Geschichten aus dem Wienerwald
Autor
Ödön von Horvát gehört zu den
bedeutendsten Volksstück-Autoren der ersten Jahrhunderthälfte, des österreichisch-süddeutschen
Sprachraumes. Am 9.Dezember 1901 wird Horvát als Sohn eines ungarischen
Diplomaten geboren.
Von 1907 bis 1924 besucht er verschiedene Schulen in
Budapest, Wien und München. Anschließend beginnt er Germanistik zu studieren.
Das Studium der Theaterwissenschaft bei Arthur Kutscher, bringt ihm das moderne
Theater näher. Seine frühen Stücke zeigen seine Hinwendung zur Volkskultur und
politischen Geschichte, unteranderem warnt er zunehmend vor den Gefahren des
Faschismus. Im Jahre 1931 fanden die Uraufführungen seiner bedeutendsten Stücke
statt – „Italienische Nacht“ und „Geschichten aus dem Wienerwald“. Für „
Geschichten aus dem Wienerwald“ erhält Horvát den Kleist-Preis. Das Motto
dieses Stückes ist für Horvát : „ Nichts gibt so sehr das Gefühl der
Unendlichkeit als wie die Dummheit.“
Als im Jahre 1938 der „Anschluss“
Österreichs erfolgt emigriert Horvát nach Paris. Seine finanziellen Sorgen und
seine künstlerische Unzufriedenheit, hindern ihn an der Verwirklichung weiterer
Pläne. Er bekommt starke Depressionen. Am 01.Juni 1938 wird Ödön von Horvát
während eines Gewitters auf den Champs-Eylsées von einem Ast erschlagen.
Inhalt
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Augen für Alfred, der sie mit Komplimenten umschmeichelt. Als der Zauberkönig
seine Tochter küssend am Flussufer ertappt, nimmt diese ihren ganzen Mut
zusammen und löst die Verlobung auf. Der Zauberkönig verstößt auf diese Handlung
hin seine Tochter. Ein Jahr später haben Marianne und Alfred ein Kind.
Als sich
Alfred von Marianne trennt, muss diese ihren Sohn in die Obhut der
Schwiegermutter in die Wachau geben, um selbst Geld verdienen zu können. Sie
arbeitet als Tänzerin in einer Bar. Als Marianne verhaftet wird, weil man
glaubt sie habe 100 Schilling gestohlen, hilft ihr Valerie und vermittelt
zwischen Vater und Tochter. Nach der Versöhnung zwischen Marianne und dem
Zauberkönig fahren die beiden in die Wachau, um den kleinen Leopold zu
besuchen. Doch sie erfahren, dass dieser gestorben ist. Schlussendlich geht
Marianne zu Oskar zurück.
Interpretation & Charakteristik
Das Verhalten von Marianne, bestätigt
die falsche Erziehung ihres Vaters. Sie unterliegt einem autoritären,
patriarchischen Erziehungsstiel, der sie zu einem unsicheren und naiven
Menschen macht.
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Vater verweigert ihr eine Berufsausbildung zu machen, was für sie später noch
zu einem Problem wird.
Die Beziehung zwischen Marianne und
Oskar, ist für Marianne eher eine freundschaftliche Beziehung und basiert nicht
auf einer sexuellen Ebene. Die beiden sind zusammen aufgewachsen, dass sie
natürlich verbindet. Oskar verhält sich Marianne gegenüber wie ihr 2. Vater und
kontrolliert sie. ( S.23 „ Jetzt möchte ich in
deinen Kopf hineinsehen können, ich möchte dir mal die Hirnschale herunter und
nachkontrollieren, was du da drinnen denkst. )
Als sie Alfred kennenlernt, ist sie
sofort verliebt. Mit der Auflösung der Verlobung, erkennt sie die Chance auf
Freiheit und auf ein Abenteuer. ( S.42 „ Ich lass
mich von euch nicht mehr tyrannisieren. Jetzt bricht der Sklave seine
Fesseln-da! Ich lass mir mein Leben nicht
mehr verhunzen, das ist mein Leben.“ )
In der Beziehung mit Alfred, war
Marianne anfangs wahnsinnig verliebt. Doch Alfred war von Beginn an, nur auf
ein sexuelles Abenteuer aus. Als Marianne den kleinen Leonhard bekommt, bleibt Alfred,
des Kindes wegen, bei ihr. Ihre Lebenssituation macht es aber nicht möglich,
dass sie glücklich und zufrieden zusammenleben können. Für Alfred ist Marianne
nur noch lästig und will sie loswerden, deshalb besorgt er ihr einen Job um
sich nicht mehr um sie kümmern zu müssen.
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keine andere Alternative, als ihren Vater um Hilfe zu bitten. Schlussendlich
hat Marianne am Ende weniger als vorher.
Der Vater fühlt sich der Frau
überlegen. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Marianne für ihn da
ist und für ihn arbeitet. Als Marianne ihre Verlobung löst denkt er sehr
egoistisch. Er fühlt sich in seiner Ehre gekränkt. Es geht ihm bei der
Verlobung von Marianne und Oskar nur um Geld, seine Ehre und sein Ansehen. Für
ihn ist das Verhalten von seiner Tochter nicht moralisch. ( S.42 „...Diese Verlobung darf nicht platzen, auch aus
moralischen Gründen nicht!“ ) Doch er selbst ist auch nicht moralisch.
Vor allem die Szene mit Valerie am Donauufer zeigt uns wie er wirklich ist.
Zuerst erzählt er von seiner verstorbenen Frau und sagt wie sehr er sie
vermisse, und dann küsst er Valerie. Er verwendet eine sehr floskelhafte
Sprache und hat in seinem Wortschatz viele Kalendersprüche, von denen er
gebrauch nimmt um gebildet zu wirken. Mit den Sprüchen unterstreicht er seine
Arroganz und wirkt auf andere Personen sehr herablassend.
Oskar verkörpert die jüngere Version
des Zauberkönigs. Er glaubt auch er ist der Marianne überlegen. ( S.106 „Ich hab dir mal gesagt Mariann, du wirst meiner
Liebe nicht entgehen.“ ) Anders wie bei Marianne, sind seine Gefühle
ihr gegenüber aufrichtig.
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Alfred ist ein richtiger
Vorstadtkasanover. Er ist ein sehr leichtsinniger Mensch und will keine Verantwortung
auf sich nehmen. ( S.40 „Ich meine, ob du keine Unüberlegtheiten machen wirst –
denn dafür könnt ich keine Verantwortung übernehmen.“ )Zuerst macht er
Marianne den Hof und umwirbt sie, dann lässt er sie links liegen und zeigt
somit sein wahres Gesicht. Auch er nimmt einige Eigenschaften des Zauberkönigs
an. Das einzige was Marianne und Alfred vorerst noch zusammenhält ist der
kleine Leopold. Als Leopold in der Wachau ist hofft er endlich wieder mehr
Freiheiten zu haben. Alfred sitzt lieber auf der faulen Haut und deswegen hat
er auch keinen richtigen Job. Seine Beziehung zu Valerie kann man auch als
Zweckbeziehung bezeichnen. Er bekommt von ihr das Geld für die Pferdewetten.
Auch zwischen Valerie und ihm fühlt er nicht die große Liebe.
Valerie ist das genaue Gegenteil von
Marianne. Sie ist eine selbständige Frau, die auf eigenen Füßen steht. Als sie
Marianne in der Bar sieht, macht sie sich Sorgen um sie und verhält sich wie
eine Mutter. ( S.83 „ Die Mariann-die Mariann- die
liebe kleine Mariann- oh,oh,oh- ich hab sie ja schon gekannt, wie sie noch fünf
Jahre alt war, meine Herren!“ / „Nein das halt ich nicht aus, ich bin doch
nicht aus Holz, ich bin doch noch lebensfroh, meine Herren – das halt ich nicht
aus, das halt ich nicht aus.“ ) Valerie versucht Marianne zu
verteidigen und hilft ihr die Wogen zwischen Vater und Tochter wieder zu
glätten.
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Unterdrückung der Gefühle und Bedürfnisse.
Außerdem behandelt Horvát noch das
Thema, des Generationenkonfliktes. Die Jungen wollen frei sein und sich nicht
unterdrücken lassen. Die beiden Generationen leben in zwei verschiedenen
Welten und können oft nur schwer einen Kompromiss eingehen um die andere Seite
zu verstehen.
Manche Menschen verzichten auf die
Liebe, weil sie den Erfolg und das Glück im Geld sehen. Das macht meistens
nicht glücklich, dennoch ist die Versuchung zu groß, um auf das Geld zu
verzichten.
Damals, wie auch heute, spielt die
Erziehung eine sehr wichtig Rolle für den Verlauf des Lebens. Man muss schon
den Kindern lernen auf eigenen Beinen zu stehen und ihnen eine gewisse Freiheit
lassen, selbst Entscheidungen zu treffen. Als Eltern sollte man seine Kinder
unterstützen und ihnen ein gutes Vorbild sein. Wie man in diesem Text auch
herauslesen kann, ist eine Ausbildung enorm wichtig.
Ich persönlich bin froh, dass mich
meine Eltern zu einem selbstbewussten und eigenständigen Menschen erzogen
haben. Sie haben mich in meinen Entscheidungen unterstützt und mich getröstet
wenn ich einmal die falsche Entscheidung getroffen habe. Das hat mich zu dem
Menschen gemacht, der ich heute bin.
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