SchülerInnen
sind es schon so gewohnt über Noten bewertet zu werden, dass sie auch danach
verlangen, wissen wollen, „worauf sie stehen“ und sehr enttäuscht (oder aber im
umgekehrten Fall angenehm überrascht) sind, wenn ihre Selbsteinschätzung anders
aussieht als die Einschätzung von Seiten der Lehrperson. Ich denke mir nun,
dass wenn eine intrinsisch motivierte Schülerin sich einer Sache ganz widmet
und dies aber nicht in den Plan der Lehrperson passt, eine Zensur folgt, die
dem inneren Engagement der Schülerin nicht entspricht, dann kann es auch sein,
dass sie keiner intrinsischen Motivation mehr folgen will, sondern in Zukunft
lieber den sicheren Weg wählen wird (...lernen durch Erfolg und Misserfolg...).
Ein Beispiel dazu aus meiner eigenen Schulzeit: mein Sitznachbar war ein sehr
kreativer junger Mann, dem die drei angebotenen Themen der Deutschschularbeit
nicht gefallen haben. Er hat kurzerhand ein viertes Thema erfunden, sein Thema
gewählt und einen sehr tollen, weil intrinsisch motivierten und ganz ihm
entsprechenden Aufsatz geschrieben. Die Schularbeit ist freilich von vornherein
mit einem Nichtgenügend bewertet worden...
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Denn, um wieder zu flow
zurückzukommen, der flow–Zustand tritt in der Schule auf, keine Frage, immer
wieder kann ich bei meinen SchülerInnen beobachten, wie sie ganz in ihrer
Tätigkeit aufgehen, nach Lösungsstrategien suchen, ausprobieren, revidieren,
erweitern etc..
Und ich beobachte, wie intensiv motivierend dieser Zustand ist.
Meine Fächer, BE und BGW, sind sicher prädestiniert für diesen Zustand, weil
man bei einer so eindeutig kreativen Tätigkeit, die jedoch auch innerhalb
festgelegter Grenzen, nämlich der konkreten Aufgabenstellung, abläuft, sehr
leicht in eine Selbstvergessenheit tauchen kann. Ich denke also, dass manche
Fächer von sich aus offener sind für flow, für dieses starke „sich-selbst-Erleben“
als andere, nämlich Fächer wie Musik, Sport, Technisches und Textiles Werken,
Bildnerische Erziehung, Bildnerisches Gestalten und Werken,
Instrumentalunterricht. Aber auch innerhalb solcher Fächer, die von vornherein
nicht so strukturiert sind, können Bedingungen geschaffen werden, die einen
flow-Zustand erleichtern. Ich denke da an die Lernwerkstatt, die eine in meinen
Augen sehr ideale Lernsituation schaffen kann, da jede und jeder sich aus all
dem Angebotenen das heraussuchen kann, das ihn anspricht. Und mit dem neuen
Lehrplan, der ja wesentlich offener geworden ist, dürfte theoretisch der
Einsatz von Lernwerkstätten leichter realisierbar werden.
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Zusammenfassung
Motivation erweist sich als der
Motor unseres Handelns. Als LehrerIn ist es wichtig, um die Grundzüge und
Bedeutung von Motivation zu wissen, um Lernmotivation gezielter aktivieren zu
können. Ganz wichtig ist es in meinen Augen auch, sich als LehrerIn über neuere
Ergebnisse der Motivationsforschung zu informieren und nach Möglichkeiten zu
suchen, wie diese in den Unterricht eingebaut werden können, damit es in dieser
Hinsicht zu einer Verbesserung kommen kann. Damit meine ich auf keinen Fall,
dass die Schule in einen „Infotainment-Tempel“ umfunktioniert werden soll, so
würde Motivation wahrscheinlich kurzfristig auch funktionieren. Nein, ich meine
die Suche und Ermöglichung von intrinsischen Movitationsfeldern, die die
Vorherrschaft von extrinsischer Motivation etwas ausgleichen sollen.
Literaturverzeichnis
Benesch, Hellmuth: dtv-Atlas
Psychologie. 2, München: dtv 51997 (= dtv-Atlas).
Csikszentmihalyi, Mihaly: Das
flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile: im Tun aufgehen, Stuttgart:
Klett-Cotta 1985 (= Konzepte der Humanwissenschaften).
Csikszentmihalyi, Mihaly: Lebe
gut! Wie Sie das Beste aus Ihrem Leben machen, Stuttgart: Klett-Cotta 21999.
Edelmann, Walter:
Lernpsychologie, Weinheim: BELTZ Psychologische Verlags Union 51996.
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Schneider, Klaus / Schmalt,
Heinz-Dieter: Motivation, Stuttgart: Kohlhammer 21994 (=
Kohlhammer-Standards Psychologie: Basisbuch).
Tücke, Manfred: Psychologie in
der Schule- Psychologie für die Schule: Eine themenzentrierte Einführung in die
Pädagogische Psychologie für (zukünftige) Lehrer, Münster: LIT Verlag 31999
(= Osnabrücker Schriften zur Psychologie 4).
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