Fiktion
Fungieren – fiktiv – fiktional
Literatur ist sowohl fiktiv als auch fiktional.
Fungieren = vorgetäuscht (so tun als ob); fiktiv
= erfunden, auf Sein-Status bezogen; fiktional = nicht
referenzierbar d.h. stellt keinen absoluten Wahrheitsanspruch, auf Redestatus
von Personen bezogen. Je mehr man von fungieren nach fiktional geht desto mehr
bewegt man sich zu Literatur. Literatur ist sowohl fiktiv(erfunden), als auch
fiktional (=nicht Referenzierbar). Alles was zu Literatur gehört ist
automatisch fiktional = nicht referenzierbar und stellt keinen
Wahrheitsanspruch.
Sobald ein Text als Literatur gilt wird ihm Fiktionalität
unterstellt. Durch literarische Aussagen, die keinen Anspruch auf Referenzialisierbarkeit
, d.h. sie stellt keinen Wahrheitsanspruch der in der Wirklichkeit gelten soll.
Literatur erzeugt die Fiktion im Gegensatz zu Wirklichkeitsaussagen (z.B. im
Informativen Text [Zeitung...]), die unbedingt auf die Realität zu beziehen
sind. Fiktion macht Aussagen über das Mögliche und nicht über die
Wirklichkeit.
Wir erzeugen Fiktion indem wir z.B. ein Roman lesen und uns
die Originitäten der anderen Personen vorstellen d.h. die Erlebnisse der
anderen Personen wahrnehmen können. Literatur erzeugt fiktionale Welten.
Innerhalb dieser fiktionalen Welten gibt es ihre eigene Wahrheiten und
fiktionale Wirklichkeiten „etwas kann wahr oder falsch sein“. Wir versetzen
uns in die Erlebnisse der anderen Personen hinein, somit wird für uns das <hier
und jetzt> der Wirklichkeit zum <hier und jetzt>
des Sprechens(Lesens). Man macht sich zum Medium einer Aufführung
und erzeugt somit Fiktion.
Zwei Fiktionstheorien
Semantische Fiktionstheorien
Fiktionale Rede stellt keinen
Anspruch auf Referenzialisierbarkeit oder auf Erfüllbarkeit.
Pragmatische Fiktionstheorie
Abgrenzung fiktionaler Texte
von den Wirklichkeitsaussagen.
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Fiktionsvertrag – Samuel Taylor Coleridge - „willing
suspension of disbelief“ -> = Vertrag zwischen Leser und Autor – Leser lässt
sich auf den Inhalt des Text ein obwohl er weiß, dass er nicht wahrheitsgemäß
ist. Der Leser glaubt diesem Inhalt während des Lesens, nimmt ihn als „wahr“
wahr. Es handelt sich ausschließlich um Texte in schriftlicher Form.
Epische Fiktion (von Hamburger)
Ich-Origo = in meinem Sprechen, meinem Orientierungssinn
gibt es einen Ursprung, das bin „ICH <hier und jetzt>“ – In der Literatur
versetzt man sich in die Orientierungssinne der anderen Ich-Originitäten.
Epische Fiktion ist die Möglichkeit des Autors von der
Subjektivität, d.h. von den inneren Vorgängen einer dritten Person zu
erzählen. Es kommt zur Darstellung der Erlebnisse anderer Personen. Jdn. sagen
wie man sich gefühlt hat ist nur durch Fiktion möglich.
(=Vergegenwärtigung des Erlebens anderer Personen).
Wir betreten die Fiktion indem wir ein Roman lesen. Wir versetzen
uns in die Originitäten anderer Personen hinein und nehmen auch eine Art
„Distanz zum Geschehen[man weiß, dass es einen nicht persönlich betrifft- Bsp.
Flugzeugabsturz]-> “ (ästhetische Einstellung[siehe Verfremdung)
ein.
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Zeit: das Präteritum wird auch zum <hier und
jetzt> Bsp. „Herr X ist auf Reisen“ -> „Herr X ist <hier und jetzt>
auf Reisen“. VERGANGENHEITSFUNKTION IM SATZ GEHT VERLOREN.
Bsp 1. Text über Napoleon
>Geschichtsschreibung<Geschichtsdichtung<
Es handelt sich um keinen informativen Text über Napoleon.
Wir erleben einen Tag mit Napoleon. Wir fragen uns wie es ist Napoleon zu sein,
damit haben wir die Fiktion bereits ausgelöst, bzw. hat es auch die
Schreibweise des Textes ausgelöst, da es nicht um eine objektive
Geschichtsschreibung handelt, sondern um die Vergegenwärtigung von der Person
Napoleon, wie er diesen Tag erlebt hat..
Bsp2.
Poesie der Bibel (Text wurde mündlich überliefert und später
aufgeschrieben)
Jesus wird vergegenwärtigt, für uns erlebbar da er
erlebnishaft ist. Es kommt zu >hier und jetzt> man versetzt sich in die
Geschichte ein..
1. Es
kommt zu direkter Rede
2. Woher
weiß der Autor, dass Jesus gekommen ist und andere geschlafen haben? Denn er
war doch nicht dabei?
Nach dem Fiktionsvertrag, der Texte als
Text aus muendlicher Rede (muendlicher Uberlieferung ) also
einer muendlichen Kultur entstanden, nicht in schriftlicher Form , also auch
nach Fiktionsvertrag keine Fiktion. Wenn man aber das ueberprueft, ob es
stimmt, dann koente man von Fiktion sprechen.
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