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Kinderarmut in Deutschland Inhaltsverzeichnis­ Einleitung........­..2 Theoretische und konzeptionelle Grundlagen – zum Armutsbegriff..3 Armutsentwicklung und Armutsverteilung in Deutschl
Ethik und Soziale Arbeit Konflikt zwischen Politik und Moral Machiavelli 1469 – 1527 - Renaissance - Wiedergeburt - M. ließt die alten römischen Schriften àThese: Politik und Moral passen nicht zu
Seit den 80er Jahren wurde Kinderarmut nicht als
eigenständige Problematik erforscht. Kinder wurden im Zusammenhang mit Armut am
ehesten als Ursache für Familienarmut, als Angehörige von einkommensarmen und
sozial benachteiligten Haushalten gesehen. Ihre eigene Rolle als von Armut
betroffene wurde jedoch nicht beleuchtet.
Im Laufe der 90erJahre kam es zu einem Wandel, im Laufe
dessen zunächst die wachsende Armutsproblematik stärker zur Kenntnis genommen
wurde. Das Interesse an Armuts- und Kindheitsforschung wuchs dementsprechend.
Seit Ende der 90er Jahre zeichnet sich ein Perspektivwechsel ab, infolgedessen
Kinder als eigenständige Subjekte wahrgenommen werden.
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Inzwischen haben sich ein differenziertes mehrdimensionales
Konzept zur Erfassung von Wirkung und Bewältigung von Armut bei Kindern und ein
kindgerechter Armutsbegriff herausgebildet. Dabei werden zwei
Forschungsperspektiven hervorgehoben:
·„Erforschung von Umfang, Ursachen und Folgen von Armut bereits ab
dem frühen Kindesalter.“ (Zander S.88)
·„Erforschung der Armutsbewältigung durch die Kinder, wiederum ab
dem Vor- und Grundschulalter.“ (Zander S. 89)
Von großem Interesse ist inzwischen die Erforschung
kindspezifischer Ressourcen trotz Armut.
Ebenso wichtig sind kindbezogene Präventionsprogramme, deren
Entwicklung ein großes Thema ist.
„Armut wird zunächst als relative Einkommensarmut
definiert.“ (Zander S.90) 2003 hatten etwa 15% der Haushalte mit Kindern unter
16 Jahren ein Armutsrisiko. Von relativer Armut waren 2005 1,5 Mio. Kinder und
Jugendliche betroffen- mehr als jedes zehnte Kind unter 18 Jahren.
Man kann Armutsbetroffenheit und Risiken auch hinsichtlich
der Zahl der Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen, festmachen.
„Rund 1,1 Mio. Minderjährige erhielten Ende 2003 Sozialhilfe. Mit einer Quote
von 7,2% wiesen sie im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (3,4%) einen mehr als
doppelt so hohen Hilfebedarf auf.“ (Zander S.91)
Ausgehend von verschiedenen Datenauswertungen können
folgende Erkenntnisse dargelegt werden:
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·Es gibt Risiken, die das Armutsrisiko erheblich erhöhen, z.B.
(Langzeit-) Arbeitslosigkeit, Niedrigeinkommen, Alleinerziehen und
Migrationshintergrund.
Tabelle 1: Armutsquote relativer Einkommensarmut nach
sozio- demographischen Merkmalen (ZUMA 2005 in Zander, S.92)
·Auch Gruppen in der Mitte der Gesellschaft haben ein zunehmend
höheres Armutsrisiko.
·Armut und Armutsrisiko sind bei Kindern sehr viel häufiger
anzutreffen als bei Erwachsenen. Kinder sind aber nicht auch selbstverständlich
selbst ein Armutsrisiko.
Wenn wir die Lebenslage von jüngeren Kindern im Zusammenhang
mit Armut und der konkreten kindlichen Lebenslage betrachten, sind zwei Gründe
von großer Bedeutung, „zum einen, weil frühzeitig erkannte Einschränkungen mit
geringerem Aufwand aufgefangen werden können; zum anderen, weil die in diesem
Alter kaum vorhandenen (Problem-) Bewältigungsmöglichkeiten nicht nur den
Eltern, sondern auch der Gesellschaft einen hohe Verantwortung für die
Förderung der kindlichen Entwicklung aufgeben.“ (Zander S.100) Durch
Untersuchungen wurde gezeigt, dass arme Kinder an allen vier untersuchten
Lebenslage- Dimensionen schlechter abgeschnitten haben.
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Zur materiellen Grundversorgung:
40,0% der armen Kinder gegenüber 15% der nicht armen Kinder
wiesen Mängel auf. Häufig kamen die armen Kinder hungrig in die Einrichtung
(Kita) oder es fehlte ihnen an Körperpflege.
Zum kultureller Bereich:
Im Hinblick auf das Spiel- und Sprachverhalten waren mehr
als die Hälfte der armen Kinder auffällig. Durch ihre „Auffälligkeiten“ haben
sie geringere Chancen für einen normalen Übertritt in die Regelschule.
Zum sozialen Bereich:
Kinder zogen sich häufig zurück und nahmen wenig Kontakt zu
anderen Kinder der Kita auf. Ebenso nahmen sie selten am Gruppengeschehen teil
und äußerten kaum ihre Wünsche.
Zur gesundheitlichen Lage:
Arme Kinder wiesen deutlich mehr Einschränkungen bzw.
Auffälligkeiten auf als die nicht-armen Kinder, hatten häufiger gesundheitliche
Probleme bzw. waren in ihren körperlichen Entwicklungen zurückgeblieben.
Familiäre Armut führt im Vorschulalter nicht zwangsläufig zu
Beeinträchtigungen oder Auffälligkeiten:
Tab. 3:
Kindspezifische Lebenslagen von Vorschulkindern (1999, in %) (Hock/ Holz/
Wüstendorfer 2000 in Zander, S.102)
23,6% der armen Kinder leben in Wohlergehen und sind in
kleinen zentralen Lebensbereichen eingeschränkt. „Demgegenüber weisen dreimal
so viel arme wie nicht- arme Kinder multiple Deprivationserscheinungen auf
(36,1% ys. 13,7%). (S. 102)
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Es gibt
allerdings noch viele Fragen hinsichtlich des Zusammenwirkens der einzelnen Risiko-
wie Schutzfaktoren. Für Vorschulkinder können folgende Risikofaktoren
angenommen werden:
Tab.4: Quelle: „Armut im
Vorschulalter 1999“.( Holz 2004 in Zander S.104)
Die Schutzfaktoren, die im frühen Kindesalter sichtbar
werden, aber erst im Grundschulalter deutliche Ausprägung zeigen werden in der
Tabelle 5 deutlich gemacht. Das elterliche Bewältigungshandeln trägt vor allem
große Bedeutung. „ Gerade bei armen Familien besteht ein Zusammenhang zwischen
dem elterlichen Gefühl von weitgehender Kontrolle- finanziell, sozial
emotional- über ihr Leben und ihrer Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen.
Für
alle Familien gilt: Je besser den Eltern die Gestaltung des sozialen Netzwerks
und die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen gelingt, desto stärker tritt
ein Entlastungsgefühl ein.“ (Zander S. 104)
Tab. 5:Schutzfaktoren für Kinder im frühen und mittleren
Kindesalter (Holz, Puhlmann 2005 in Zander S.105)
Kinder nehmen sehr früh Armut war und entwickeln ein eigenes
Bewältigungsverhalten. Um Entwicklungsprozesse und (Selbst-) Kompetenz zu
schaffen sollen Zutrauen, Selbstbewusstsein und offensive von Erwachsenen
gefördert werden. Fehlen innerhalb der Familie die elterlichen Kompetenzen bzw.
Potenziale, um den eigenen Kindern ein Aufwachsen im Wohlergehen zu
ermöglichen, sollten Ergänzungen von außerfamiliären Förderungen eingeschalten
werden.