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Fromm-Haben oder Sein .doc

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Social Science
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Psychology
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University, School
bG/BRG ST. Martin Villach
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Philosophie

Haben oder Sein

Erich Fromm

Wie äußert sich Fromm zum Einverleiben als wesentliche Erscheinungsweise des Habens?


Fromm beschreibt das Haben als wesentlichen Bestandteil unserer gewinnorientierten Gesellschaft. Der Mensch strebt nach Eigentum, um sich selbst als wertvolles Objekt in die Gesellschaft integrieren zu können. Er behauptet, dass auch Menschen mit wenig Eigentum sich durch ihr bescheidenes Habe dazu verleitet fühlen danach zu streben Vermögen anzuhäufen. Dazu werden auch Personen, wie die eigene Familie, Freunde, ja sogar Ärzte, oder Anwälte gezählt.

In der patriarchalischen Gesellschaft sieht der Mann seine Frau und seine Kinder als Besitz. Er nutzt die Frau für seinen Profit aus, die Frau sieht wiederum ihre Kinder als Eigentum. Doch stellt sich die Frage in einer sich immer mehr emanzipierenden Welt, wie ein Durchschnittsbürger sein Verlangen nach Haben stillen wird, wo doch jeder Mensch sein eigener ist.

Aber das wichtigste Objekt des Besitzgefühls ist das eigene Ich, so Fromm. Es geht darum nicht nur um das Image gegenüber anderen Menschen, sondern auch größtenteils um das Selbstbild. Wie sehe ich mich selbst und wie will ich auf andere Menschen wirken. Dabei wird das Wissen, die Lebenserfahrung durch diverse Berufserfahrungen, Reisen und Ausbildungen als Privatbesitz gezählt.

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Damit meint er, dass „ich bin, was ich habe“, oder „ich bin ich, weil ich X habe“. Somit sehe ich mich aber selbst nicht als mich selbst, sondern schließe von dem was ich habe, also von Objekten, Freunden und Erfahrungen auf mich selbst, wobei mein eigentlicher Charakter vollkommen nebensächlich wird.



Welche Rolle spielt Macht in diesem Zusammenhang?


In der Existenzweise des Habens findet der Mensch sein Glück in der Überlegenheit gegenüber anderen, so Fromm. Um diese Überlegenheit zu erzielen würden er über alle Hürden gehen, sogar Gewalt anwenden um Gewinn zu erhalten. Die Macht entsteht dadurch den Willen anderer Menschen zu unterdrücken, bis sie soweit manipuliert sind, dass sie den von uns vorgesehenen Weg einschlagen und nicht das machen, was ihnen ihre innere Befriedigung gäbe.

Der Einsatz von Gewalt ist nötig, um das, was wir uns zu eigen gemacht haben und besitzen, auch weiterhin zu behalten. Eine Autoritätsperson (in dem Fall die Eltern), die einem Kind heteronome Normen aufzwingt, um ihren eigenen Interessen zu dienen, nennt Fromm eine irrationale Autoritätsperson, die auf eine egoistische Weise ihre Macht ausspielen will.



Welche ist nach Fromm die Bedeutung des Seins?


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Grundvoraussetzungen für das Sein sind vor allem die Freiheit und das Vorhandensein kritischer Vernunft. Ohne diese Voraussetzungen wäre es nicht möglich sich von der Haltung der Gesellschaft, als besitzgierige Wesen, die sich nur auf Haben konzentrieren, abzuheben. Diese Voraussetzungen hängen unter anderem mit dem Tätigsein zusammen.

Tätigsein ist der produktive Gebrauch menschlicher Kräfte, es heißt, seinen Anlagen und Talenten Ausdruck zu verleihen, so Fromm.

Fromm beschreibt die Existenzweise des Sein durch ein blaues Glas. Es absorbiert jede andere Farbe des Lichts und behält es in sich, also besitzt es diese Farben sozusagen, und gibt nur seine Farbe, also das blau wider. Doch könnte man behaupten, dass es die Farbe blau gar nicht besitzt, weil es sie nicht behalten kann, sondern abgibt.

Doch sprechen wir davon, dass das Glas blau ist, und nicht, dass davon, dass es alle anderen Farben besitzt. Wir konzentrieren uns auf das Sein des Glases.

Um noch einmal auf das Tätigsein zurückzukommen. In unserer Gesellschaft werden Menschen als aktiv oder passiv beschrieben. Einige Wissenschaftler behaupten, dass das Wesen Mensch grundsätzlich zur Faulheit geschaffen ist, jedoch durch den sozialen Druck und das Streben nach Besitz, allein um nicht Hungern zu müssen dazu gezwungen wird „aktiv“ zu werden.

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Doch nach Fromms Ansicht, wird die Tätigkeit nach der Zeit eigentlich nur zu einer entfremdeten Form der Passivität, da jede Bewegung automatisiert wird und obwohl ein Produkt entsteht, es produktiv genannt werden kann, jedoch ich mich selbst nicht als handelndes Subjekt empfinde.

Nach Fromm geht es nicht um das Produkt meiner Aktivität sondern um dessen Qualität. So kann das nachempfinden der Gefühle in einem Gedicht, oder das wirklich bewusste sehen eines Baumes produktiver sein, als das schreiben eines Buches, wenn der Charakter des Menschen in diesem nicht erfüllt wird.



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