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Geschlechtsunterschiede in der Persönlichkeit .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Psychology
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Final thesis
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2006
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Geschlechtsunterschiede in der

Persönlichkeit

In dieser Untersuchung war es unsere Aufgabe, mittels des Freiburger Persönlichkeitsinventars FPI-A1 jene von den 12 Persönlichkeitsskalen heraus zu finden, in denen sich Männer und Frauen unterscheiden bzw. in denen es keine Geschlechtsunterschiede gibt. Dabei war es von besonderem Interesse, mittels T-Tests die Richtung der signifikanten Unterschiede zu bestimmen und mittels Faktorenanalyse die aus den einzelnen Skalen Faktoren zu extrahieren, die es ermöglichen, die gewonnene Information zusammenzufassen.

Die Ergebnisse der T-Tests verliefen Großteils hypothesenkonform und ließen darauf schließen, dass Männer höhere Werte in den Skalen, Gelassenheit und Maskulinität aufweisen, Frauen sich jedoch von den Männern durch höhere Nervosität, Depressivität, Erregbarkeit, Gehemmtheit und Emotionale Labilität abhoben.

In den Skalen Aggressivität, Dominanzstreben, Offenheit, Geselligkeit und Extraversion ergaben sich keine Geschlechtsdifferenzen. Weiters ließen sich die drei Faktoren Aggressivität, Extraversion und Neurotizismus herausfiltern. Bei letzterem konnten wir auch signifikante Ergebnisse im T-Test feststellen, in die Richtung gehend, dass Frauen in diesem Faktor höhere Ergebnisse erzielten.

 

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Die Reliabilität und Größe dieser Unterschiede ist jedoch noch sehr umstritten und die Überlappungen dieser Differenzen sind sehr groß. Vor allem in Intelligenzkomponenten wie räumliche und verbale Fähigkeiten konnten kognitive Geschlechtsunterschiede festgestellt werden, hinsichtlich ihrer Größe konnten Metaanalysen zum Teil auch bedeutende Effekte zeigen.

Im engeren Definitionsbereich von Persönlichkeit, zu der alle psychischen, relativ stabilen Personenmerkmale, die nicht Fähigkeiten sind, zählen, gibt es Befunde zu sozialen Geschlechtsunterschieden, wie z.B. zur Aggressivität. Laut einer Metaanalyse von Knight et al. (1996, zitiert nach Asendorpf, 1999, S. 362) neigen Männer prinzipiell zu größerer Aggressionsbereitschaft, im verbalen wie im physischen Bereich.

Es konnten Effektunterschiede von d = 0,74 (physisch) und d = 0,55 (verbal) festgestellt werden, wobei angenommen wird, dass die Größe des tatsächlichen Geschlechtsunterschiedes aufgrund von methodischen Schwierigkeiten noch unterschätzt wird. Weiters wird anhand der unterschiedlichen Effektgrößen gezeigt, dass ein großer Unterschied in der verwendeten Aggressionsform vorhanden ist.

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In der Öffentlichkeit gibt es nichtsdestotrotz weit verbreitete Meinungen über Geschlechtsunterschiede, die über die Kulturen hinweg relativ stabil sind und vor allem durch die Geschlechtsstereotype stark beeinflusst werden. Um genauer auf diese Stereotype einzugehen, nennen wir Ergebnisse eines interkulturellen Vergleichs von Williams und Best (1982), die in 30 Ländern Männer sowie Frauen Eigenschaftsworte darauf beurteilen ließen, inwieweit sie diese in ihrer Kultur häufiger mit Männern oder häufiger mit Frauen assoziieren.

Eine Aufstellung ausgewählter Wörter, die in mindestens 90 % der Kulturen ein Geschlechtsstereotyp beschreiben, wird in Tabelle 1 dargestellt (vgl. Amelang M., Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung, 2001, S. 366)

Tabelle 1: Geschlechtsstereotype im Kulturvergleich:

Typisch männlich

Typisch weiblich

Aktiv

Abenteuerlich

Aggressiv

Selbstherrlich

Mutig

Wagemutig

Hart

Streng

Kraftvoll

Weise

dominant

Herzlich

Attraktiv

Abhängig

Träumerisch

Emotional

Furchtsam

Schwach

Sensibel

Unterwürfig

Abergläubisch

weichherzig

In weiteren Studien wurde festgestellt, dass die traditionelle Einstellung auch mit einer allgemeinen Höherbewertung des männlichen Geschlechts einhergeht (Williams & Best, 1990, zitiert nach Amelang, 2001, S 366). Es kann also nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass das eigene Geschlecht präferiert wird.

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Die Fragestellung, die wir untersuchen möchten, ist in erster Linie abhängig von dem verwendeten Untersuchungsmaterial. Unsere Aufgabe war es demnach, Geschlechtsunterschiede in den Persönlichkeitsskalen des Freiburger Persönlichkeitsinventars (FPI) zu untersuchen. Dieses 1970 entwickelte, angesehene Fragebogenkonstrukt erschließt anhand seiner zu beantworteten Items Eigenschaftsdimensionen der Persönlichkeit und bildet heute neun Standardskalen und drei Zusatzskalen, die anhand von Hilfsbenennungen etikettiert werden.

Die Bezeichnungen und Ausprägungen der FPI-Skalen werden im Methodenteil noch genauer ausgeführt.

Repräsentativerhebungen der ursprünglichen Fassung des FPI, der später weitergeführt wurde als der von uns verwendete FPI-A1, ergaben, dass Frauen deutlich höhere Werte in den Skalen FPI 1 (Nervosität) und FPI 8 (Gehemmtheit) und FPI 9 (Offenheit) haben, Männer dagegen haben höhere Erwartungswerte in den Skalen FPI 6 (Gelassenheit), FPI 7 (Dominanzstreben) und der Zusatzskala FPI M (Maskulinität).

In den Skalen FPI 2 (Aggressivität), FPI 3 (Depressivität), FPI 4 (Erregbarkeit), FPI 5 (Geselligkeit), FPI E (Extraversion) und FPI N (Emotionale Labilität) werden keine Geschlechtsabhängigkeiten erwartet. Hinsichtlich der Dimension Aggressivität wird jedoch ein enger Zusammenhang zur Skala Offenheit erwartet, was zur Folge hat, dass mit zunehmender Offenheit auch Aggressionstendenzen eher zugegeben werden.

Durch die weniger hohe Offenheit der Männer wird deshalb davon ausgegangen, dass die Skalenwerte in der Aggression eher verfälscht sind.

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Demnach haben Männer im Mittel höhere Aggressivitäts-, Frauen hingegen höhere Erregbarkeitswerte. (vgl. Fahrenberg, 2001, S 39).

Die Fragestellungen dieser Untersuchung richteten sich danach, ob sich die Geschlechter bezüglich ihrer Werte in den insgesamt 12 FPI-Skalen allgemein unterscheiden, d.h. ob Frauen und Männer sich in gewissen Persönlichkeitsdimensionen unterschiedlich beschreiben, und in welche Richtung diese Unterschiede gehen.

Die aus persönlichen Annahmen, Geschlechtsstereotypen und den bereits erwähnten Befunden aus Vorgängerstudien resultierenden Hypothesen lauten folgendermaßen:

Männer haben höhere Werte in den Skalen Dominanzstreben, Maskulinität, spontane Aggressivität und Gelassenheit.

Frauen weisen höhere Werte in den Skalen Nervosität, Offenheit, Emotionale Labilität, Erregbarkeit, Gehemmtheit und Depressivität auf.

Gleich hohe Werte werden in den Dimensionen Geselligkeit und Extraversion erwartet.

Unsere Ziele der Erhebung waren es, herauszufinden, ob Geschlechtsunterschiede in der Persönlichkeit tatsächlich bestehen, zu untersuchen, ob sich die bestehenden Stereotype auch in der Persönlichkeit ausdrücken und einzelne Faktoren mittels Faktorenanalyse zu extrahieren, die genauere Auskünfte über die bestehenden Unterschiede geben sollen.

Methode


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