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Flaschenernährung oder Muttermilch? .doc

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Medical Science
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Nutritional Science
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Flaschenernährung oder Muttermilch?

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Flaschenernährung

2.1 Nachteile der Flaschenernährung

2.2 Vorteile der Flaschenernährung

3. Einzigartigkeit der Muttermilch

3.1 Nachteile des Stillens

4. Bedingungen in der Dritten Welt

4.1 Hygienische Faktoren

4.2 Einkommensfaktoren

5. Heutige Situation

5.1 Was sagt Nestlé über sich selbst?

6. Moralische Situation

6.1 Wie verantwortlich war Nestlé?

7. Fazit

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

Muttermilch gilt überall auf der Welt als die beste Nahrung im ersten Lebensjahr. Sie ist immer genau auf die jeweiligen Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt.

Gegenüber der künstlichen Babynahrung hat Muttermilch viele Vorteile: So ist sie kostenlos, immer richtig temperiert, stets verfügbar und enthält Immunstoffe, die den Säugling vor Infektionen und Allergien schützen. Muttermilchersatz aus der Packung bräuchten eigentlich nur die zwei bis drei Prozent aller Babys, deren Mütter aus medizinischen Gründen nicht stillen können.[1] Viele Mütter stillen heute nicht - obwohl sie könnten.

Durch die rücksichtslosen Werbemethoden der Hersteller verbreitet sich die Ernährung mit industriell gefertigten Muttermilchersatzprodukten überall - auch in der „Dritten Welt” - und erweckt den Anschein, Standard in der Säuglingsernährung zu sein.

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In den Ländern der „Dritten Welt” sterben laut UNICEF und WHO jährlich ca. 1,5 Millionen Säuglinge an den Folgen der Flaschenernährung.[2] Neben gesundheitlichen, entwicklungsphysiologischen und psychologischen Schäden führt die Flaschenernährung auch zu hohen volkswirtschaftlichen Verlusten, denn die Einfuhr des teuren Milchpulvers bindet enorme Finanzmittel sowohl auf der Verbraucherseite wie auch der Seite des Gesundheitswesens.

In meinem Teil der Ausarbeitung möchte ich die Gründe genauer erklären, wieso eine unsichere Flaschenernährung zum Tod vieler Säuglinge führen kann. Vor allem werden die schweren Bedingungen für die Verwendung der künstlichen Babynahrung in der Dritten Welt fokussiert.

Bevor ich in dieses Thema einsteige, möchte ich zuerst die Unterschiede zwischen Muttermilch und Flaschenernährung genauer darstellen. Vor- und Nachteile des Stillens und der Flaschenernährung werden aufgezeigt. Zuletzt möchte ich dann auf die heutige und auf die moralische Situation eingehen.

2.Flaschenernährung

Wie und womit Kinder ernährt werden, wurde schon immer von religiösen, kulturellen und wissenschaftlichen Überzeugungen beeinflusst. Seit dem Altertum gibt es künstliche Babynahrung, dazu gehören: Milch von Säugetieren, hypoallergenen Nahrungen, Durchfalldiäten, Anfangsnahrungen, Folgenahrungen, Brei, Haferschleim, Brühe u.a.

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Eine industriell hergestellte Säuglingsnahrung ist anfangs die beste Alternative, wenn Mütter aus bestimmten Gründen nicht stillen können oder wollen.

Die heute erhältlichen Säuglingsanfangsnahrungen sind weitestgehend an die Muttermilch angepasst. Dennoch zeigen zahlreiche Daten mit Quellennachweisen, dass Muttermilch und Milchnahrung nicht gleichwertig sind und dass sich, abhängig von der Ernährungsform, die gesundheitliche Entwicklung von Kindern unterscheiden kann und dass die gesundheitlichen Ergebnisse und kognitiven Fähigkeiten von Formel-ernährten und gestillten Kindern unterschiedlich sein können.[4]

2.1. Nachteile der Flaschenernährung

  • Es gibt verschiedene Formelnahrungen. Normale Standardnahrungen basieren auf Kuhmilch, darüber sind sich viele Eltern nicht bewusst. 7-8% aller Babys reagieren auf Kuhmilchformel-Nahrungen allergisch: 50% dieser Babys reagieren ebenfalls allergisch auf Sojaformelnahrung. Das Füttern von Kuhmilch ist im ersten Lebensjahr nicht zu empfehlen.[5]
  • Die Flaschenernährung braucht Ausrüstung, Vorbereitung und ist kostspielig. Die Nahrungs-menge für ein Jahr kostet ca. DM 750-1500.
  • Flaschenernährung steht im Zusammenhang mit erhöhtem Bedarf für Zahn- und kieferorthopädische Behandlung; mit erhöhten Raten von Blutungen nach der Geburt; einigen Krebserkrankungen der mütterlichen Brust und der Eierstöcke; kürzer aufeinander folgenden Geburten und mit geringeren Intelligenzwerten. Außerdem kann die Flaschenernährung zu Überfütterung und späterem Übergewicht führen.
  • Flaschennahrung steht im Zusammenhang mit vermehrtem Auftreten bei vielen Erkrankungen von Säuglingen, inklusive SIDS, und mit vielen Langzeitproblemen, z.B.: Sehschwäche, Diabetes, Mittelohrentzündung, Atemwegerkrankungen. Medizinische Untersuchungen zeigen, dass Kinder in Brasilien, die mit künstlicher Milch ernährt wurden, erkrankten 3,6mal mehr an Infektionen der Atemwege als die, die ausschließlich gestillt wurden.[6]
  • In Industrieländern haben Flaschenkinder ein 3-4faches Risiko für Durchfallerkrankungen. Das Risiko einer mittelschweren bis schweren Magen-Darm-Entzündung durch Rotaviren steigt bei Flaschenernährung 5fach an.[7] Untersuchungen in Indien und Kanada ergaben, dass „Flaschenkinder“ dreimal häufiger an Diarrhöe erkrankten, als gestillte Kinder.[8]

Darüber hinaus muss man bei der Flaschenernährung andere Aspekte beachten, z.B.: die Aufbewahrung der Flasche, am Besten werden die Flaschen im Kühlschrank gelagert um eine Kontamination mit Luftkeimen auszuschließen.

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Trotz aller Fortschritte bei der Herstellung von Säuglingsnahrung bleibt Muttermilch die optimale Nahrungsquelle für Babys im ersten Lebensjahr. Die Zusammensetzung der Muttermilch werde auch heute noch von keiner künstlichen Flaschennahrung erreicht.

2.2.Vorteile der Flaschenernährung

  • Vorteile der Flaschenernährung sind z.B. die Flexibilität und Bequemlichkeit der Mutter, weil sie dann nicht unbedingt dabei sein muss, wenn das Baby ernährt wird. Das kann auch der Vater oder jemand anders machen. Die verfügt also über mehr Zeit für sich selbst.
  • Für viele Mutter bedeutet es ein Problem, wenn sie sich in der Öffentlichkeit frei machen müssen um das Baby zu ernähren, insofern ist die Flaschenernährung „weniger beschämend und peinlich“.
  • Das Sättigungsgefühl bei der Flaschenernährung hält länger an, denn die Kunstmilch wird langsamer verdaut als die Muttermilch, was also heißt, dass die Mutter das Baby nicht ständig ernähren muss. Inwiefern dass allerdings ein Vorteil für das Baby ist, ist fraglich, denn dadurch, dass das Baby durch die künstliche Nahrung satter wird, verliert es sein natürliches Hungergefühl.

3.Einzigartigkeit der Muttermilch

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Muttermilch gibt dem Baby Proteine, Vitamine, Kalorien und Mineralien in der erforderlichen Menge. Ihre Zusammensetzung ändert sich mit den Bedürfnissen des wachsenden Babys.[9]

Außerdem enthält Muttermilch eine große Zahl von Abwehrfaktoren, die das Baby vor Infektionen und Allergien schützen, so dass unter anderem weniger Magen- Darminfekte, Mittelohrentzündungen und Atemwegsinfektionen auftreten.

Außerdem entwickelt sich das Immunsystem des Kindes auf optimale Weise. Das ist bei der Flaschenernährung leider nicht der Fall.

Ein Überblick der WHO über 35 Studien aus 14 Ländern zeigte, dass gestillte Kinder dreimal weniger unter Diarrhöe litten als die „Flaschenkinder“ und ihre Chancen, die Krankheit zu überleben, 25mal größer waren.[10]

Ein weiterer Vorteil des Stillens gegenüber der Flaschenernährung sei die Nahrungsaufnahme nach den Sättigungsbedürfnissen des Kindes. Es behalte somit sein natürliches Hungergefühl. "Verglichen mit flaschenernährten Kindern, gestalten gestillte Kinder die Nahrungsaufnahme aktiv mit.

Sie ernähren sich dadurch später meistens gesünder und leiden seltener an Übergewicht".[11] Außerdem würden Stillbabys schon früh mit der Familienkost vertraut gemacht und auf die spätere Beikost vorbereitet, da die Muttermilch je nach Ernährung der Mutter immer wieder verschiedene Geschmacksstoffe beinhalte.


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