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Gedichtvergleich: Der Liebende (von Hermann Hesse) und Früher (von Dagmar Nick) .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
German
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Interpretation
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Grimmelshaußen-Gymnasium Offenburg
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2011
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Gedichtvergleich: Der Liebende (von Hermann Hesse) und Früher (von Dagmar Nick)


Das Gedicht „Der Liebende“ von Hermann Hesse erschien 1921 und handelt von einem Liebespaar, welches Erfahrungen intimster Liebe gemacht hat.

Im Folgenden werde ich nun das Gedicht genauer analysieren um es abschließend mit einem anderen Gedicht zu vergleichen.

Das Gedicht besteht aus einer einzigen Strophe mit 18 Zeilen, lässt sich jedoch, trotz fehlender äußerer Form in 4 Sinnabschnitte einteilen.

Der erste Abschnitt geht von Zeile 1 bis 4 und schildert die Situation des lyrischen Ichs in der 3. Person Singular.

Der zweite Abschnitt (Zeile 5-10), findet ein Wechsel in die 1.Person Singular statt, es wird klar, dass der Liebende (männlich) das lyrische Ich ist.

Im dritten Sinnabschnitt (Zeile 11-16) befindet sich das lyrische Ich in einem Gefühlsrausch, in den letzten 2 Zeilen des Gedichts (Abschnitt 4, Zeile 17/18) werden nun die Folgen dieser Liebe benannt.

Die Überschrift, „Der Liebende“ weckt im Leser Assoziationen, dass das Gedicht um einen Mann handelt, welcher eine Frau liebt, unklar aber ist, ob die Geliebte auch ihn liebt und die Liebe somit auf Gegenseitigkeit beruht.

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Seine Sinne und sein Verstand sind noch völlig vernebelt von dieser Liebe, ein Symbol hierfür ist die „blaue Nebelluft“ (Zeile 5). Des Weiteren merkt man dies an der Aufzählung in Zeile 3 und der Onomatopoesie, welche in der nächsten Zeile wiederholt wird („O Mitternacht“, Zeile 3 und „O Mond“, Zeile 4).

Im zweiten Sinnabschnitt wechselt das lyrische Ich in die 1. Person Singular und verdeutlicht somit, dass der Liebende, der in Abschnitt 1 beschrieben wurde, das lyrische Ich selbst ist. In diesem Abschnitt findet man Anspielungen und Andeutungen, welche daraufhin weißen, dass sie miteinander intim gewesen waren, da er sagt: „in dich, Geliebte..“ (Zeile 5), „tief“ (Z. 6) sowie „verspritzt“ (Z.7).

Entsprechend dem Sexualakt würde dies bedeuten, dass er „tief“ (Z.6) in sie eindringt (vlg. Z.5) und dort sein Samengut hinterlässt (vlg. Z. 7). Neben dieser sexuellen Anspielung vergleicht der Liebende in Zeile 6 und 7 seine Liebe mit der Natur, so ist diese stürmisch und wild wie das Meer in der „Brandung“ (Z. 7) und gleichzeitig ruhig, besinnlich und schön wie der „Schaum“ (Z.7), den die Gischt schlägt.

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Die Repetitio in Zeile 9/10 „bei dir“ verdeutlicht seine Sehnsucht nach ihr.

Im dritten Abschnitt nimmt der Liebende seine Umwelt kaum mehr wahr. Er spricht die Gestirne an, doch sagt, er sehe sie nicht, da er nur das Gesicht seiner Liebsten vor Augen hat (vgl. Z. 11/12). Dass dieses Bild nur in seinem Kopf zu sehen ist und sie momentan gar nicht bei ihm ist macht er dadurch deutlich, dass er ihr Gesicht „nur in Blumenblässe“ sieht (vlg.

Z. 12). Das lyrische Ich befindet sich in einem Gefühlsrausch, weshalb es nicht weiß ob es glücklich oder traurig sein soll, seine Gemütslage ist konfus (vgl. Z. 13/14). Das wirre Reimschema, welches durcheinander geraten scheint, stützt die Annahme, dass das lyrische Ich sich in einem Gefühlsrausch befindet.

Der Liebende spricht seine geliebte zweimal an (vlg. Z. 15, „nur du, nur ich und du..“), dadurch macht er deutlich, wie wichtig sie für ihn ist. In Zeile 16 versucht er abermals ein Maß für seine Liebe zu ihr zu finden, so ist diese „tief“, stürmisch und ruhig wie das „Meer“ aber auch unendlich wie das „All“.

Im vierten Sinnabschnitt folgt nun das Fazit, welches das lyrische Ich zieht, so ist dieses der Ansicht, dass sie in dieser Liebe verloren sind, sie ertrinken gewissermaßen darin um völlig miteinander vereint zu sein, nicht nur körperlich sondern sowohl seelisch als auch geistig, um daraus als neue Individuen hervorzugehen. Sie erfahren eine Weiterentwicklung auf Grund der Erfahrungen dieser Liebe.

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Entsprechend dem Titel und auch dem Alter der Autorin, handelt das Gedicht von einer früheren Liebe. Auf Grund der Jahreszahlen, besteht eine Assoziation und Verbindung mit Ereignissen mit historischem Kontext, sprich dem Thema Liebe während des zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit.

Im Vergleich zu dem Gedicht „der Liebende“ fällt auf, dass auch dieses Gedicht nur aus einer einzigen Strophe besteht mit ebenso vielen Zeilen, 18 Stück an der Zahl, mit dem Unterschied aber, dass dieses sich nicht in Sinnabschnitte teilen lässt.

Beide Gedichte erzählen von der Liebe und deren subjektiven Eindrücke dessen, im ersten Gedicht ist diese Liebe sehr Zeitnah im zweiten Gedicht („Früher“) liegt diese etwas länger zurück. Man könnte sagen, die Liebe, die in Gedicht eins erlebt und beschrieben wird, ist die, auf welche im zweiten Gedicht zurück geblickt wird.

Während der Liebende in Gedicht eins alles um sich herum vergisst, sind dem Liebespaar aus Gedicht zwei die äußeren Umstände wohl bewusst, doch brauchen sie nichts weiter als ihre Zuneigung zueinander um glücklich zu sein, sie lieben sich trotz erschwerter äußerer Umstände. Die „Albatrosse“ (Z. 11) stehen für die Größe und Stärke der Liebe und auch der Frühling und die Leuchtkäfer stehen für das Glück welches sie miteinander haben.

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Das Gedicht „Früher“ enthält ebenfalls Anspielungen auf körperliche Intimität des Liebespaares, so zum Beispiel in Zeile 12/13 („phosphoriszierten“..“Hinterleibern“).

Dadurch, dass das Gedicht mit „Früher liebten wir uns“ beginnt und endet, wird das Gedicht in einen Rahmen gefasst, dieser fehlt in „Der Liebende“.

Abschließend kann man sagen, dass, trotz unterschiedlicher Entstehungszeiten, die Gedichte einige Gemeinsamkeiten aufweisen und nicht, wie vielleicht erwartet, viele Unterschiede.





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