Seite des Gletschers gebildet wird. Die Eisrandlage ist nicht
immer vollständig erhalten, da sie z.B. durch Schmelzwasser abgetragen wurde.
Die
durch die glaziale Serie bedingten Schotter- und Sanderflächen wurden
glaziofluvial durch die Schmelzwasser der Gletscher transportiert und
abgelagert.
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Abb.1 Aufsicht und
Querschnitt der glazialen Serie für Süddeutschland (HENNINGSEN & KATZUNG,
2005, S.52)
2. Glaziale Serien
Deutschlands
2.1
Nördliches Alpenvorland
Im
Pleistozän hat es vier verschiedene Eiszeiten gegeben, die das heutige Relief
stark geprägt haben und bis zu 150m mächtige Ablagerungen hinterlassen haben.
Sie sind nach den Alpenvorlandflüssen benannt: Günz-, Mindel-, Riß- und
Würm-Glazial (von der ältesten zur jüngsten Vereisung), wobei das Günz-Glazial
in das Alt-Pleistozän, die restlichen drei Glaziale in das Jung-Pleistozän
fallen. Es handelt sich im Süden Deutschlands um Gebirgsgletscher, der dem
Relief untergeordnet ist. Die Eiszeiten wurden weiter nach einzelnen
Gletschervorstößen untergliedert. Ein Beispiel dafür ist die Unterteilung des
Würm-Glazials, das aus vier Stadien besteht: Kirchseeoner, Ebersberger,
Ölkofener und Stephanskirchener Stadium.
Ein
Gletscher kann Material jeglicher Größe transportieren- meterlange Blöcke -
und für lange Zeit an sich binden. Schmilzt das Eis wird das schlecht sortierte
Material entweder durch Schmelzwasserströme vom Gletscher weg befördert oder es
setzt sich einfach ab (Geschiebemergel).
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Ennstal zwischen Radstadt und Admont.
Alle
Eiszeiten haben das Gebiet immer in ähnlicher Weise geprägt, wobei der
Riß-Gletscher die größten Ausdehnungen hatte, der bis in das „Rißtal bei
Biberach im nördlichen Rheingletschergebiet“ reichte (LIEDTKE & MARCINEK
1994, S.455). Die gebildeten Moränen sind, wie die der Mindel-Eiszeit, nur noch
teilweise vorhanden, da sie schon stark erodiert wurden. Das Überbleibsel ist
ein „flachwelliges Altmoränen-Gebiet“ an das sich südlich das Jungmoränen-Gebiet
anschließt, das aus der Würm-Eiszeit stammt und eine kuppig-hügelige
Landschaftsform bildet (HENNIGSEN & KATZUNG, 2002, S.140).
Die
jedoch am Besten erhaltenen glazialen Formen sind die der jüngsten Eiszeit, der
Würm, deren glaziale Serie, wie bei allen alpinen Gletschern, von Süd nach Nord
verläuft (vgl. Abb.1). Dieser Gletscher-Vorstoß fand am Ende der Eiszeit statt
und dauerte nur 10000 Jahre. 18000 J. v. h. erreichte er seinen Maximalstand.
Seine
Gletscher haben das Gestein der Gebirge abgeschürft, große Felsbrocken mit sich
gerissen und u. a. viele Erratica und große Findlinge zurückgelassen, die
überall zu finden sind. Der größte befindet sich im Ellhofener Moor bei
Lindenberg im Allgäu und war ursprünglich 4000m3 groß und wurde
durch den Rhein Gletscher transportiert.
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der Glazialphasen sind jeweils unterschiedlich ausgebildet: Mindel- und
Günz-Schotter sind fast gar nicht erhalten; Riß-Schotter sind durch Karbonat
zementiert; Würm-Schotter sind fast gar nicht verfestigt und oft frisch wie
lockeres Sediment.
Ist
ein einzelnes Schotterfeld vorhanden spricht dieses für einen Gletschervorstoß.
Sind mehrere Schotterfelder übereinander gestapelt nennt man sie
Terassentreppe. Dies ist ein Zeichen für mehrere Gletschervorstöße, wie sie in
Memmingen zu finden sind. Es gibt Hoch-, Zwischen- und Niederterassen. In den
kalten Perioden des Pleistozäns wurde das Wasser aus den Flüssen in den
Gletschern gebunden. Als es wieder wärmer wurde ließen die Schmelzwasserströme
tiefere Flussbetten entstehen. So lange eine bestimmte Wassermenge und
Fließgeschwindigkeit vorhanden war, konnten die Schotter mitgeführt werden.
Wenn die Geschwindigkeit und Wassermengen aber nachließen wurden die Schotter
abgelagert und formten so die Terassen. Die Hochterassen sind die ältesten, die
Niederterassen die jüngsten. Zwischenterassen sind durch die Altpleistozäne
Vergletscherung des Günz-Gebietes entstanden => Aindlinger Terassentreppe.
Da die Riß-Eiszeitgletscher die größte Vorlandvergletscherung mit sich brachte
(s.o.) wurden mit ihr die Hochterassen gebildet, die im „Rißtal bei Biberach im
nördlichen Rheingletschergebiet“ zu finden sind (LIEDTKE & MARCINEK, 1994, S.455). Die ausgedehnten
Niederterassenflächen der Würm folgen hauptsächlich dem Verlauf der schon
vorhandenen Hochterassen.
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