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Geschlechtergeschichte Prof. Sonnleitner .doc

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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2009/2010 Prof. Sonnleitner
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2.EH Geschlechtergeschichte 15.10.09

!Für Prüf wichtig: Geschichte/Entwicklung der Frauenbewegung und Probleme!

v  Simon de BEAUVOIR: Patriarchatstheorie (siehe letzte Stunde)

„Man wird nicht zur Frau geboren, sondern zur Frau gemacht!“

v  Kate MILLET « Sexual Politics »

Gesellschaft ist patriarchalisch strukturiert; alle Macht den Männern zugeschrieben; Millet fragt nicht nach Ursprung (sehr unhistorisch)

v  Julianne MITCHELL « The Women’s Estate »

Patriarchat kein Mythos sondern Geschichte; historische Größe und nicht Universalien (weil sonst nicht veränderbar)

Patriarchat: Begriff/Aspekte unterschiedlich in verschiedenen Disziplinen; Diskriminierung und Ungleichbehandlung;

= rechtliche Struktur in der Männer ökonomische und rechtliche Macht über Frauen und jüngere Männer ausüben → Herrschaft alter Männer;

Begriff aus Antike; gilt heute nicht mehr → heute: Beziehung zwischen Männern und Frauen; Männer jedoch dominant → soziale Ungleichheit, unterschiedliche Machtverhältnisse und Entwicklungen;

Patriarchat in verschiedenen Epochen und Ländern (z.B.: Indonesien, Afrika) jeweils unterschiedlich! Heute umstritten ob es wirklich Formen des Patriarchats gab;

 

v  Friedrich ENGELS

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v  Gerda LERNER

In USA aus Österreich emigriert (jüdische Herkunft); Ikone der feministischen Bewegung; schrieb Buch über die Entstehung des Patriarchats; laut Lerner Entstehung im 3. Jahrtausend (v.Chr) aufgrund der Darstellungen und Symbole aus dieser Zeit; soziale und wirtschaftliche Veränderungen; ähnliche materialistische Auffassung wie Engels: Männer wollen die Sexualität von Frauen kontrollieren (Fortpflanzung) → Kontrolle durch Sesshaftigkeit; besonders bei Bauern;

Erforschung der neuzeitlichen Gesellschaft bis Kapitalismus: Patriarchat wurde durch Kapitalismus gestärkt, Frauen hingegen ausgeschlossen (Arbeit, Recht);

Diskriminierungen können unterschiedlich sein, weil nicht alle Männer Macht haben. Geschlechterspezifische Asymmetrie ist unterschiedlich in Recht oder Rolle (nicht immer Dominanz der Männer). Die männliche Vorherrschaft weist Bestände auf.

Die Unterschiede bei der biologischen Reproduktion sind nicht aufzulösen. Die Kontrolle der Männer über die Reproduktion führt zur Kontrolle der Sexualität. Daraus auch die Kontrolle über Arbeit und Politik.

Die Benachteiligung der Frauen findet auch heute noch statt. z.B.: im Berufsleben, Frau hat eine andere Stellung in der Kultur, sie ist mehr sexueller Gewalt ausgeliefert, es gibt staatliche Regelungen (z.B.: Ehegesetze), die benachteiligen, usw.

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Die Erforschung des kapitalistischen Wirtschaftssystems erfolgte (durch Frauen) nur auf patriarchaler Struktur. → Kostenlose Reproduktionsarbeit der Frauen!

Staat gibt die Möglichkeiten Strukturen zu ändern. Ziel ist es die Frauen in den Beruf zu integrieren.

v  Katrin HAUSEN

Schrieb über die Vor- und Nachteile des Patriarchats. Nutzen des Patriarchats: Kampfansagung gegen Benachteilung. Der Begriff des Patriarchats darf nicht zur Formel werden, weil es sonst verdeckt. Nicht jede Unterdrückung war aufgrund von Patriarchat. Wichtig ist es zu differenzieren zwischen den historischen Geschlechterverhältnissen (Frau nicht immer Opfer).

v  Heide GÖTTNER-ABENDROTH

Matriarchat = ist nicht gleich Umkehr des Patriarchat; andersartige gesellschaftliche Strukturen.

Beginn des Matriarchats: Übergang zur Sesshaftwerden; Pflanzenheilkunde, Ackerbau, Domestizierung, häusliche Künste, Astronomie waren weibliche Erfindungen.

Matriarchale Gesellschaften in Vergangenheit z.B.: Nordostindien, Westafrika, Zentralafrika, Südamerika, Irokesen in Nordamerika;

Matriarchale Ackerbaugesellschaften waren in Clans strukturiert (= große Sittenverbände). Das Eigentum war das der Clans und nicht des einzelnen (→ Gemeinschaft!). Der Privatbesitz und das Territorium waren unbekannt. Die Verwalterin des Clans war die Sippenmutter.

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Beide Geschlechter (Männer und Frauen) haben den gleichen Wert. Sie leben mit der Natur im Einklang. → zwiespältige Auffassung, weil die Frau als Retterin der Natur angesehen wird, der Geist jedoch einen größeren Wert hat.

Die Clanmutter „herrschte“ mit ihren weiblichen Verwandten. Nur direkt verwandte Männer hatten ein Ansehen. Die Frauen lebten zusammen getrennt von den Männern. Paarbeziehungen waren unwichtig. Es gab aber „Besuchszeiten“ für die Männer (→ Fortpflanzung).

Die Frauen waren nur für ihre eigenen Kinder verantwortlich. Männer erzogen auch verwandte Kinder und wurden selbst als Kinde von der Mutter und den Schwestern beschützt.

Es gab kein streng hierarchisches System (→ horizontal und egalitär). Es gab keine strengen Ehegesetze. Die Regierung erfolgte Demokratisch → Konsensgesellschaft (delegierte Frauen und Männer).

Die Religion war weltanschaulich und komplex. Es gab einen Glauben der Wiedergeburt (Kinder als Wiedergeburt von Verwandten). Der Wandel von den Toten in die Lebendigen erfolgte in dem Glauben in der Frau. → zyklischer Wechsel zwischen Leben und Tod. Die Erde wurde als die große Mutter angesehen (Urgöttin, Schöpfergöttin).

 

Heute wird das Matriarchat angezweifelt.

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Andere Auffassung: verschiedenen Rollen aber gleich viel Wert → keine Diskriminierung

Kernfrage = Ist die Geschlechterdifferenz mit egalitären Verhältnissen verbunden oder führt die Geschlechterdifferenz zu Ungleichheit?

→ neuer Zugang zur Gesellschaft daher Kritik an Matriarchatsforschung

Gleichheit von der Verteilung der Macht und Chancen → Unterschiede zwischen den Geschlechtern u.a. kulturell bedingt aber keine Diskriminierung → ungleiche Rollen aber gleiche Wertigkeit!

Macht = „Jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht.“ (Weber)

Wer die Kontrolle über die Produktion hat, der hat auch Macht. Frauen verfügen eher Macht über Boden/Wirtschaft und Männer über Politik.

Frauen → Reproduktion: Frauen haben die Kontrolle über das Kindergebären. Die soziale Organisation begünstigt ob die Frau Kinder hat oder nicht. Bei Bauern war es notwendig viele Arbeitskräfte zu „gebären“. Auch die Verhinderung von Geburten von Mädchen war üblich.

Sexualität und Körper: mehr Autonomie in Matriarchat; Auffassung einer positiven weiblichen Sexualität als Lebensenergie;

 


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