2.0
Kristallin der Böhmischen Masse
Dieses
Gebiet umfaßt mit 11% des Bundesgebietes im wesentlichen den Bereich nördlich
der Donau
(Mühlviertel,
Waldviertel), seine Ausläufer reichen südlich der Donau bis in den Sauwald (im
Westen)
und
den Dunkelsteiner Wald (im Osten). Die Täler liegen zwischen 450 m und 600 m,
die Berge
um
1000 m ü. A. Die Niederschlagshöhen erreichen im Westen durchschnittlich
zwischen 700 mm
und
1250 mm/Jahr, im Osten zwischen weniger als 600 und 1000 mm. Das Gebiet der
Böhmischen
Masse
gehört zu den niederschlagsarmen Zonen Österreichs.
Geologisch
besteht das Gebiet überwiegend aus zahlreichen Varianten von Graniten und
Gneisen mit
untergeordnet
kristallinen Schiefern und Marmorzügen. Da diese Festgesteine überwiegend
undurchlässig
sind,
beschränkt sich die Grundwasserführung auf die oberflächennahen, aufgelockerten
Verwitterungszonen, sowie auf offene Gesteinsklüfte und lockere Mylonitzonen,
soferne diese nicht sekundär abgedichtet worden sind. Große Talzüge, die
Störungszonen des Untergrundes folgen, sind
durch
die tropische (Tertiär-) Verwitterung tiefgründig zersetzt und werden so zu
Leitlinien unterirdischer
Entwässerung,
die mengenmäßig dem oberirdischen Minimalabfluß gleichkommt.
Tertiäre
Beckenbildungen und quartäre Lockersedimente sind flächenmäßig untergeordnet,
aber für
die
Grundwasserneubildung in dieser ansonsten grundwasserarmen Region von
Bedeutung. Die über
50
m mächtigen Sande des Gallneukirchner Beckens, des Freistädter und des
Kefermarkter Tertiärs
bilden
die Aquifere für die Wasserversorgung der genannten Orte.
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höheren
Anteils an kaolinisierten Feldspäten weist das Verwitterungsmaterial nur
Durchlässigkeiten
von
Sand-Schluff-Gemischen auf. Die daraus resultierenden kleinen Fließraten
reichen meist nur für
Einzelversorgungen
aus, da die Ergiebigkeit von Brunnen gering ist.
Die
Bildung von Kluftgrundwasser ist außer durch die geringen Niederschlags- und
Infiltrationswerte
auch
dadurch begrenzt, daß die meist offenen Klüfte nur in Tiefen von 20 bis 30 m
reichen und teilweise
durch
Verwitterungsmaterial nach oben abgedichtet sind, sodaß Kluftgrundwasser
allgemein
für
die Versorgung ebenfalls nur von lokaler und beschränkter Bedeutung ist.
Ergiebigere
Quellvorkommen sind in tektonischen Störungszonen bzw. tektonisierten Quarziten
möglich.
Als
Beispiele dafür gelten die Quellgebiete von Trautwald und Sulzberg nördlich
bzw. nordwestlich
von
Aigen im Mühlviertel, die zusammen eine Schüttung von über 30 l/s aufweisen und
für die
Fernwasserversorgung
Oberes Mühlviertel genützt werden. Relativ größere Quellaustritte finden sich
im
Bereich der Marmorzüge des östlichen Waldviertels.
Entsprechend
der relativ geringen Löslichkeit der Hauptgesteinsarten und der relativ kleinen
Einzugsgebiete
sind
die Grundwässer im Kristallin der Böhmischen Masse allgemein nur gering
mineralisiert.
Es
handelt sich um weiche bis sehr weiche Silikat-Sulfat-Karbonatwässer mit Härten
unter 1°
dH
bis 2-5° dH und pH unter 7. Dies bewirkt einen relativ hohen Anteil an gelöstem
Eisen, wobei
eisenführendes
Kristallin (Weinsberger Granit: 2-3% FeO; Perlgneise: 5% FeO) weit verbreitet
sind.
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Etwa
10% der Fläche Österreichs werden von der Molassezone des Alpenvorlandes
eingenommen.
Ihr
flachwelliges Hügelland, dessen durchschnittliche Seehöhe von 400 m im Westen
auf 200 m im
Osten
absinkt, erstreckt sich von Salzach und Inn im Westen bis zur Thaya im
Nordosten. Die durchschnittlichen
Jahres-Niederschlagswerte
liegen um 600-700 mm im Raum St. Pölten-Weinviertel und
erreichen
1250 mm am Südrand gegen die Flyschzone zu.
Die
Gesteine der Molassezone gehören im wesentlichen dem Tertiär an und sind durch
einen vielfältigen
Wechsel
zwischen primär durchlässigen und undurchlässigen Schichten, in denen häufig
sekundäre
Wasserwegigkeit
durch Klüftung vorhanden ist, charakterisiert. Als Aquifere kommen vor allem
sandige
Basisbildungen wie z.B. Linzer Sande und Melker Sande und die in
wasserundurchlässigen
Tonmergeln
(Schlier) eingelagerten Sandhorizonte in Betracht, z.B. die Atzbcher,
Mehrnbacher und
Treubacher
Sande und der "Sandstreifenschlier" in Niederösterreich.
Während
die Basissande und die Sande der Innviertler Serie mit Durchlässigkeiten von 10-3 bis 10-5
m/sec
gute Aquifere darstellen, liegen die Durchlässigkeitsbeiwerte der in den
Tonmergelschichtfolgen
des
Schlier eingelagerten Feinsande wesentlich ungünstiger. Dementsprechend
unterscheiden sich
auch
die Ergiebigkeiten von Versorgungsanlagen, wobei die Größe des jeweiligen
Einzugsgebietes,
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Die
Kluftwässer, die in den Tonmergelserien (Schlier) der Molassezone sind wegen
ihrer geringen
Ergiebigkeit
meist nur von lokaler Bedeutung. Sie werden häufig nur aus eng begrenzten
Einzugsgebieten
gespeist
und eignen sich trotz gelegentlich bis zu 30 m tief angelegten Brunnen
lediglich für
die
Hausversorgung.
In
bestimmten Gebieten der Molassezone treten artesische Wässer in verschiedenen
Tiefen auf, z.B.
in
der Umgebung von Ried im Innkreis und im Eferdinger Becken. So stammen die artesischen
Wässer
der
Molkerei Ried i. I. aus 300 m Tiefe, jene von Anetsham aus 480 m Tiefe. Der
artesische
Brunnen
von Rainbach östlich Schärding liefert über 30 l/sec (bei einer Steighöhe von
15 m über
GOK)
in einwandfreier Trinkwasserqualität. Das artesische Wasser von Oberteufenbach
(südlich
Schärding)
ist wegen seiner hohen Mineralisierung (Speisesoda) für den menschlichen Genuß
ungeeignet.
Im
allgemeinen handelt es sich bei dem aus den Molasseschichten erschroteten
Grundwasser um Karbonatwässer von mittlerer bis sehr großer Härte (8 bis 50°
dH), wobei die niedrigen Härten für
Grundwässer
aus den quarzreichen Basisschichten typisch sind, während in den
Feinsandeinschaltungen
und
in den Klüften im Schlier harte bis sehr harte Wässer auftreten.
Eine
besondere Rolle für die Grundwasserneubildung spielen die oft flächenhaft
verbreiteten fluviatilen
Quartärablagerungen.
Während an Moränen wegen der häufigen Einschaltungen von Tonen und
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großen
Grundwasservorkommen des Alpenvorlandes, wie Welser Heide und Tullner Feld,
aber auch
die
Abschnitte der Salzach von Burghausen, der Mattig und des Inn südlich
Schärding, der Donau
und
des Innbaches im Eferdinger Becken, sowie der Enns nördlich Steyr sind daher an
die weiträumigen
Talfüllungen
gebunden.
3.1
Welser Heide
Die
Welser Heide erstreckt sich zwischen Lambach und Linz/Kleinmünchen auf eine
Länge von 35
km
bei einer Breite von 5 km. Sie baut sich aus Schottern der Hochterrasse, der
Niederterrasse und
der
Austufe auf. Die Terrassenschotter weisen einen bedeutenden Anteil an
umgelagerten Hausruckschottern mit Quarz- und Kristallinkomponenten auf,
während kalkalpines Material einen wesentlich geringeren Teil ausmacht und
Flyschkomponenten stark zurücktreten.
Das
Grundwasservorkommen der Welser Heide setzt sich aus dem Begleitgrundwasser der
Traun und
aus
jenen Grundwässern zusammen, die von Gerinnen der angrenzenden
Schlierlandschaft im Norden
und
aus den Deckenschottern der Traun-Enns-Platte von Süden eingespeist werden.
Die
kf-Werte
des Schotterkörpers der Welser Heide liegen zwischen 10-1 bis 10-3 m/sec.
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