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Geteilte gesamtgesellschaftliche Werte sind das Fundament der gesellschaftlichen Integration. Ohne sie drohen Gesellschaften auseinanderzubrechen .rtf

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Faculty
Social Science
Discipline
Sociology
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Term paper
University, School
Göttingen
Additional information
2007
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These: Geteilte gesamtgesellschaftliche Werte sind das Fundament der gesellschaftlichen Integration. Ohne sie drohen Gesellschaften auseinanderzubrechen

Was hält eine Gesellschaft zusammen? Wie stabil ist eine Gesellschaft in Bezug auf äußere Einflüsse und wie reguliert sich eine Gesellschaft? Es wird die These aufgestellt, dass geteilte gesamtgesellschaftliche Werte grundlegend für Gesellschaften sind.

Um diese These zu hinterfragen, wurden die beiden Thesen der Theoretiker Talcott Parsons und Niklas Luhmann betrachtet, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Gesellschaft befasst haben. Zunächst stelle ich Parsons Position vor, der mit der These konform argumentiert und Werte und Normen als essentiell für soziale Ordnung ansieht.

Im Anschluss stelle ich den Ansatz von Luhmann vor, der in seiner Systemtheorie den Grund für Stabilität von Gesellschaften im Grad der Komplexität sieht und dem Normativismus als Begründung keinen Platz einräumt.

Das Interesse Parsons besteht in der Frage, wie soziale Ordnung möglich ist. Hierzu beschäftigt er sich mit Thomas Hobbes und dem Utilitarismus. Nach Meinung der Utilitaristen streben Individuen danach, Schmerz zu vermeiden und Lust zu maximieren.

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An dieser Stelle setzt die Kritik Parsons an, der hinterfragt, weshalb sich Individuen dem Leviathan unterordnen sollen. Warum sollten Individuen mit großer Macht diese aufgeben und wer hört zuerst mit dem Kampf auf? Soziale Ordnung lässt sich durch den Utilitarismus nach Hobbes nicht hinreichend erklären!

Parsons hat eine Lösung für dieses Problem. Allein auf einem Kosten – Nutzen Kalkül basierende Handlungen erklären nicht das Bestehen sozialer Ordnung. Vielmehr müssen Handlungsentscheidungen von weiteren Bedingungen beeinflusst werden. Parsons führt die Kritiken und auch Lösungsansätze am Utilitarismus von Durkheim, Weber, Marshall und Pareto fort und entwickelt seine normativistische Handlungstheorie.

Diese besagt, dass Handeln in Werte und Normen eingebettet ist und die Entscheidung in Handlungssituationen von ihnen bestimmt wird. Die gemeinsam geteilten Werte und Normen sind für Parsons ausschlaggebend für Ordnung in der Gesellschaft: „Thus a social order is always a factual order in so far as it is susceptible of scientific analysis but, as will be later maintained, it is one which cannot have stability without the effective functioning of certain normative elements” (Parsons 1937: 92).

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Bei Parsons normativistischen Funktionalismus ist die Rolle der Individuen von immanenter Bedeutung: Rollen werden mit bestimmten Erwartungen besetzt: „Daher finden sich in allen Gesellschaften institutionelle Definitionen von Rollen, d.h. von Verhaltensweisen, die man von bestimmten Personen in bestimmte Zusammenhängen und Beziehungen erwartet“ (Parsons 1940: 141).

Die Erfüllung von Rollenerwartungen ist obligatorisch. Die Rollen verdeutlichen die Funktion eines Individuums in der Gesellschaft.

Ihre Erfüllung geht einher mit der Befolgung gesellschaftlicher Werte und Normen. Die Funktion von Rollen ist einerseits die Eingrenzung des Handlungsspielraums und andererseits wird so soziale Ordnung aufrecht erhalten. Das gleiche gilt für bereits institutionalisierte Werte und moralische Muster.

Diese sind notwendig für die Integration von Individuen in die Gesellschaft, da daraufhin die jeweiligen Rollen und Funktionen der Individuen bestimmt werden. Das Übereinstimmen mit den geteilten Werten zeigt die Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Dabei kann das allgemeine Interesse vom Eigennützigen abweichen, allerdings zeigt Parsons, dass „je stärker das Individuum in ein institutionalisiertes System integriert ist, dieses moralischen Empfinden auch umso stärker mit Elementen des Eigeninteresses integriert ist“ (Parsons 1940: 145).

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Die Erfüllung des erwarteten Verhaltens ist mit sozialem Druck auf das Individuum verbunden und sichert so die Befolgung der gesellschaftlichen Werte und Normen. Die Verinnerlichung von gesellschaftlichen Werten und Normen beginnt bereits in der Kindheit durch das Lernen von den Eltern und dann später in der Schule.

Insbesondere die Schule hat die Aufgabe, die Individuen für das spätere Erwachsenenleben bereit zu machen, wobei sie zur „]Bereitschaft zur Verwirklichung der allgemeinen Werte der Gesellschaft und Bereitschaft zur Erfüllung eines bestimmten Rollentypus innerhalb der Struktur der Gesellschaft“ befähigt (Parsons 1959: 162).

Die Rolle des Individuums bei der Aufrechterhaltung der Gesellschaft ist damit klar umschrieben. Bis hierhin wurde gezeigt, dass Integration auf geteilten Werten beruht. Ferner wird jetzt Parsons Betrachtung von Stabilität einer Gesellschaft dargelegt. Ein Abweichen von der vorgegebenen Norm wird sanktioniert, da ein nicht – Einhalten dieser das gesellschaftliche System, so wie Parsons es darstellt, in seiner Stabilität gefährden würde.

Im AGIL – Schema formuliert Parsons vier Grundbedingungen: Adaption (Anpassung), Goal Attainment (Zielverfolgung), Integration (Eingliederung), und Latent pattern maintenance (Aufrechterhaltung). Diese müssen immer gegeben sein, damit ein System selbstständig existieren kann.

Die Bedingungen sind im Allgemeinen auf das System sowie im Detail auf die Subsysteme der Gesellschaft zu beziehen.

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Begründet wird dies in der positiven Anerkennung seitens der Gesellschaft.

Das bedeutet, dass das Eigeninteresse überwiegend gesellschaftskonform verläuft und dadurch in gewisser Weise einer Ordnung unterliegt. So lässt sich nach Parsons Argumentation behaupten, dass die Stabilität der Gesellschaft durch das Einwirken der institutionalisierten Werte auf das Individuum gewahrt wird.

Zusammengefasst ist gesellschaftliche Integration von gemeinschaftlich geteilten Werten anhängig. Die soziale Ordnung besteht durch jene Werte und Normen und bedingt die Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Andernfalls ist nach Sanktionen und gesellschaftlicher Achtung die Desintegration die Folge von Handlungen außerhalb des gesellschaftlichen Wertesystems.

Ausgegangen von diesen Thesen müssten Gesellschaften über hohe Stabilität und keinen Wandel verfügen. Für Wandel müssten sich die Normen und Werte verändern und dafür ist in Parsons Theorie kein Platz, beziehungsweise ist nicht schlüssig zu argumentieren, wie normativer Wandel möglich sein soll wenn deviantes Handeln sanktioniert wird.

Dessen ungeachtet gibt es sozialen Wandel und die von Parsons vorausgesetzte soziale Ordnung ist in der Realität nicht gegeben.


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