Gemäldebeschreibungen: Carl
Spitzweg „Der Sonntagspaziergang“, „Der Kaktusliebhaber“, „Der Bücherwurm, „Der
Blumenfreund“ und „Die heimkehrende Sennerin
Aufgabe III:
Einleitung:
Als einer der
bedeutendsten Künstler der Biedermeierzeit gilt Carl Spitzweg mit seiner
ironischen Darstellung seiner Charakteren. In dieser Aufgabe wird zuerst der
geschichtliche Hintergrund der Epoche der Biedermeierzeiten von 1815 bis 1848
kurz zusammengefasst, weil man den Begriff „ Biedermeier“ in so fern besser
versteht. Im zweiten Teil, werden 5 Gemälde des Künstlers Carl Spitzweg beschrieben
und gedeutet .Diese Bilder sind „Der Sonntagspaziergang“, „Der
Kaktusliebhaber“, „Der Bücherwurm, „Der Blumenfreund“ und „Die heimkehrende
Sennerin“.
Biographie von Carl
Spitzweg:
Franz Carl Spitzweg,am
5. Februar 1808 geboren und am 23. September 1885 in München gestorben. Er
war Maler der Biedermeierzeit, in der Zeitspanne von 1815 (Wiener Kongress)
bis 1848 (Beginn der bürgerlichen Revolution) in den Ländern des Deutschen
Bundes. (Nagel,2008:124-125)
Die Epoche der
Biedermeierzeit zwischen 1815 bis 1848
Der kulturelle Ausdruck
„Biedermeier“ entstand erst nach dem Wiener Kongress (Parry,2008:117).
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in zwei verschiedene Tendenzen: „Eine weitgehend unpolitische Richtung, die im
stillen zurückgezogenen Leben das Ideal sah „Biedermeier“ und eine politisch
radikale Richtung, die unter dem Begriff „Vormärz“ zusammengefasst
werden kann.“
Die ”Restauration” war ein politischer Begriff ,der
für das Erhalten des alten Regimes zuständig war und somit das Erhalten eines
deutschen Königreiches, mit der leitenden Bourgeoisie.(Parry2008:121)
Die Karlsbader Beschlüsse , wurden als Staatsschutz
1818 festgelegt, worin die liberale Bewegung der studentischen
Burschenschaften, die Pressefreiheit , Turnverbot und Überwachung der
Universitäten durchgeführt wurden von den Ministerialkonferenzen des
preußischen Königreiches.(Parry,2008:116)
Zur Biedermeierzeit bekam die preußische Monarchie
Angst vor den revolutionären Gedanken der demokratisch inspirierten Studenten des
Schriftsteller-und Künstlermilieus.( C.Parry :s.116) Der monarchistische Metternich
Staat, sah die liberalen und nationalen Ideen als Volksverhetzung und die
Träger dieser Ideen wurden verfolgt oder inhaftiert.(Parry,2008:116)
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Erst mit der Märzrevolution 1848, wurden die
Karlsbader Beschlüsse vom Deutschen Bundestag am 2. April 1848 wieder
abgeschafft. Das Scheitern der bürgerlichen Märzrevolution war zum Teil darauf
zurückzuführen , dass die Bürgerlichen Angst hatten , ihren Eigentümern zu
verlieren ,durch die arme soziale Lage und sie gingen im Bündnis mit der bestehenden
Herrschaftsordnung.(Parry,2008:121)
Die erste Eisenbahn- Strecke ,die in 1835 zwischen
Nürnberg –Fürth gebaut wurde , beeinflusste den Lebensstil der Mittelklasse.
Die zunehmende Mittelklasse konnte sich bei den verschiedenen Wagenklassen im
Zug, oder bei den Theaterplätzen sozialen Klassen unterordnen. Eine neue gesellschaftliche
Schicht war im Anmarsch, Geld und Besitz wurde gerne hervor gezeigt, durch
Kleidung und schönes Service-Gedeck beim Kaffe-Klatsch(Parry,2008:117). Der
Stereotyp der Biedermeier Epoche war geschaffen. Man erkannte ihn, durch sein
spießbürgerliches benehmen, die schöne Kleidung und seine perfekte Familie in
harmonischer Idylle umgeben.
1. ”Der Sonntagsspaziergang ” von Spitzweg
Der Ursprung des Spaziergangs ist das „Lust wandeln“ in Gärten und Barockparks, um Kontakte zu
knüpfen.
In seinem Werk
schildert Spitzweg das Kleinbürgermilieu. Wie ein Gänsemarsch
spaziert die Familie durchs Kornfeld.
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Das heißt, es ist ein Bild mit ironischer Idylle, eigentlich ist das Bild mehr
als ein Spott zu verstehen. Spitzweg stellte oft den Bürgerlichen dar als etwas
kleingeistig und Naiv.(Nagel,2009:15).
Das paradiesische, das uns oft bei Spitzweg
bezaubert ist selten frei von den Ingredienzen, Resignation und Ironie. Ab 1855
erschien eine satirische Zeitschrift “Fliegende Blätter“, für die auch Spitzweg
eine Zeit lang tätig war. Es gab damals ein Gedicht von einem fiktiven Gottlieb
Biedermeier. Sie nahmen ihn auf die Schippe und stellten ihn dar als
kleingeistig mit einer naiven Denkart. Das Gedicht lautet:
„Schau, dort spaziert Herr
Biedermeier
Und seine Frau, den Sohn am Arm.
Sein tritt ist sachte wie auf
Eier,
sein Wahlspruch weder kalt noch
warm.“ (Nagel,2009:s.16)
In diesem Gedicht versteht man,
dass Herr Biedermeier keine Meinung zu der Politik hat. Zu der Biedermeier–Zeit
gaben es Zensurmaßnahmen zur Lähmung der politischen Opposition wegen den
Karlsbader Beschlüssen in 1819. Einige Bürgerlichen kümmerten sich deshalb
nicht um politische Angelegenheiten, sondern lebten ein idyllisches,
zurückgezogenes Familienleben. Das Leben der Bürgerlichen war kulturell
tonangebend in Europa nach 1800, jedoch besaßen sie politisch keinen Einfluss. (Nagel,2009:16)
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2.Liebhabereien ”Der Kaktusliebhaber”
Spitzweg hat gerne
Menschen mit ihren Liebhabereien gemalt. In diesem Bild befindet sich ein
Sonderling, schon von seiner Gestik und Kleidung sieht er seltsam aus. Ein
gebeugter Herr aus der Mittelklasse, einen grünen Mantel tragend, betrachtet
er seinen krummen Kaktus, der eine Blüte hervorgebracht hat. Gebeugt stehen sie
einander gegenüber wie kuriose Verwandte. Auf dem Fensterbrett stehen noch
fünf weitere Kakteen.
Dieser bizarre Herr
trägt auf seiner knolligen Nase eine Brille balancierend. Es ist anzunehmen,
dass der Herr eine Art Kontor Arbeit macht, denn im ganzen Zimmer liegen zugeschnürte
Blätter gestapelt aufeinander. Der Kahlköpfig Kerl und sein in stiller Andacht
betrachteter Kaktus , ist zwar eine alltägliche Beschäftigung ,die aber stark
im Mittelpunkt steht, und deshalb den Mann zum Sonderling macht. Der Höhepunkt
des Kaktus Züchters beschränkt sich auf das Blüten seiner Kakteen und deshalb
wirkt er einsam, er widmet nur seinen Pflanzen Zuneigung.
Lange musste er wohl
auf die Kaktus Blüte warten und ist jetzt glücklich darüber. Spitzweg entwirft
im „Kaktusfreund“ einen lieblichen Ort, jedoch sehr isoliert von der außen
Welt.
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