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Geologie von Österreich .doc

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Natural Science
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Geology
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2007 von Schnecke
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2.0 Kristallin der Böhmischen Masse

Dieses Gebiet umfaßt mit 11% des Bundesgebietes im wesentlichen den Bereich nördlich der Donau

(Mühlviertel, Waldviertel), seine Ausläufer reichen südlich der Donau bis in den Sauwald (im Westen)

und den Dunkelsteiner Wald (im Osten). Die Täler liegen zwischen 450 m und 600 m, die Berge

um 1000 m ü. A. Die Niederschlagshöhen erreichen im Westen durchschnittlich zwischen 700 mm

und 1250 mm/Jahr, im Osten zwischen weniger als 600 und 1000 mm. Das Gebiet der Böhmischen

Masse gehört zu den niederschlagsarmen Zonen Österreichs.

Geologisch besteht das Gebiet überwiegend aus zahlreichen Varianten von Graniten und Gneisen mit

untergeordnet kristallinen Schiefern und Marmorzügen. Da diese Festgesteine überwiegend undurchlässig

sind, beschränkt sich die Grundwasserführung auf die oberflächennahen, aufgelockerten Verwitterungszonen, sowie auf offene Gesteinsklüfte und lockere Mylonitzonen, soferne diese nicht sekundär abgedichtet worden sind. Große Talzüge, die Störungszonen des Untergrundes folgen, sind

durch die tropische (Tertiär-) Verwitterung tiefgründig zersetzt und werden so zu Leitlinien unterirdischer

Entwässerung, die mengenmäßig dem oberirdischen Minimalabfluß gleichkommt.

Tertiäre Beckenbildungen und quartäre Lockersedimente sind flächenmäßig untergeordnet, aber für

die Grundwasserneubildung in dieser ansonsten grundwasserarmen Region von Bedeutung. Die über

50 m mächtigen Sande des Gallneukirchner Beckens, des Freistädter und des Kefermarkter Tertiärs

bilden die Aquifere für die Wasserversorgung der genannten Orte.

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höheren Anteils an kaolinisierten Feldspäten weist das Verwitterungsmaterial nur Durchlässigkeiten

von Sand-Schluff-Gemischen auf. Die daraus resultierenden kleinen Fließraten reichen meist nur für

Einzelversorgungen aus, da die Ergiebigkeit von Brunnen gering ist.

Die Bildung von Kluftgrundwasser ist außer durch die geringen Niederschlags- und Infiltrationswerte

auch dadurch begrenzt, daß die meist offenen Klüfte nur in Tiefen von 20 bis 30 m reichen und teilweise

durch Verwitterungsmaterial nach oben abgedichtet sind, sodaß Kluftgrundwasser allgemein

für die Versorgung ebenfalls nur von lokaler und beschränkter Bedeutung ist.

Ergiebigere Quellvorkommen sind in tektonischen Störungszonen bzw. tektonisierten Quarziten möglich.

Als Beispiele dafür gelten die Quellgebiete von Trautwald und Sulzberg nördlich bzw. nordwestlich

von Aigen im Mühlviertel, die zusammen eine Schüttung von über 30 l/s aufweisen und für die

Fernwasserversorgung Oberes Mühlviertel genützt werden. Relativ größere Quellaustritte finden sich

im Bereich der Marmorzüge des östlichen Waldviertels.

Entsprechend der relativ geringen Löslichkeit der Hauptgesteinsarten und der relativ kleinen Einzugsgebiete

sind die Grundwässer im Kristallin der Böhmischen Masse allgemein nur gering mineralisiert.

Es handelt sich um weiche bis sehr weiche Silikat-Sulfat-Karbonatwässer mit Härten unter 1°

dH bis 2-5° dH und pH unter 7. Dies bewirkt einen relativ hohen Anteil an gelöstem Eisen, wobei

eisenführendes Kristallin (Weinsberger Granit: 2-3% FeO; Perlgneise: 5% FeO) weit verbreitet sind.

 

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Etwa 10% der Fläche Österreichs werden von der Molassezone des Alpenvorlandes eingenommen.

Ihr flachwelliges Hügelland, dessen durchschnittliche Seehöhe von 400 m im Westen auf 200 m im

Osten absinkt, erstreckt sich von Salzach und Inn im Westen bis zur Thaya im Nordosten. Die durchschnittlichen

Jahres-Niederschlagswerte liegen um 600-700 mm im Raum St. Pölten-Weinviertel und

erreichen 1250 mm am Südrand gegen die Flyschzone zu.

Die Gesteine der Molassezone gehören im wesentlichen dem Tertiär an und sind durch einen vielfältigen

Wechsel zwischen primär durchlässigen und undurchlässigen Schichten, in denen häufig sekundäre

Wasserwegigkeit durch Klüftung vorhanden ist, charakterisiert. Als Aquifere kommen vor allem

sandige Basisbildungen wie z.B. Linzer Sande und Melker Sande und die in wasserundurchlässigen

Tonmergeln (Schlier) eingelagerten Sandhorizonte in Betracht, z.B. die Atzbcher, Mehrnbacher und

Treubacher Sande und der "Sandstreifenschlier" in Niederösterreich.

Während die Basissande und die Sande der Innviertler Serie mit Durchlässigkeiten von 10-3 bis 10-5

m/sec gute Aquifere darstellen, liegen die Durchlässigkeitsbeiwerte der in den Tonmergelschichtfolgen

des Schlier eingelagerten Feinsande wesentlich ungünstiger. Dementsprechend unterscheiden sich

auch die Ergiebigkeiten von Versorgungsanlagen, wobei die Größe des jeweiligen Einzugsgebietes,

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Die Kluftwässer, die in den Tonmergelserien (Schlier) der Molassezone sind wegen ihrer geringen

Ergiebigkeit meist nur von lokaler Bedeutung. Sie werden häufig nur aus eng begrenzten Einzugsgebieten

gespeist und eignen sich trotz gelegentlich bis zu 30 m tief angelegten Brunnen lediglich für

die Hausversorgung.

In bestimmten Gebieten der Molassezone treten artesische Wässer in verschiedenen Tiefen auf, z.B.

in der Umgebung von Ried im Innkreis und im Eferdinger Becken. So stammen die artesischen Wässer

der Molkerei Ried i. I. aus 300 m Tiefe, jene von Anetsham aus 480 m Tiefe. Der artesische

Brunnen von Rainbach östlich Schärding liefert über 30 l/sec (bei einer Steighöhe von 15 m über

GOK) in einwandfreier Trinkwasserqualität. Das artesische Wasser von Oberteufenbach (südlich

Schärding) ist wegen seiner hohen Mineralisierung (Speisesoda) für den menschlichen Genuß ungeeignet.

Im allgemeinen handelt es sich bei dem aus den Molasseschichten erschroteten Grundwasser um Karbonatwässer von mittlerer bis sehr großer Härte (8 bis 50° dH), wobei die niedrigen Härten für

Grundwässer aus den quarzreichen Basisschichten typisch sind, während in den Feinsandeinschaltungen

und in den Klüften im Schlier harte bis sehr harte Wässer auftreten.

Eine besondere Rolle für die Grundwasserneubildung spielen die oft flächenhaft verbreiteten fluviatilen

Quartärablagerungen. Während an Moränen wegen der häufigen Einschaltungen von Tonen und

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großen Grundwasservorkommen des Alpenvorlandes, wie Welser Heide und Tullner Feld, aber auch

die Abschnitte der Salzach von Burghausen, der Mattig und des Inn südlich Schärding, der Donau

und des Innbaches im Eferdinger Becken, sowie der Enns nördlich Steyr sind daher an die weiträumigen

Talfüllungen gebunden.

3.1 Welser Heide

Die Welser Heide erstreckt sich zwischen Lambach und Linz/Kleinmünchen auf eine Länge von 35

km bei einer Breite von 5 km. Sie baut sich aus Schottern der Hochterrasse, der Niederterrasse und

der Austufe auf. Die Terrassenschotter weisen einen bedeutenden Anteil an umgelagerten Hausruckschottern mit Quarz- und Kristallinkomponenten auf, während kalkalpines Material einen wesentlich geringeren Teil ausmacht und Flyschkomponenten stark zurücktreten.

Das Grundwasservorkommen der Welser Heide setzt sich aus dem Begleitgrundwasser der Traun und

aus jenen Grundwässern zusammen, die von Gerinnen der angrenzenden Schlierlandschaft im Norden

und aus den Deckenschottern der Traun-Enns-Platte von Süden eingespeist werden.

Die kf-Werte des Schotterkörpers der Welser Heide liegen zwischen 10-1 bis 10-3 m/sec.


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