Title, Topic

Frühe Armut und ihre Folgen .doc

®
Page 1 of 2
[1] [2]
Faculty
Social Science
Discipline
Social Pedagogy
Document category
Paper
University, School
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg - PH
Additional information
2008
Responsible User
This text has been add by user atha2223 on 2010-10-08. Disclaimer
Popularity
388  visits
Document length
~1.829  Words
~12.218  Chars
Rating
Networking




















More documents
Social Pedagogy

Suizidalität bei Jugendlichen
Suizidalität Einleitung Suizidalität ist immer noch ein Thema der Gesellschaft das eher totgeschwiegen, als öffentlich diskutiert wird. Es stellt immer noch ein großes Tabuthema dar, besonders we


Kinderarmut in Deutschland
Kinderarmut in Deutschland Inhaltsverzeichnis­ Einleitung........­..2 Theoretische und konzeptionelle Grundlagen – zum Armutsbegriff..3 Armutsentwicklung und Armutsverteilung in Deutschl


Die Organisation Tischlein deck dich
Tischlein deckt dich Lebensmittel für Bedürftige Name: Michaela Breuß Fach: Religion Lehrer: Platzer-Trunk Angelika Ort, Datum: Röthis, am 6.4.2010 Inhaltsverzeichnis­ 1. Allgemein 2. I


Ethik und Soziale Arbeit
Ethik und Soziale Arbeit Konflikt zwischen Politik und Moral Machiavelli 1469 – 1527 - Renaissance - Wiedergeburt - M. ließt die alten römischen Schriften àThese: Politik und Moral passen nicht zu

BA Frühkindliche Bildung und Erziehung

„Frühe Armutserfahrungen und ihre Folgen-

Kinderarmut im Vorschulalter“

Inhalt

1 Armut bei Kindern im Fokus von Wissenschaft, Politik und Praxis. 2

2 Armutsbetroffenheit und Armutsrisiko. 2

3 Armut im frühen Kindesalter- Zwischen Wohlergehen und Multipler Deprivation.. 3

4 Risiko- und Schutzfaktoren- Ressourcen und Bewältigungshandeln.. 5

5 Konsequenzen der Armut für Kinder und Jugendliche. 7

6 Quellen: 9


1 Armut bei Kindern im Fokus von Wissenschaft, Politik und Praxis

Seit den 80er Jahren wurde Kinderarmut nicht als eigenständige Problematik erforscht. Kinder wurden im Zusammenhang mit Armut am ehesten als Ursache für Familienarmut, als Angehörige von einkommensarmen und sozial benachteiligten Haushalten gesehen. Ihre eigene Rolle als von Armut betroffene wurde jedoch nicht beleuchtet.

Im Laufe der 90erJahre kam es zu einem Wandel, im Laufe dessen zunächst die wachsende Armutsproblematik stärker zur Kenntnis genommen wurde. Das Interesse an Armuts- und Kindheitsforschung wuchs dementsprechend. Seit Ende der 90er Jahre zeichnet sich ein Perspektivwechsel ab, infolgedessen Kinder als eigenständige Subjekte wahrgenommen werden.

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Frühe Armut und ihre Folgen.doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

Inzwischen haben sich ein differenziertes mehrdimensionales Konzept zur Erfassung von Wirkung und Bewältigung von Armut bei Kindern und ein kindgerechter Armutsbegriff herausgebildet. Dabei werden zwei Forschungsperspektiven hervorgehoben:

·        „Erforschung von Umfang, Ursachen und Folgen von Armut bereits ab dem frühen Kindesalter.“ (Zander S.88)

·        „Erforschung der Armutsbewältigung durch die Kinder, wiederum ab dem Vor- und Grundschulalter.“ (Zander S. 89)

Von großem Interesse ist inzwischen die Erforschung kindspezifischer Ressourcen trotz Armut.

Ebenso wichtig sind kindbezogene Präventionsprogramme, deren Entwicklung ein großes Thema ist.

2 Armutsbetroffenheit und Armutsrisiko

„Armut wird zunächst als relative Einkommensarmut definiert.“ (Zander S.90) 2003 hatten etwa 15% der Haushalte mit Kindern unter 16 Jahren ein Armutsrisiko. Von relativer Armut waren 2005 1,5 Mio. Kinder und Jugendliche betroffen- mehr als jedes zehnte Kind unter 18 Jahren.

Man kann Armutsbetroffenheit und Risiken auch hinsichtlich der Zahl der Personen, die Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen, festmachen. „Rund 1,1 Mio. Minderjährige erhielten Ende 2003 Sozialhilfe. Mit einer Quote von 7,2% wiesen sie im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (3,4%) einen mehr als doppelt so hohen Hilfebedarf auf.“ (Zander S.91)

Ausgehend von verschiedenen Datenauswertungen können folgende Erkenntnisse dargelegt werden:

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Frühe Armut und ihre Folgen.doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

·        Es gibt Risiken, die das Armutsrisiko erheblich erhöhen, z.B. (Langzeit-) Arbeitslosigkeit, Niedrigeinkommen, Alleinerziehen und Migrationshintergrund.

 

2000

2001

2002

2003

Alter

Unter 18 Jahre

14,9

15,9

16,2

18,8

18 bis 64 Jahre

11,5

11,3

11,9

13,8

Über 64 Jahre

10,3

8,9

11,9

9,6

Haushaltsformen

Ein- Personen- Haushalt

17,3

16,2

17,9

17,3

Ehepaare ohne Kinder

6,6

5,7

7,2

7,6

Allein Erziehende

28,6

32,9

30,6

31,6

Paare mit Kindern

10,3

9,7

11,2

13,0

Ausländischer Haushaltsvorstand

27,2

26,8

24,1

28,2

Tabelle 1: Armutsquote relativer Einkommensarmut nach sozio- demographischen Merkmalen (ZUMA 2005 in Zander, S.92)

·        Auch Gruppen in der Mitte der Gesellschaft haben ein zunehmend höheres Armutsrisiko.

·        Armut und Armutsrisiko sind bei Kindern sehr viel häufiger anzutreffen als bei Erwachsenen. Kinder sind aber nicht auch selbstverständlich selbst ein Armutsrisiko.

3 Armut im frühen Kindesalter- Zwischen Wohlergehen und Multipler Deprivation

Wenn wir die Lebenslage von jüngeren Kindern im Zusammenhang mit Armut und der konkreten kindlichen Lebenslage betrachten, sind zwei Gründe von großer Bedeutung, „zum einen, weil frühzeitig erkannte Einschränkungen mit geringerem Aufwand aufgefangen werden können; zum anderen, weil die in diesem Alter kaum vorhandenen (Problem-) Bewältigungsmöglichkeiten nicht nur den Eltern, sondern auch der Gesellschaft einen hohe Verantwortung für die Förderung der kindlichen Entwicklung aufgeben.“ (Zander S.100) Durch Untersuchungen wurde gezeigt, dass arme Kinder an allen vier untersuchten Lebenslage- Dimensionen schlechter abgeschnitten haben.

 

Dimension

Arme Kinder

Nicht- arme Kinder

Materielle Grundversorgung

40,0%

14,5%

Kultureller Bereich

36,0%

17,0%

Sozialer Bereich

35,6%

17,6%

Gesundheitliche Lage

30,7%

19,7%

 

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Frühe Armut und ihre Folgen.doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

Zur materiellen Grundversorgung:

40,0% der armen Kinder gegenüber 15% der nicht armen Kinder wiesen Mängel auf. Häufig kamen die armen Kinder hungrig in die Einrichtung (Kita) oder es fehlte ihnen an Körperpflege.

Zum kultureller Bereich:

Im Hinblick auf das Spiel- und Sprachverhalten waren mehr als die Hälfte der armen Kinder auffällig. Durch ihre „Auffälligkeiten“ haben sie geringere Chancen für einen normalen Übertritt in die Regelschule.

Zum sozialen Bereich:

Kinder zogen sich häufig zurück und nahmen wenig Kontakt zu anderen Kinder der Kita auf. Ebenso nahmen sie selten am Gruppengeschehen teil und äußerten kaum ihre Wünsche.

Zur gesundheitlichen Lage:

Arme Kinder wiesen deutlich mehr Einschränkungen bzw. Auffälligkeiten auf als die nicht-armen Kinder, hatten häufiger gesundheitliche Probleme bzw. waren in ihren körperlichen Entwicklungen zurückgeblieben.

Familiäre Armut führt im Vorschulalter nicht zwangsläufig zu Beeinträchtigungen oder Auffälligkeiten:

Lebenslage

Arme Kinder

Nicht-arme Kinder

Gesamt

Wohlergehen

23,6%

46,4%

40,0%

Benachteiligung

40,3%

39,8%

40,0%

Multiple Deprivation

36,1%

13,7%

19,8%

Gesamt

100,0%

100,0%

100,0%

Tab. 3: Kindspezifische Lebenslagen von Vorschulkindern (1999, in %) (Hock/ Holz/ Wüstendorfer 2000 in Zander, S.102)

23,6% der armen Kinder leben in Wohlergehen und sind in kleinen zentralen Lebensbereichen eingeschränkt. „Demgegenüber weisen dreimal so viel arme wie nicht- arme Kinder multiple Deprivationserscheinungen auf (36,1% ys. 13,7%). (S. 102)

 

 

This paragraph has been concealed!
Download the complete document for free!
Frühe Armut und ihre Folgen.doc
• Click on download to get complete and readable text
• This is a free of charge document sharing network
• First upload your own document, and you get a word document per email
• No registration necessary, gratis
Swap homeworks and notes at no charge!
Gratis scripts for students and pupils!

Es gibt allerdings noch viele Fragen hinsichtlich des Zusammenwirkens der einzelnen Risiko- wie Schutzfaktoren. Für Vorschulkinder können folgende Risikofaktoren angenommen werden:

Risikofaktoren für Kinder im frühen Kindesalter

Sozioökonomische/- strukturelle Faktoren

 

- Familiäre Einkommensarmut

- (Langzeit-) Arbeitslosigkeit der Eltern

- Geringer Bildungs- und Berufsstatus der

Eltern

- Migrationshintergrund

- Trennung / Scheidung der Eltern

- Aufwachsen in Familien mit vielen

Geschwistern

- Aufwachsen in einer Ein- Eltern- Familie

- Aufwachsen in belasteten Quartieren

- Aufwachsen in Multiproblemfamilien/

problematischen Sozialmilieus

Familiäre und soziale/ emotionale Faktoren

 

- Gestörtes Familienklima

- Schlechte Eltern- Kind- Beziehungen

- Wenig kindzentriertes Familienleben

- Geringe Erziehungs-, Bildungs-,

Versorgungskompetenzen der Eltern

- Geringes fehlendes familiäres und

soziales Netzwerk

- Elternabhängige Belastungen, z.B.

- ungünstiges (Gesundheits-Sozial)

Verhalten

- psychosomatische Beschwerden

- geringe Nutzung von sozialen

Dienstleistungen

Tab.4: Quelle: „Armut im Vorschulalter 1999“.( Holz 2004 in Zander S.104)

Die Schutzfaktoren, die im frühen Kindesalter sichtbar werden, aber erst im Grundschulalter deutliche Ausprägung zeigen werden in der Tabelle 5 deutlich gemacht. Das elterliche Bewältigungshandeln trägt vor allem große Bedeutung. „ Gerade bei armen Familien besteht ein Zusammenhang zwischen dem elterlichen Gefühl von weitgehender Kontrolle- finanziell, sozial emotional- über ihr Leben und ihrer Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen.

Für alle Familien gilt: Je besser den Eltern die Gestaltung des sozialen Netzwerks und die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen gelingt, desto stärker tritt ein Entlastungsgefühl ein.“ (Zander S. 104)

Schutzfaktoren für Kinder im frühen und mittleren Kindesalter

Kindliche Faktoren

- Soziale und intellektuelle Kompetenz

- Kreativität und Talent

- Im Temperament tendenziell flexibel

und in der Beziehungsgestaltung an-

näherungsorientiert

- Befriedigende soziale Unterstützung

- Selbstwirksamkeitserwartung und

Leistungsmotivation

- Positives Selbstwertgefühl und Selbst-

sicherheit

- Emotional warmherzige Beziehung

zur Mutter

- Erziehungsklima positiv, wenig

konflikthaft, offen und die Selbstständigkeit

der Kinder fördern

- Vorhandensein eines besten Freundes

oder einer besten Freundin

- Gute und enge Kontakte zu einem außer

familiären Erwachsenen

- Soziales Netzwerk

- Aktiv- problemlösender Copingstil

- Vielfältige Lern- und Erfahrungsräume

Inner/-außerfamiliäre Faktoren

- Situationsgerechtes Handeln der Eltern,

das möglichst erfolgreich ist und keine

zusätzliche Belastung darstellt

- Positives Familienklima, aufbauend auf

einer guten Partnerbeziehung

- Positive Eltern- Kind- Beziehung

mindestens eines Elternteils

- Einbindung in ein stabiles Beziehungs-

netzwerk zu Verwandten, Freunden,

Nachbarn

- Vorhandensein von Zukunftsvorstellungen

und perspektiven für sich und das Kind

- Investition in die Zukunft der Kinder, vor

allem durch Förderung ihrer sozialen

Kontakte und Kompetenzen

- Gewährleistung von außerfamiliären

Kontaktmöglichkeiten und von Teilhabe

an kindlichen Alltagsaktivitäten

- Nutzung von außerfamiliären Angeboten

zur Entlastung, Reflexion und Regener-

ation

Tab. 5: Schutzfaktoren für Kinder im frühen und mittleren Kindesalter (Holz, Puhlmann 2005 in Zander S.105)

Kinder nehmen sehr früh Armut war und entwickeln ein eigenes Bewältigungsverhalten. Um Entwicklungsprozesse und (Selbst-) Kompetenz zu schaffen sollen Zutrauen, Selbstbewusstsein und offensive von Erwachsenen gefördert werden. Fehlen innerhalb der Familie die elterlichen Kompetenzen bzw. Potenziale, um den eigenen Kindern ein Aufwachsen im Wohlergehen zu ermöglichen, sollten Ergänzungen von außerfamiliären Förderungen eingeschalten werden.

 


Page 1 of 2
[1] [2]


swopdoc.com ist not responsible for the content of this text provided by third parties

Legal info - Copyright - Terms - Partner - Statistik - Contact
antiblock.org adblockdetector.com

Swap your documents