Universitätsweites Basismodul:
Verantwortung in Wissenschaft und Beruf - SS 2010
„Freiheit des Willens“
im
Themenbereich:
„Bildung, Freiheit und verantwortliches Handeln“
Themensteller:
Hans-Walter RUCKENBAUER
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung.......................... 3
2.
Freiheit des Willens nach John Locke.............. 3
3.
Experiment von Benjamin Libet zum Bereitschaftspotenzial......... 4
3.1.
Allgemeine Informationen.................. 4
3.2.
Kritische Betrachtung.................... 5
4.
Schluss........................... 5
5.
Literaturverzeichnis..................... 6
3.1. zu
„Freiheit des Willens nach John Locke“....................... 6
3.2. zu
„Experiment von Benjamin Libet zum Bereitschaftspotenzial“ ................. 6
1.
Einleitung
Dieses Essay soll und kann keine Antwort auf die
Frage nach der Existenz eines freien Willens geben, da es bis heute Thesen,
Forschungsergebnisse und Interpretationen gibt, die sowohl die Existenz, als
auch die Nicht-Existenz belegen. In diesem Aufsatz sollen lediglich zwei Möglichkeiten
aufgezeigt werden, um an das Thema heranzutreten, ein philosophischer und ein
neurologischer Weg.
2.
Freiheit des Willens nach John Locke
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Erkenntnisse solle dann entschieden werden welche die beste, die angebrachteste
Alternative ist.
Doch wenn wir selbst diese Handlungen bestimmen,
dann wäre unser Wille doch nicht frei, sondern eben durch unser Überlegen und
Vergleichen determiniert, so würden einige Philosophen einwerfen. Doch diese Bestimmung
des eigenen Handelns durch Beschauen und Abwägen ist für Locke allerdings
keinesfalls eine Beschränkung der menschlichen Willensfreiheit, sondern
vielmehr eine „Verbesserung“ der Freiheit, denn gerade diese Determination
macht es uns möglich gutes und böses Handeln gegenüber zu stellen und uns für
das Richtige „frei“ entscheiden zu können.
Für Locke bildet selbst das Handeln aus kausaler Notwendigkeit keine Ausnahme
von der Regel, auch diese Handlung entspringt der Überlegung, was für den
Moment die passende Reaktion ist, nämlich die Reaktion sich selbst vor einem
äußeren Angriff zu schützen.
Ein Mangel an Freiheit wäre für Locke, wenn
nicht die eigene Seele, die doch der eigentliche Körper unseres Wesens ist,
über unser Handeln bestimmen würde, sondern etwas Anderes, etwas Äußeres.
3.
Experiment von Bejamin Libet zum Bereitschaftpotenzial
3.1. Allgemeine Informationen
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des symmetrischen Bereitschaftspotentials. „Das symmetrische
Bereitschaftspotential ist ein im Elektroenzephalogramm (EEG) messbares
negatives elektrisches Potential, das bei der Vorbereitung willentlicher
Bewegungen entsteht und etwa eine Sekunde vor der Ausführung der Bewegung
einsetzt.“
Das Experiment ergab, dass das Bereitschaftspotential bereits vor der
Handlung und vor allem bereits vor dem Auftreten des bewussten Willensakts einsetzte.

http://www.philosophieverstaendlich.de/freiheit/aktuell/libet.html
Libet führte das gleiche Experiment aber auch
mit der Anleitung durch, dass die Versuchspersonen die Bewegung kurz vor der
Durchführung stoppen sollten und stellte auch bei diesen Versuchen fest, dass
ein Bereitschaftspotential, das mit dem der vorherigen Versuche vergleichbar
ist, einsetzte.

http://www.philosophieverstaendlich.de/freiheit/aktuell/libet.html
Das Libet-Experiment wurde bereits in den
achtziger Jahren veröffentlicht und wurde seitdem von vielen anderen Forschern
wiederholt und verbessert.
3.2.
Interpretationen und kritische Betrachtung
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nicht ab, dass es keine Freiheit des Willens gibt, sondern berief sich auf sein
zweites Experiment, indem er die Versuchspersonen vor der Durchführung stoppen
ließ und somit bewies, dass man sehr wohl gegen das Bereitschaftpotential
agieren kann, laut Libet „ein Veto“ setzt.
Weiters gibt es von sehr vielen Seiten Kritik an
den Interpretationen der Experimente.
Als erstes möchte ich auf Kritikpunkte
am Inhalt, speziell im Sinne der Philosophie, eingehen: die Experimente wurden
fast ausschließlich von Philosophen interpretiert und nicht von Naturwissenschaftlern,
stützen sich also nicht auf bewiesene Erkenntnisse. Außerdem wurden bei den
Libet-Experimenten nur die Ursachen, also die kausale Notwendigkeit, von
Handlungen und nicht die persönlichen Gründe untersucht.
Es gibt auch Kritik von Seiten der
Hirnforschung, so meinen bekannte Hirnforscher wie Wolf Singer und Gerhard Roth, dass „wir nur erkennen können,
was wir uns vorstellen können“, laut der Hirnforschung „Verhalten immer kausal
erklärbar ist“, „freier Wille nur Resultat unseres Erklärungszwanges ist“ und
dass es „immer vorlaufende Prozesse im Hirn gibt“.
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All diese Interpretationen und Kritikpunkte
können also die Frage danach, ob es nun einen freien Willen gibt oder nicht,
nicht beantworten.
4. Schluss
Wie schon in der Einleitung erwähnt, hat mein
Essay keine Antwort über das Vorhandensein oder Nicht-Vorhanden sein von
Willensfreiheit geliefert, sondern nur zwei Thesen bzw. Wege aufgezeigt sich an
das Problem heranzutasten.
Niemand wird diese Frage jemals vollständig
beantworten können, meiner Meinung nach liegt Willensfreiheit im Auge des
Betrachters. Jeder entscheidet selbst ob er an den freien Willen, neurologische
Mechanismen oder äußerliche Einwirkungen glaubt, die unsere Handlungen
beeinflussen.
3.
Literaturverzeichnis
3.1.
zu „Freiheit des Willens nach John Locke“
·
John
Locke – „Essay Concerning Human Understanding“ 2.Buch, Kapitel 21, Paragraph 47
& 48; auf zeno.org
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Locke,+John/Versuch+%C3%BCber+den+menschlichen+Verstand
·
John
Locke auf „Philosophie verständlich“ gefunden am 1.4.2010
http://www.philosophieverstaendlich.de/freiheit/klassiker/locke.html
3.2.
zu „Experiment von Benjamin Libet zum Bereitschaftspotenzial“
·
Philosophie
verständlich . Libet Experiment. Gefunden am 1.4.2010 auf:
http://www.philosophieverstaendlich.de/freiheit/aktuell/libet.html
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John
Locke – „Essay Concerning Human Understanding“ 2.Buch, Kapitel 21, Paragraph 47
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