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Gebirgs und Hochgebirgsklima .doc

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Environmental Science
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Geo Sciences
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2006
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1. EINLEITUNG

1.1. DEFINITION UND ABGRENZUNG DES BEGRIFFES "HOCHGEBIRGE"

1975: * dt. Geographentag Innsbruck

* 1 Generalthema: vergleichende Geographie des Hochgebirges

* Carl Rathjens: "volle Übereinstimmung was ein Hochgebirge sein, besteht in der Geographie sicher noch nicht"

* Carl Troll (1941, 1966)

Rathjens (1975):

Hochgebirge sind Gebirge, deren Natur durch 3 Kriterien bestimmt wird:

1. glacialer Formenschatz der kaltzeitlichen Vergletscherung

2. aufragen in die rezente Solifluktionsstufe

3. aufragen über die Wald- und Baumgrenze

Somit ist eine Begrenzung durch eine bestimmte Seehöhe nicht möglich. Die Abgrenzung recht von 0 m (Arktis, Antarktis) bis 5000 m. Definition und Abgrenzung erfolgt klimatisch, klima-morphologisch und klima-ökologisch.

1.2. BEDEUTUNG DER HOCHGEBIRGSKLIMATOLOGIE

Hochgebirge bei den Naturvölkern mit Angst und Respekt betrachtet (Sitz von bösen Geistern und Göttern) wurde grundsätzlich gemieden und war nicht Ziel von Reisebewegungen.

Die Beschäftigung mit dem Hochgebirge nimmt in Europa (Alpen!) ihren Ausgang. Das zunehmende Verständnis für den Gebirgsraum ist auch an Hand der Methode der Geländedarstellung in der Geschichte der Kartographie abzulesen: sie führt vereinfacht von einer Aufriß, über eine Schrägriß- zu einer Grundrißdarstellung.

Die Beschäftigung mit dem Hochgebirge erfolgte in mehreren Schritten je nach Motivation.

1. seit der Steinzeit (Ötzi!) Almwirtschaft und Sämerei

2. Bergbau (Gold): Höhepunkt im 16. Jhd bis 2700 m

3. Bergsteiger und Kletterer (im 19. Jhd)

4. Wissenschaft (Sonnblick 1886, Zugspitze 1912)

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6. Kraftwerksbau: Speicherraum muß angelegt werden (Sommer -> wasserreich; Winter -> wasserarm)

7. Massentourismus (z.B.: Großglocknerhochalpenstraße, Sommerschilauf)

Aktivitäten im Hochgebirge:

1. Bergbau und Jäger

2. Bergsteiger und Kletterer

3. Wissenschaftler

4. Kraftwerksbauer

5. Gebirgssoldaten

6. Bergleute

7. Touristen

8. Telekommunikation

Daraus abzuleiten ist die Bedeutung des Hochgebirgsklimas:

1. bioklimatisch: * Wirkung auf den Menschen, auch Zweig der Höhenmedizin

2. technische Bedeutung: * Einfluß des Höhenklimas auf Werkstoffe bzw. Bautechnik

3. wirtschaftliche Bedeutung: * Kraftwerksbau (verfügbare Wassermenge) * Massentourismus (ökonomische Möglichkeiten => Risikopotential) * Almwirtschaft und Wiederaufforstung

4. rein medizinisch: * Höhenkurorte, Höhentherapie

5. militärisch

6. Flugwesen: * heute nicht mehr; die ersten Erkenntnisse über Höhenklima stammen nicht von Ballons oder Flugzeugen, sondern von Observatorien (Sonnblick1886)

Auswirkungen des Hochgebirges reichen klimatisch direkt und indirekt noch weit ins Vorland hinaus (z.B.: Mur in Graz ist ein allochtoner Fluß).

1.3. LITERATUR

siehe Blatt 2, 3, 4, 5

 

2. DIE KLIMATOLOGISCHEN ELEMENTE; IHRE WIRKUNGEN UND BEDEUTUNG

 

2.1. ZUORDNUNG DES HOCHGEBIRGES ZU BEKANNTEN KLIMATYPEN

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·      Köppen (1923, 1936): ein eigenes Hochgebirgsklima wird nicht definiert

E: alle Monate unter 10° (ca. 2000 m Ostalpen)

EF: alle Monate unter 0° (ca. 3400 m Ostalpen)

·      Thornthwaite: ähnliche Einteilung wie Köppen

·      Wissmann

·      N. Crenzburg: unterscheidet das Klima mittlerer Hochländer (1200 - 3000 m), Hochgebirgsklimate (> 2000 m) und extreme Hochländer (> 3000 m); weitere Unterscheidung in trocken - feucht => 6 Typen von Höhenklimaten

·      C. Troll (1948, 1949, 1955, 1956, 1963): anfangs 26 Typen, später 38 für die ganze Erde; die Gebirge wurden schwarz dargestellt! (von Troll und Paffen, weil das Hochgebirgsklima überall anders ist)

2.2. LUFTDRUCK

2.2.1. Abnahme des Luftdrucks mit zunehmender Seehöhe

Der Luftdruck ist die Kraft, die die Luft pro Flächeneinheit ausübt. Er ist abhängig von der Luftmenge oberhalb des in Frage kommenden Niveaus und von der Anziehungskraft der Erde (Schwerebeschleunigung).

Der Luftdruck nimmt nach oben ab, da mit zunehmender Höhe immer weniger Luft oberhalb verbleibt.

Da die Luft (im Gegensatz zu Flüssigkeiten) ein komprimierbares Gas ist, nimmt auch die Luftdichte (= spezifisches Gewicht) nach oben ab.

Aus diesem Grund erfolgt die vertikale Luftdruckabnahme verzögert (exponentiell) und nähert sich dem Wert 0 asymptotisch.

 

 

 

 

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Außerdem ist das Maß der vertikalen Druckabnahme termperaturabhängig, woraus sich das aerologische Grundgesetz ergibt.

In warmer (ausgedehnter) Luft erfolgt die Luftdruckabnahme nach oben (Zunahme nach unten) langsamer als in kalter (komprimierter) Luft.

Der zahlenmäßige Ausdruck für die vertikale Änderung des Luftdrucks ist die Barometrische Höhenstufe: sie gibt an, bei welchem Höhenunterschied eine bestimmte Luftdruckabnahme erfolgt (ganz im Gegensatz zur Temperatur, bei welcher die Änderung für eine vorgegebene Höhenänderung erfragt wird).

Nach dem aerologischem Grundgesetz ist die Barometrische Höhenstufe in warmer Luft größer als in kalter. Sowohl in warmer als auch in kalter Luft nimmt die Barometrische Höhenstufe wegen der abnehmenden Luftdichte zu.

Maßeinheiten

Die Maßeinheit des Luftdrucks ist Hektopascal (hPa).

1 Pa = 1 Nm-2

1 N = Einheit für Kraft

1 N = Kraft mit der Beschleunigung 1kg * m * sec-2

1 N = 1000g * 100cm * sec-2

1 N = 100.000 dyn

1 N = 105 dyn

1 Pa = 1 N * m-2 => 100 Pa => 1 hPa = 100 N * m-2

Das alte Druckmaß ist mmHg (Torr).

Umrechnung:

hPa = mm * 4/3

mm = hPa * 0,75

Normalluftdruck auf Meereshöhe: 1013,2 hPa (= 760 mm) (siehe Teletext S 619)

 

Die Abnahme des Luftdrucks nach oben ist nur von der Temperatur abhängig, nicht aber von topographischen Faktoren!

Daher kann sie in eine mathematische Form gebracht werden: Barometrische Höhenformel. Sie beachtet folgende Faktoren:

1. Schwerkraft (Erdbeschleunigung)

2. Luftdichte

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4. Ausdehnungskoeffizient

Sie dient zur Berechnung von:

1. Höhenunterschied bei bekanntem Druck oben und unten und einer bekannten Höhe und der Temperatur

barometrische Höhenmessung

2. zur Berechnung des Druckes unten bei bekanntem Druck oben, bekanntem Höhenunterschied und bekannter Temperatur

Reduktion des Luftdrucks auf Meeresniveau

3. zur Berechnung des Druckes oben und bei bekanntem Druck unten, der Temperatur und bekanntem Höhenunterschied

p0 = Druck unten

p1 = Druck oben

Dh = Höhenunterschied

t = mittlere Temperatur des gesamten Höhenbereiches

siehe Blatt 5a

Beispiel:

Zusammenfassung der wichtigsten Tatsachen

Bei Normaltemperaturen (10° unten; Abnahme 0,5 k/hm) herrschen

in 3200 - 3300 m 2/3 des Luftdruckes

in 5400 - 5500 m 1/2 des Luftdruckes

in ca. 8400 m 1/3 des Luftdruckes

Bei großer Kälte (-20° unten) herrschen

in ca. 2900 m 2/3 des Luftdruckes

in 4800 - 4900 m 1/2 des Luftdruckes

in ca. 7500 m 1/3 des Luftdruckes

Bei großer Wärme (30° unten) herrschen

in ca. 3500 m 2/3 des Luftdruckes

in 5800 - 5850 m 1/2 des Luftdruckes

in ca. 9000 m 1/3 des Luftdruckes

Trotz der starken Temperaturabhängigkeit ist die höhenbedingte Abnahme des Luftdruckes konsequenter und entscheidender als die temperaturbedingten Schwankungen in gleicher Höhe.

 

Differenz in hPa in verschiedenen Höhen

 

1000 m

-25°/+25°

21,8 hPa

2000 m

-30°/+20°

37,7 hPa

3000 m

-35°/+15°

50,0 hPa

4000 m

-40°/+10°

59,3 hPa

5000 m

-45°/+5°

65,7 hPa

8000 m

-60°/-10°

72,9 hPa

9000 m

-65°/-15°

72,4 hPa

 


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