Das erleichtere anderen, einfühlsamer zu reagieren.
d)
Bitten und Forderungen
Wichtig
bei der Formulierung einer Bitte ist, dass damit ausgedrückt werden soll, was
man sich wünscht, nicht, was man sich nicht wünscht. Rosenberg bringt das
Beispiel an, dass einem Mädchen gesagt wurde, es solle nicht mehr kneifen, wenn
es sich über etwas ärgert.
Das führte dazu, dass es das nächste Mal, als ein
anderes Kind ihr das Spielzeug weg nahm, biss es dieses Kind.
Die Bitten, die ausgesprochen werden,
sollen konkrete Handlungen betreffen, dann ist nach Rosenbergs Auffassung die
Bereitschaft höher diese Bitte auszuführen (vgl. Rosenberg 2005, S. 56).
Außerdem unterscheidet er eine Bitte
von einer Forderung. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Sensibilität was
Forderungen betrifft. Einige hören aus jeder Bitte Kritik oder Forderungen
heraus, deshalb ist es wichtig klarzustellen, dass die Bitte keine
Forderung ist und wirklich nur erfüllt werden sollte, wenn der Andere bereit
dazu ist. Es geht nicht darum, das Verhalten des Anderen zu verändern, um zu
bekommen, was man will. Der Andere soll freiwillig „Ja“ zur Ausführung der
Bitte sagen, weil er sich in die Bedürfnisse der bittenden Person empathisch
einfühlen kann.
6.3
Empathie- Aussagen einfühlsam hören
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Des Weiteren ist für eine erfolgreiche
Gewaltfreie Kommunikation konzentriertes Zuhören sehr wichtig. Der
Gesprächspartner sollte verbal spiegeln, was er hört. Zum einen, um sich zu
vergewissern, dass er wirklich das gehört hat, was er glaubt gehört zu haben.
Zum anderen tut es dem Sprecher gut, auf diese Weise zu erfahren, dass er
richtig verstanden wurde (vgl.
Rosenberg 2005, S. 72/73).
6.4
Partnerschaftliche Beziehungen zwischen Lehrer/- innen und Schüler/- innen
Lernziele, die das Leben der Schüler
bereichern, sollen gemeinsam, von Lehrer/- innen und Schüler/- innen festgelegt
werden. Rosenberg spricht sich dagegen aus, dass Lehrer normalerweise das Recht
haben „Machtstrategien“ auszuüben (z.B. Belohnung, Bestrafung oder Appell an
das Pflichtgefühl) denen sich die Schüler/- innen entweder unterwerfen oder
dagegen rebellieren können (vgl. Rosenberg 2005, S. 85).
Rosenberg will weg von der autoritären
Erziehung, wo die Ziele der Lehrer im Vordergrund stehen und die Ansichten der
Schüler keine Rolle spielen, als auch der antiautoritären Erziehung, wo die
Ziele der Schüler verfolgt werden und die Auffassung der Lehrer keine Rolle
spielt.
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Prozess der gemeinsamen Festlegung von
Zielen:
Der Lehrer schlägt den Schüler/- innen
ein bestimmtes Lernziel vor. Es sollte generell als Empfehlung dargestellt
werden, weil es dann eher akzeptiert wird, als wenn es unumgänglich scheint.
Danach gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder, die Schüler willigen ein, oder sie
weigern sich, das vorgeschlagene Themengebiet zu bearbeiten. Wenn dies der Fall
ist, ist es wichtig, dass der Lehrer das Bedürfnis, das hinter dem „Nein“
steckt, hört. Er sollte herausbekommen aus welchem Bedürfnis heraus der
Vorschlag von den Schülern abgelehnt wird, um es besser berücksichtigen
zu können. Anschließend versucht der Lehrer die Schüler mit Hilfe der
Gewaltfreien Kommunikation von dem angestrebten Lernziel zu überzeugen, oder er
lässt sich von den Schülern überzeugen, dass ein anderes Lernziel, was sich die
Schüler überlegt haben, wichtiger ist und man einigt sich darauf, dass dieses
bearbeitet wird.
Die Ergebnisse der gemeinsamen
Festlegung von Lernzielen sind:
1. Schüler/- innen sind von Lehrer/-
innen weniger abhängig. Wenn die Schüler wissen, worin das Ziel besteht und wie
es gemessen wird, wissen sie selber, ohne Hilfe des Lehrers, wann es erreicht
ist.
2. Statt einer subjektiven Beurteilung
durch den Lehrer ist eine objektive Beurteilung möglich. Die Kriterien für das
Erreichen des angestrebten Ziels sind festgelegt. Der Schüler kann sich selbst
prüfen.
3. Schüler/- innen können somit bei der
Selbstbewertung eine aktivere Rolle spielen.
4. Schüler/- innen haben eine größere
Chance das Gefühl zu entwickeln, dass sie etwas geleistet haben.
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auch weniger Disziplinprobleme.
6. Weniger Zeit für Irrelevantes wird
verschwendet. Der Lehrer merkt, dass bestimmte Aspekte des Lehrplans nicht mit
den Bedürfnissen der Schüler/- innen übereinstimmen und kann versuchen diese
dementsprechend einzuschränken oder wegzulassen.
Um festzustellen, ob das definierte
Lernziel erreicht worden ist, finden Prüfungen statt. Diese werden allerdings
nicht benotet. Die Prüfungsergebnisse zeigen dem Schüler, was er noch lernen
muss. Anstatt einem Zeugnis mit Zensuren gibt es einen Bericht, in dem die
Fortschritte des Schülers verzeichnet sind. Es wird notiert, was der Schüler zu
Beginn der Unterrichtsphase konnte und was er jetzt kann.
7. Zusammenfassung
Am Ende dieses Referates bzw. dieser
Ausarbeitung stellt sich die Frage wie man Gewaltfreie Kommunikation im Alltag
erfolgreich umzusetzen kann. Rosenberg liefert viele wichtige Aspekte, die es
zu beachten gilt, um mit dem Gegenüber so zu kommunizieren, dass dessen als
auch die eigenen Bedürfnisse erfüllt werden. Gegenseitige Akzeptanz und
gegenseitiger Respekt spielen dabei eine große Rolle.
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Rosenberg macht darauf aufmerksam,
dass man versuchen soll, sich in die Gefühle des Anderen hineinzuversetzen, um
dessen Meinung besser verstehen zu können. Erst dann kann es gelingen, das
Bedürfnis, das aus einem gewissen Gefühl resultiert, zu erkennen.
Das Konzept der Gewaltfreien
Kommunikation ist daher von Empathie geprägt, die im Umgang miteinander dabei
helfen soll, andere Meinungen wertzuschätzen mit dem Ziel, die Bedürfnisse
aller zu erfüllen.
Literatur:
-
Hogger, Birgitta:
Gewaltfrei miteinander umgehen- Konfliktmanagement und Mediation in Schule und
Unterricht. Schneider
Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler, 2007
-
Rosenberg,
Marshall: Gewaltfreie Kommunikation- Eine Sprache des Lebens. 7. Auflage. Junfermann
Verlag, Paderborn, 2007
-
Rosenberg,
Marshall: Erziehung, die das Leben bereichert- Gewaltfreie Kommunikation im
Schulalltag. Junfermann
Verlag, Paderborn, 2005
-
Rosenberg,
Marshall: Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation- Ein Gespräch mit
Gabriele Seils. 7.
Auflage. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau, 2004
-
Rust, Serena: Wenn
die Giraffe mit dem Wolf tanzt. Vier Schritte zu einer einfühlsamen
Kommunikation. 4. Auflage. KOHA- Verlag
GmbH Burgrain, 2007
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