Wasserversorgung
von Kapfenberg genützt (pH 7,1-7,2; Gesamthärte 17,1-18,3° dH). Aus dem
Schotterkörper
des Murtales ist eine Entnahmemenge von 10.000 l/sec genehmigt.
Das
Ennstal enthält zwischen Schladming und dem Gesäuseeingang
mächtige Quartärablagerungen,
die
bei Irdning mit 114 m und bei Wörschach mit 195 m erbohrt wurden. Da den
Schottern und Sanden
Seetonablagerungen
zwischengeschaltet sind, kommt es zur Ausbildung von Grundwasserstockwerken
mit
gespannten Grundwässern, deren Druckhöhen bei Wörschach um 1-2 m, bei Liezen um
10
m und bei Frauenberg 14 m über Gelände liegen.
Das
Klagenfurter Becken ist von über 200 m mächtigen
Quartärablagerungen erfüllt, wobei neben
Schottern
und Sanden auch tonige Stauseesedimente und Moränen vorliegen. Aus den
tertiären Konglomeraten
der
Sattnitz südlich Klagenfurt stammen Wässer, die teilweise in karströhrenartigen
Hohlräumen
abfließen
und als Großquellen am Rand des Höhenzuges austreten. Die Stadt Klagenfurt wird
zu
etwa 10% mit Wasser aus einem dieser Quellvorkommen (von Strachwitz) versorgt.
Die übrigen
90%
des Wasserbedarfes der Kärntner Landeshauptstadt werden aus dem
Quartärgrundwasser im
Norden
(Glantal) und im Süden (südlich des Wörthersee-Abflusses) gedeckt. Im Krappfeld
tritt ein
größeres
zusammenhängendes Grundwasservorkommen in Terrassenschottern auf.
Bei
Villach vereinigen sich das Drautal und das Gailtal zum Villacher Becken.
Die Mächtigkeit der
Quartärfüllung
dieses Beckens ist unbekannt, jedoch tiefer als 170 m. Die Stadt Villach wird
zu 40%
aus
dem etwa 30 m mächtigen obersten Grundwasserstockwerk versorgt, während 60% aus
Quellen
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9.0
Mineral- und Thermalwässer
Die
Übersichtskarte der Mineral- und Heilquellen Österreichs weist über 200
Quellvorkommen aus,
deren
Wässer sich durch mindestens 1000 mg gelöste Stoffe je kg Wasser als
Mineralwässer oder
durch
konstante Temperaturen über 20°C als Thermalwasser von den einfachen
Grundwässern unterscheiden.
Die
Mineralisation von Grundwässern erfolgt über deren Lösungsvermögen aus den durchflossenen
Gesteinen,
soferne es sich um vadose Wässer handelt, die aus dem Niederschlag stammen und
durch
Infiltration
in den Untergrund gelangt sind. Vadose Wässer werden häufig auf komplizierten
Wegen
und
durch lange Verweildauer im Untergrund zu Mineralwässern. Als Beispiel seien
die 3-
Komponentenwässer
der Heilquellen von Baden angeführt (Alter der Komponente 1: einige 1000
Jahre;
Komponente 2: einige Jahre; Komponente 3: einige Monate).
Thermalwässer
bringen ihre erhöhte Temperatur zumeist aus jener Tiefe, welche der jeweiligen
geothermischen
Tiefenstufe
entspricht, an die Oberfläche. Da das Thermalwasser der Schwefelquelle von
Bad
Schallerbach trotz seiner Tiefe von nur 461 m mit 36,3°C austritt, muß
angenommen werden,
daß
das Wasser aus einem wesentlich tiefer reichenden Kluftsystem bis zum Ende der
Bohrung und in
dieser
weiter bis zur Oberfläche aufsteigt. Außer geothermischer Erwärmung können auch
aufsteigende
Gase,
Radioaktivität und chemische Vorgänge, wie z.B. Oxidation, zur Aufheizung von
Wässern
im
Untergrund führen. In den letzten Jahrzehnten haben Thermalwässer, die durch
Bohrungen
der
Erdölindustrie erschlossen wurden, neben ihrer Nutzung als Heilwässer auch für
die Gewinnung
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Die
Mineral- und Thermalquellen sind grundsätzlich an Störungen gebunden, eine
Reihe von Säuerlingen
(reich
an Kohlendioxid) in der Oststeiermark und im Burgenland stehen in Beziehung zu
dem
jungen,
miopliozänen Vulkanismus. Beispiele hierfür sind: Bad Gleichenberg, Sicheldorf,
Radkersburg,
Deutschgoritz;
Güssing, Tatzmannsdorf; Oberschützen, Goberling etc. Unklar ist die Herkunft
der
Kohlensäure in Säuerlingen an Störungen abseits jeglichen Vulkanismus in den
Zentralalpen, wie
z.B.
in: Stainz, Zlatten, Fentsch östl. Judenburg, Stanz, Thalheim, Preblau, Wildbad
Einöd, Eisenkappel,
Ebriach
etc. Möglicherweise stammt die Kohlensäure aus einer Entgasung des Magmas in
großer
Tiefe. Die Mineralisation dieser Wässer läßt sich durch Lösung dieser Stoffe
aus den durchströmten
Gesteinen
erklären.
Aufgrund
der in Explorationsbohrungen gemessenen Wassertemperaturen vertrat G. WESSELY
(1983)
für die Thermen und Schwefelquellen entlang der Thermenlinie am Westrand
des Wiener
Beckens
die Theorie, daß aus den Kalkalpen stammende kühle Wässer in den Untergrund des
Tertiärbeckens
gegen
Osten strömen, sich erwärmen und entlang von Störungen aufsteigen, in
wasserwegigen
Lagen
des Tertiärs wieder nach Westen zurückströmen, wo sie mineralisiert und erwärmt
entlang
der
Randstörungen (Thermenlinie) die Oberfläche erreichen. Auf diesen Mechanismus
sei die
Entstehung
der Thermal- und Schwefelquellen des Westrandes (Bad Fischau, Bad Vöslau, Baden
etc.)
sowie des Ostrandes des Wiener Beckens (Bad Sauerbrunn, Leithaprodersdorf,
Mannersdorf/L.,
Bad
Deutsch Altenburg etc.) zurückzuführen. Der Schwefelgehalt wird aus dem Gips
und Pyrit der
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Schwefelquellen
entlang der Großstörungen des West- und Ostrandes des südlichen Wiener Beckens
vertritt
P. HACKER.
Bei
den Thermalquellen steigt das durch die aufsteigende Erdwärme in der Tiefe
erwärmte Wasser an
Bruchstörungen
selbstständig empor. In manchen Fällen ist durch Explorationsbohrungen
Heißwasser
an
Störungen in geringer Tiefe erbohrt worden, wie etwa durch die nur 461 m tiefe
Bohrung in
Bad
Schallerbach/OÖ., die 37,5° heißes Wasser lieferte oder durch die OMV-Bohrung
Oberlaa, die
aus
Tiefen zwischen 350 bis 420 m ein 53° heißes Wasser mit einem Schwefelgehalt
von 58 mg/kg
Wasser
fördert und damit zur wärmsten und stärksten Schwefeltherme Österreichs wurde.
Schwefelquellen
und Solequellen sind häufig auch an
das permische Salinar des Haselgebirges gebunden
(Bad
Goisern, Bad Ischl, Bad Aussee, Dürrnberg bei Hallein, Windischgarsten, Hall in
Tirol
etc.),
ebenso Glaubersalzquellen (Bad Aussee).
Seltene
Typen von Mineralquellen sind die
Jod-(Sole-) Quelle von Bad Hall/Oberösterreich, die
Eisenquellen
von Vellach/Kärnten, Bad Pyrawarth/Niederösterreich, Gams ob Frauental; Kaliquellen
am
Ostrand des Ruster Höhenzuges im Burgenland; radiumwirksame Quellen wie Gastein
(19 Thermen,
48°
C, Gehalt an Radium, Radon, Thorium-Emanation, Uran) und
Steinach-Nößlach/Brenner,
Imst/Tirol,
Steinberg b. Amstetten/NÖ.
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