Friauls Küstengebiete
Als Friaulischer Küstenabschnitt
wird jener Lagunenstreifen bezeichnet der sich zwischen den Mündungen des
Tagliament und Isonzo befindet.
Die Entwicklung des massenhaften
Badetourismus an der nördlichen Adria begann in der Nachkriegszeit, ca. im Jahr
1954. Zu dieser Zeit begann die starke Mobilisierung der Bevölkerung durch
private Autos, und vor allem die Strände an der Küste Friauls waren schnell und
einfach zu erreichen.
Neben der geographischen Nähe waren aber auch die beständigen
Witterungslagen sowie die sichere politische Situation ausschlaggebend, welche
damals im kommunistischen Jugoslawien nicht gegeben war. So konnte sich der
Tourismus in Istrien erst Mitte der 70er Jahre langsam entwickeln und erreichte
bis heute nicht das Potential wie in an den italienischen Küstenabschnitten wie
man auf Abbildung 51 sehen kann.
In jener Zeit als der Flugtourismus
noch nicht jedermanns Sache war, und es noch keine Billigfluganbieter gab
konnten sich also jene Orte wie Lignano, Grado, Bibione oder Jesolo und Caorle
besonders stark dem Massentourismus zuwenden. Ein weiterer wichtiger Faktor war
aber auch die Urlaubsmentalität der Besucher, insbesonders der breiten sozialen
Schicht aus Österreich und Deutschland. Die nordadriatischen Badeorte bekamen
damals die prägenden Bezeichnungen wie „Wienergrill“ oder „Teutonegrill“.
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Die Hauptsaison ersteckt sich
maximal auf 5 Monate zwischen Mai und September, in denen die Jahreseinkünfte
erwirtschaftet werden müssen. Es kommt in den Monaten der Hauptreisezeit zu
wahren Menschenwanderungen, die saisonalen Arbeitskräfte kommen aus der ganzen
Region, sowie aus Österreich und der Schweiz.
Anzumerken ist auch das keines
der Hotels hier mit einer Heizung ausgestattet ist, da ja in den Wintermonaten
niemand die Hotels bewohnt. Dies war ein großes Problem im Winter 1976 als man
ein provisorisches Erdbebenopferlager in den Hotels hier einrichtete.
Denn es kommt hier durchaus im
Winter immer wieder zu Nachtfrösten, daher gibt es auch keine typischen
Palmen-Promenaden wie man sie sonst von italienischen Badeorten gewohnt ist.
Es lassen sich 3 typische Arten von
Badeorten unterscheiden:
Erstens, das Seebad in der nähe von
Großstädten, wie z.b. der Lido von Venedig, dann zweitens jene Badeorte die
sich aus alten Fischerdörfern entwickelt haben wie z.b. Caorle und Grado, und
als drittes gibt es noch völlige Neugründungen von Badeorten zu denen z.b.
Jesolo, Bibione und auch Lignano gehören, diese Orte waren ursprünglich
landwirtschaftlich ausgerichtete Siedlungen des Hinterlandes, die erst kurz vor
Kriegsbeginn um die 30er Jahre erste touristische Nutzungen erfuhren.
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Trend wurde zwar dann Anfang der 90er Jahre durch die Kriegsgeschehnisse in
Yugoslawien und die neuen Urlaubsgäste aus Ostdeutschland wieder abgefangen,
doch setzt sich seidem nun verstärkt fort. Besonders seit 2001 sanken die
Nächtigungszahlen enorm. Die Badeorte an der nördlichen Adria mit ihren Hotels,
die oft in den 50er und 60er Jahren errichtet wurden entsprechen heute nicht
mehr den Vorstellungen der Urlauber. Investitionen wurden von Seiten der
Betreiber bisher versäumt, die Preise steigen – auch bedingt durch den Euro –
immer weiter an während die wirtschaftlich geplagte breite soziale Masse immer
weniger Einkünfte hat. Der Trend geht hin zum Kurzurlaub, durchschnittlich
bleiben die Leute nur mehr 5,5 Tage am Urlaubsort. Selbst den Italienern sind
die traditionellen Urlaubsorte hier schon zu teuer und sie buchen lieber
All-inklusive Pakete in Kroatien, Spanien oder der Türkei. Im Vergleich zu
Italien hat sich Kroatien den charme der ‚fehlenden Modernisierung‛ erarbeitet,
der zur Bewahrung des ursprünglichen Charakters der Ortschaften beiträgt.
Gerade diese Urlaubsdestinationen liegen nun viel stärker im Trend.
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Die Betreiber versuchen nun eine Neuausrichtung ihrer Häuser zu erreichen, weg
vom Massentourismus, hin zu mehr Qualität und Service, man bemüht sich auch
schon um Wellnes und Aktiv-Gäste, während gleichzeitig noch die
Familienurlauber hierher reisen, meist jedoch nur mehr für wenige Tage. Einen
weiteren Beitrag zum Rückgang des Tourismus betreiben wohl auch die Behörden,
welche Touristen mit immer höheren Strafen belegen – eine Zigarette in der Bar
kann mit bis zu 2000 Euro Bußgeld bestraft werden, der Kauf von gefälschten
Markenartikeln am Strand 10.000 Euro kosten, und die Carabineri sind auch bei
den Autofahrern nicht zimperlich mit saftigen Strafen.
Quellen: Diplomarbeit:
Landeskundlicher Überblick des friulanischen Alpenvorlandes, Christiana Gruber
2002
Der Hafen von Porto Nogaro
Neben den touristischen Badeorten
bilden auch noch einige Hafenanlagen das wirtschaftliche Standbein der Küstenregion
Friauls. Am bekanntesten ist der große Hafen in Triest, der international
ausgerichtet ist und oft auch als Hafen von Österreich und Bayern bezeichnet
wird, daneben gibt es noch den Hafen von Monfalcone welcher in den letzen
Jahren eher etwas an Bedeutung verlor, sowie der in der Provinz Udine gelegene
Hafen Porto Nogaro.
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Zugang zu diesem Hafen hat man von
der Adria durch einen ungefähr 3 Meilen langen Kanal durch die Lagune und durch
den gleich langen schiffbaren Flusskanal des Corno; die Gesamtentfernung
zwischen dem Zugang zum Meer und dem Kai Margreth beträgt ungefähr 6 Meilen.
Dieser Kanalhafen bedient
hauptsächlich regionale Interessen im Industriegebiet Aussa-Corno.
Geschichtlich gesehen sind die
Flüsse Aussa und Corno schon seit dem 16 Jahrhundert schiffbar, Porto Nogaro
ist auch der direkteste und näheste Zugang zum Meer aus dem Karn und Kärnten.
Dieser Flußhafen handelte schon um die Jahrhundertwende 11 tausend Tonnen pro
Jahr und war damals sehr wichtig für Italien, da es der östlichste Hafen des
Landes bis zum Ende des 1 Weltkrieges war. 1947 wurde der Hafen zum ersten mal
befestigt und mit einer Kaimauer versehen.
Die heutige Hafenanlage wurde 1973
eröffent, mitten in die Öl-Weltwirtschaftskrise der 70er Jahre hinein und stand
Jahrelang unter keinem guten Stern. Die geplante Touristen Urbanisation in der
Nähe wurde damals überhaupt aufgegeben. Auf der Abbildung 50 könnt ihr auch
eine Karte der Marano Laguna sehen, mit den Fahrtrinnen des Flusshafens die
hier in den 60er Jahren zwischen Laguneneingang am Porto Buso und dem Fiume
Corno ausgebaggert wurden. Die Fahrtrinne ist heute ca 7,5m tief und kann somit
Schiffe mit einer Tonnage von bis zu 9000 Tonnen aufnehmen.
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sich neben den regionalen Unternehmungen auch immer mehr um österreichische
Güter, von denen in den letzten Jahren schon 80.000 Tonnen verschifft wurden.
Porto Nogaro stellt den idealen
Hafen für den Handelsverkehr folgender Waren dar: Metall- und Stahlprodukte,
Holz, Schüttgüter, Transport von Fahrzeugen, Sonderteile und -Anlagen auch
außerordentlicher Größe.
Quellen:
http://www.sifvg.it/deutsch/PortoNogaro.html
Diplomarbeit: Landeskundlicher
Überblick des friulanischen Alpenvorlandes, Christiana Gruber 2002
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