1 Vom Höhlengraffiti zum DTP
Bereits in der Steinzeit hat der Mensch seine
Umwelt künstlerisch wieder gegeben. Im Laufe der Jahrtausende hat sich so
unsere heutige Schrift aus Bildern, figürlichen Symbolen bis hin zu den ersten
Schriftsystemen entwickelt.
In dieser Lektion unternehmen Sie eine kleine
Zeitreise in die spannende Entwicklungsgeschichte der Schrift.
1.1 Am Anfang war das Bild die
Geschichte der Schrift
Der Gebrauch der Schrift ist etwas
Alltägliches wie selbstverständlich schreiben wir E-Mails, Postkarten, füllen
Formulare aus und lesen Bücher, Straßenschilder und Lehrhefte
Aber womit
hat alles begonnen? Der Ursprung der Schrift reicht zurück in die Steinzeit,
als sich unser Ur-Ur-Ur- Ahne vor ca. 30.00 Tausend Jahren zum ersten Mal auf
einer Höhlenwand verewigt hat.
Offensichtlich ist es ein dem Menschen
inhärentes Bedürfnis, sich und seine Umwelt in Form von Bildern und Zeichen
auszudrücken. Betrachtet man die Zeichnungen und die Graffiti der Abb.1.1 und
1.2, keimt der Verdacht auf, dass sich seit der Steinzeit wenig geändert hat
doch weit gefehlt denn die Schrift hat sich im Laufe der Jahrtausende immer
weiter entwickelt und ist daher eine der ältesten Kulturtechniken der
Menschheit. Die Schrift befindet sich noch immer im Wandel und wird sich mit
größter Wahrscheinlichkeit auch weiterhin verändern.
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Abb.1.1 Höhlenmalerei (Lascaux) Abb.1.2
Graffiti
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Bildliche (und künstlerische) Darstellungen
sind an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten entstanden.
Daraus haben sich im Laufe der Zeit aus Bildern die ersten Schriftsysteme
entwickelt. Daher ist es unmöglich, von einer linearen Schriftentwicklung zu
sprechen.
1.2 Mesopotamien
Die früheste Form der
Schrift ist in den antiken Hochkulturen entstanden. Allen Schriftformen liegt
eine Bilderschrift zugrunde. Aus dieser figürlichen Darstellung entwickelten
sich die Ideogramme (Abb.1.3), woraus sich später eine Silbenschrift
entwickelte. Bei Ideogrammen (von griechisch idea, "Gestalt"),
handelt es sich um ein graphisches Symbol oder um ein Schriftzeichen, das nicht
für einen bestimmten Laut, sondern für einen ganzen Begriff, eine Idee steht.
Anmerkung:
Das Ideogramm ist
nicht zu verwechseln mit dem Piktogramm. Hierbei handelt es sich um eine
einfache bildliche Darstellung, die überall auf der Welt verstanden wird.
(Abb.1.3)
Die älteste Schrift wurde von den Sumerern in
Mesopotamien, dem so genannten Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris,
(dem heutigen Irak) entwickelt. Etwa 3500 vor Chr. schufen sie ein bedeutendes
Schriftsystem, die Keilschrift.
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Abb.1.3 Piktogramm und Ideogramm
Abb.1.4 Bilderschrift, Silbenschrift und
Lautschrift
1.3 Von der Sonntagsschrift zur
Volksschrift die Hieroglyphen
Die ägyptischen Hieroglyphen sind wohl das
bekannteste Schriftsystem. (Abb.1.5)
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Abb.1.5 Hieroglyphen
Die Hieroglyphen sind, trotz der figürlichen
Darstellung, keine reine Bilderschrift, sondern im Wesentlichen ein
phonografisches System. Die einzelnen Laute, die Grundelemente der Sprache,
werden durch ein einzelnes Zeichen repräsentiert. Unser lateinisches Alphabet
kennt im Wesentlichen 26 Buchstaben; die Ägypter haben etwa 27 Phonogramme
verwendet und diese dann mit Piktogrammen ausgeschmückt. So wurde
beispielsweise den obersten Göttern jeweils ein Symbol zugeordnet. Sie mit einfachen
Phonogrammen zu benennen, wäre Gotteslästerung gewesen.
Die Hieroglyphen, wie sie uns geläufig sind,
war die Monumentalschrift die Sonntagsschrift der Ägypter. Für die profanen
Dinge des Alltags wurde eine Schreibschrift verwendet.
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1.4 Vom Rinderkopf zum Alphabet die
Phönizier
Was hat so ein blödes Rindvieh mit dem
Alphabet zu tun werden Sie sich fragen
? Sehr viel, denn in Phönizien (dem
heutigen Libanon) hatte man um 1200 vor Chr. die kongeniale Idee, aus
bildlichen Darstellungen ein Schriftsystem mit Buchstaben zu entwickeln.
So wurde beispielsweise aus dem Rinderkopf,
Symbol der Gottheit Hator, ein phonetisches Zeichen, dass durch die
Weiterentwicklung der Griechen zu unserem heutigen Buchstaben A wurde. (Abb.1.6)
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Abb.1.6 Vom Kuhkopf zum Buchstaben A
Das phönizische Alphabet war ein
Schriftsystem, in dem alle Konsonanten der Sprache durch 22 Schriftzeichen
wieder gegeben wurden. (Abb.1.7) Damit war das erste Alphabet geboren und gilt
als Grundlage für unser heutiges Alphabet.
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Abb.1.7 Das phönizische Alphabet
1.5 Kulturexport das griechische
Alphabet
Die Phönizier waren ein umtriebiges und
geschäftstüchtiges Völkchen. Sie handelten mit allem, was ihnen in die Finger
kam - die Händler und Entdecker der Antike schlechthin. So nimmt es nicht
Wunder, dass beim regen Handel mit Zedernholz, Gewürzen und Wein auch
Kulturgüter exportiert wurden.
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So nahmen sie das phönizische Alphabet auf
und kochten daraus ihr eigenes Schriftensüppchen, das um 500 vor Chr. gar war:
Die Lapidarschrift. (von lat. lapis=Stein)
Da die Sprache der Griechen über mehr Vokale
verfügte als die der Phönizier, ergänzten sie die Schrift und erweiterten das
Alphabet auf 24 Zeichen. (Abb.1.8)
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Abb.1.8 Das griechische Alphabet
Grundlage der Änderungen war die geometrische
Architektur der Griechen, deren Basiselemente aus geometrischen Grundformen wie
Quadrat, Rechteck, Dreieck und Kreis bestand. Darüber hinaus änderten Sie die
Leserichtung von rechts nach links.
Das griechische Alphabet gilt als das
Fundament der lateinischen Schrift.
1.6 Globalisierung in der Antike Die
Geburt der Lateinischen Schrift
Im Jahre 300 vor Chr. schielte das junge Rom
über seine Grenzen auf andere Landstriche.
Das weckte Begehrlichkeiten und im
Laufe der nächsten Jahrhunderte betrieb Rom eine außerordentliche
Expansionspolitik, bei der es sich Teile Europas und des Mittelmeerraumes unter
den Nagel riss.
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