Geophysik
SS10
1. Versuchsprotokoll
zum ersten Praktikumsversuch:
Hammerschlagseismik
Ibrahim Irmak, Jakob
Krupke, Natalja Becker
Versuchsprotokoll
zum ersten Praktikumsversuch:
Hammerschlagseismik
Motivation:
Um strukturelle Aussagen über die Beschaffenheit
des Untergrundes aber auch bestimmte geologische Barrieren und deren
Mächtigkeiten, Homogenitäten, respektive Heterogenitäten machen zu können, als
auch die Erkundung von Störungszonen und die Erschließung von neuen Lagerstätten
und Rohstoffvorkommen sind Beweggründe dafür, seismische Explorationen
durchzuführen. Die daraus gewonnenen seismischen Geschwindigkeiten liefern
Informationen darüber, wie der Untergrund ( physikalisch ) beschaffen ist.
1. Physikalische Grundlagen
Beim ebenen, zwei Schichtenfall wird mit
verschiedenen Wellentypen gearbeitet, die hier kurz erläutert werden. Eine
dieser Wellentypen ist die direkte Welle. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass
sie direkt an der Erdoberfläche nach dem ein Schuss losgelassen oder mit einem Hammer
auf eine Stahlplatte geschlagen wurde, von der Quelle zum Empfänger läuft.
Diese breitet sich auf dem kürzesten Weg von der Quelle zum Empfänger aus. Im
Laufzeitdiagramm ist der Verlauf dieser Welle als eine lineare Funktion abgebildet.
Die einfallende Welle (z.B. P-Welle) wird dagegen an einer Grenzfläche, an der
sich der Wellenwiderstand (auch Wellenimpedanz genannt, ändert, mit dem
einfallenden Winkel der P-Welle reflektiert.
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Welle werden aus einem Seismogramm durch die Bildung eines Steigungsdreiecks (für die direkte
Welle) und mit (für die Kopfwelle)
ermittelt.
Die Laufzeitformel für die direkte Welle ist durch die Gleichung gegeben. Grenzwertbetrachtungen
führen dazu (für sehr große Entfernungen x gegenüber der Tiefe h), dass der
Term sich zu vereinfacht. Die
Laufzeitformel für die Kopfwelle ist durch gegeben. Für die reflektierte
Welle ist die Laufzeit ähnlich der Kopfwelle, nur das hier keine Winkelabhängigkeit
zu beachten ist (). Refraktierte Wellen
treten erst bei einer kritischen Entfernung auf und werden im
Seismogramm mittels der Geophone nach der Überholdistanz sichtbar. Die
kritische Entfernung wird durch den kritischen
Winkel bestimmt, der beim
senkrechten Einfall der Welle 90° ist und die refraktierte Welle sich entlang
der Grenzfläche ausbreitet. Die Überholentfernung gibt an, ab welcher Entfernung
die schnelleren refraktierten Wellen die langsameren direkten Wellen
„überholen“.
2. Versuchsbeschreibung und -durchführung
Es wurden zwei Profile aufgebaut mit den Ausrichtungen Nord-Süd und Ost-West.
Dazu wurden jeweils 24 Geophone im Abstand von 2m (Maßband) entlang einer geraden
Linie in den Boden gesteckt. Die angeschlossenen Geophone bestanden wiederum
aus jeweils drei einzelnen Geophonen, welche parallel geschalten zu je einem
Anschluss am Messkabel angeschlossen waren (Ausfallsicherheit). Bei den Geophonen
handelte es sich um einfache 1-Komponenten-Emfänger zur Aufzeichnung vertikaler
Bodenbewegungen. Als künstliche Quelle wurde ein 10kg Vorschlagshammer genutzt.
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induzierte elastische Wellenfeld wurde von den Geophonen registriert und an die
Aufzeichungseinheit gesendet. Die Schläge auf die Platte wurden 10mal
wiederholt und die registrierten Daten „gestapelt“ um das
Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern. Beim Messvorgang selbst war zu beachten,
dass das Noiselevel möglichst gering ist. Für jedes Profil wurde jeweils ein
Schuss und ein Gegenschuss durchgeführt. Für das W-O Profil wurde genauso verfahren,
jedoch mit den Schusspunkten jeweils 2m westlich bzw. östlich der Randgeophone.
Die aufgenommen, gestapelten Daten wurden separat gespeichert und in späteren
Processingschritten einer Gain-Korrektur und einer Frequenzfilterung unterzogen.
Das geschah um das Nutzsignal zu Optimieren.
Die nun vom angeschlossenen Computer
ausgegebenen und von uns ausgewerteten Seismogramme sind im Anhang beigefügt.
In grün wurde jeweils die direkte Welle markiert; die roten Linien stellen die refraktierten
Wellen dar und in blau wurden die reflektierten Wellen gezeichnet. Besonders
gut zu erkennen waren die für uns wichtigen refraktierten Wellen. Auch die
direkten Wellen waren noch einigermaßen gut sichtbar. Bei den reflektierten
Wellen musste man teilweise Vermutungen anstellen. Da aber diese
letztgenannten für unsere Berechnungen später keine Rolle spielen, sollte diese
Tatsache nicht weiter stören.
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erkennen, dass es sich eindeutig um dasselbe Profil handelt, eben nur von der
anderen Seite aus betrachtet.
3. Auswertung der Seismogramme
a) Wellengeschwindigkeit in der obersten Schicht:
Wie oben schon angedeutet, lässt sich nun mit
Hilfe der direkten Welle die P-Wellen Geschwindigkeit in der obersten Schicht
ermitteln indem man ein Steigungsdreieck an die ermittelte Gerade anlegt und
somit den Wert berechnet, wie das im Folgenden durchgeführt wurde:
E-W-Profil (Schuss von Westen):
E-W-Profil (Schuss von Osten):
ð Mittelwert
für das E-W-Profil:
N-S-Profil (Schuss von Norden):
N-S-Profil (Schuss von Süden):
ð Mittelwert
für das N-S-Profil:
Insgesamt ergibt sich also ein Mittelwert für
die Wellengeschwindigkeit in der obersten Schicht von 377,5 m/s.
b) Wellengeschwindigkeit in der zweiten
Schicht:
Für die Geschwindigkeit der P-Wellen in der darunterliegenden Schicht, werden
nun jeweils die obersten der refraktierten Wellen (Kopfwellen) verwendet. Dabei
kommt man auf folgendes Ergebnis:
E-W-Profil (Schuss von Westen):
E-W-Profil (Schuss von Osten):
ð Mittelwert
für das E-W-Profil:
N-S-Profil (Schuss von Norden):
N-S-Profil (Schuss von Süden):
ð Mittelwert
für das N-S-Profil:
Es ergibt sich in der zweiten Schicht also
eine mittlere P-Wellen-Geschwindigkeit von etwa 1977,5 m/s.
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c) kritischer Winkel:
Nun da die Geschwindigkeiten der primären Wellen in den beiden Schichten
bekannt sind, lässt sich über das Snellius-Gesetz auch der kritische Winkel
errechnen:
Die Kopfwelle hat an der Grenzfläche der
beiden Schichten den Winkel. Zudem sind die beiden
Geschwindigkeiten aus obiger Rechnung bekannt:
ð 11,0°
d) Tiefe der Schichtgrenze:
Die Tiefe der Schichtgrenze lässt sich sowohl aus der refraktierten, als auch
aus der reflektierten Welle berechnen. Da wir aber die reflektierte Welle nur
sehr ungenau erkennen konnten, werden wir im Folgenden zunächst die refraktierte
Welle zur Ermittlung der Tiefe heranziehen:
Die Geschwindigkeiten, als auch der kritische Winkel sind bekannt. lässt sich durch
ablesen in den Seismogrammen herausfinden. Dabei wurde ein Mittelwert angenommen.
Durch Einsetzen erhalten wir also:
Wenn man die reflektierte Welle hat, dann
kann man die Schichtmächtigkeit sehr einfach berechnen, indem man die Laufzeit
der Welle am ersten Geophon mit der Geschwindigkeit multipliziert um den zurückgelegten
Weg zu erfahren, dieser wird dann noch durch zwei dividiert, da die Welle ja
den doppelten Weg zurücklegt und man hat die Tiefe der Schichtgrenze. Das
Problem hier war allerdings, dass sich die reflektierte Welle nur sehr schwer
aus den Seismogrammen herauslesen ließ. Angenommen man würde nun mit der von
uns bestimmten Kurve für das Profil E-W (Schuss von E) rechnen, bekämen wir:
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