Formen
der Ganztagsschule – Tagesablauf und Rhythmisierung
Einleitung:
In
Deutschland wird zunehmend die Umgestaltung der Schulen in Form einer
Ganztagsschule vorgenommen. Ca. 30 % aller Schulen sind in Form einer
Ganztagsschule organisiert (Stand: 2006).
Besonders Eltern fordern immer
stärker Schulen mit ganztägiger Konzeption, um Familie und Beruf in
angemessener Form miteinander verbinden zu können. Auch für Lehrer und Schüler
bringt diese Schulform viele Vorteile mit sich. So kann sowohl auf komplizierte
Inhalte genauer eingegangen, als auch zeitintensivere Unterrichtsmethoden
angewendet werden. Darüberhinaus ist es dem Lehrer möglich Zwischenprojekte
einzuschieben, um den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zu geben
gewisse Inhalte stärker zu verinnerlichen. Besonders die Tatsache, dass die
Hausaufgaben in der Schule unter Aufsicht einer Lehrperson bearbeitet werden,
macht die Ganztagskonzeption so attraktiv. Auf die Schüler und teilweise auch
auf die Eltern wohlgemerkt, warten nach einem langen Schultag keine
zusätzlichen Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Auf diese Weise tragen die
Schüler und Schülerinnen die Schule nicht mit nach Hause und werden für den
Rest des Tages entlastet, was der Familienatmosphäre zu Gute kommt.
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Formen
der Ganztagsschule:
Es
werden grundsätzlich drei Formen der Ganztagsschule unterschieden:
à die
offene Ganztagsschule
à die
teilweise gebundene Ganztagsschule
à die
vollständig gebundene Ganztagsschule
In
der offenen Form ist nur der Unterricht am Vormittag für Schüler
und Schülerinnen obligatorisch. Im Anschluss daran bietet die Schule diverse
freiwillige Nachmittagsangebote an. Diese bestehen größtenteils aus einem
warmen Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Fördergruppen und
Arbeitsgemeinschaften. Um die Organisation und Planbarkeit zu erleichtern, sind
die Anmeldungen der Schule nicht nur rechtzeitig von den Eltern vorzulegen,
weiterhin sind diese Angebote für die Schüler und Schülerinnen dann für ein
ganzes Schulhalbjahr obligatorisch.
In
der teilweise gebundenen Form ist nur ein Teil der Schülerschaft
verpflichtet am Ganztagsangebot der Schule teilzunehmen. Organisiert könnte es
sein wie folgt: Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Jahrgangsstufe sind
verpflichtet am Ganztagsangebot teilzunehmen. Ab dem 7. Jahrgang ist nur noch
ein Nachmittag in der Woche obligatorisch.
In
der vollständig gebundenen Form sind alle Schüler und
Schülerinnen am gesamten Ganztagsangebot der Schule gebunden. Sie haben eine
Präsenzpflicht von ungefähr 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
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Im
Folgenden wird die Ganztagsschule sowohl in gebundener Form, als auch in
geöffneter Form mit Hilfe einiger Beispiele näher betrachtet.
Die
Offene Ganztagsschule:
Die
offene Ganztagsschule ist für viele Schulen ein guter Einstieg in das
Ganztagsprogramm. So muss nicht die ganze Schulorganisation umgekrempelt
werden. Es wird „lediglich“ die Möglichkeit für einige Schüler und
Schülerinnen eröffnet auch den Nachmittag sinnvoll in der Schule zu verbringen.
Alle verpflichtenden Unterrichtsfächer bleiben auf den Vormittag verteilt und
müssen von allen Schülern und Schülerinnen besucht werden. In der Regel beginnt
der Unterricht um 8.00 Uhr. Nach dem ersten Unterrichtsblock gibt es erst
einmal eine ca. 20-30 minütige Pause für die Schüler. Darauf folgt der zweite
Unterrichtsblock, eine weitere kleine Pause von ungefähr 15 Minuten und zuletzt
eine weitere Unterrichtsstunde. Der Unterricht endet gegen 13.15 Uhr. Eine
Unterrichtsstunde kann, muss aber nicht dem 45-Minuten-Takt entsprechen. Eine
Unterrichtsstunde im Sinne einer Zeitstunde von 60 Minuten ist in jedem Fall
ratsamer, doch noch wird an den meisten Schulen in Deutschland im
45-Minuten-Takt unterrichtet. Zwischen 13.15 Uhr und 14.00 Uhr haben Schüler
und Schülerinnen die Möglichkeit ein warmes Mittagessen in der Mensa zu sich zu
nehmen.
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Anmeldung ist dann für ein ganzes Schulhalbjahr obligatorisch für den oder die
Schüler/in. Zu den Nachmittagsangeboten können folgende gehören: Hausaufgabenbetreuung,
Förderkurse, eine zusätzliche Deutschstunde für Kinder mit nichtdeutscher
Muttersprache und/ oder der Förderung von Schülern und Schülerinnen mit
besonderes Problemen, wie Legasthenie. Die Schüler können ihren Nachmittag
jedoch auch mit Außerunterrichtliche Arbeitsgemeinschaften verbringen, wie
Töpfern, Tanzen, Theater, Werken, Sport, Musizieren (sportliche, musische,
gestalterische Aktivitäten). Die Anzahl und Art der AG-Angebote hängt von der
Anzahl der Schüler ab, die an diesen teilnehmen möchten. Außerdem muss darauf
geachtet werden, ob sich die Angebote realisieren lasse. Der finanzielle Aspekt
und die Frage nach der Raumorganisation müssen vorweg geklärt werden. Am
wichtigsten jedoch ist es, die AG-Angebote auf die Wünsche und Interessen der
Schüler und Schülerinnen abzustimmen.
Die
Gebundene Ganztagsschule:
An
einer gebundenen Ganztagsschule haben alle Schüler und Schülerinnen Präsenzpflicht
an 4 Tagen die Woche von täglich mindestens 7 Zeitstunden. Der
Pflichtunterricht ist sowohl auf den Vormittag als auch auf den Nachmittag
verteilt.
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kann man keinem Schüler zumuten mindestens 7 Stunden am Stück hochkonzentriert
einem Lehrer zuzuhören, sich den Stoff einzuprägen und die Lust am Lernen zu
erhalten. Es ist die Pflicht jeder Ganztagsschule dafür zu sorgen, dass ein zumutbarer
Tagesablauf „rhythmisiert“ wird. Dabei muss vor allem auf einen Ausgleich
zwischen Anstrengung und Erholung, Bewegung und Ruhe, individuellen Arbeiten
und dem Arbeiten in der Gruppe, kognitiven aber auch praktischen Arbeitsphasen
geachtet werden. So stehen Übungs- und Lernzeiten im Wechsel mit sportlichen,
musischen und künstlerisch orientierten Freizeitaktivitäten.
An
einer gebundenen Ganztagsschule beginnt der Unterricht um 7.45 Uhr oder 8.00
Uhr und endet gegen 16.00 Uhr (Zeiten können von Schule zu Schule minimal
abweichen). Freitags endet die Unterrichtszeit meistens gegen Mittag. Das
Mittagessen hat in der gebundenen Ganztagsschule eine wichtige Funktion. Da
die Schüler den Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen ist eine
ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Allerdings dient sie nicht nur dem Sättigen
der Schüler. Die Zeit des Mittagsessens gibt den Schülern vor allem Raum für
Erholung und Entspannung und fördert durch Kommunikation das Leben in der
Gemeinschaft. Die Tatsache, dass Lehrer oftmals mit am Mittagstisch sitzen,
stärkt das Lehrer-Schüler-Verhältnis.
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