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Fertigungstechnik 1 Wirtschaftsingenieurwesen .doc

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Technics
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Product Engineering
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University, School
HFH Würzburg
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2009
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Fertigungstechnik 3 Wirtschaftsingenieur­wesen
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Fertigungstechnik 1

Aufgabe und Ziel der Fertigungstechnik ist die wirtschaftliche Herstellung von Einzelteilen und Erzeugnissen des Maschinen-, Apparate-, Geräte- und Fahrzeugbaus sowie der Elektrotechnik und Elektronik. Bei der Fertigung wird ein gewählter Anfangs- oder Rohzustand durch zielgerichtete Veränderung der Form und/oder Stoffeigenschaften in den gewünschten End- oder Fertigzustand überführt.

Dabei bedient man sich der Fertigungsverfahren, die mit Hilfe von Fertigungsmitteln realisiert werden.

Nach den Merkmalen Stoffzusammenhalt und Ziel der Veränderung werden 6 Hauptgruppen von Fertigungsverfahren unterschieden und zwar das Urformen, Umformen, Trennen, Fügen, Beschichten, Stoffeigenschaftsändern.

Als Anfangszustand für Metallerzeugnisse wird der sog. formlose Stoff, z.B. Schmelze oder Pulver verstanden. Ausgehend davon können zwei Hauptwege der Fertigung unterschieden werden:

-        Weg I: über die Halbzeugfertigung. Gegenwärtig dominiert Weg I mit einem Anteil von 80%.

Er ist dadurch charakterisiert, dass der formlose Stoff zu Vorformen urgeformt wird (Gießen z.B. von Blöcken oder Strängen), aus denen durch nachfolgendes Umformen (Walzen, Strangpressen) in meist mehrere Stufen Halbzeuge hergestellt werden, wie Stab- und Profilstahl, Rohr, Blech oder Band.

Der Weg I führt in der Regel zu besserer Materialökonomie und meist auch zu höherer Produktivität.

-        Weg II: direkte Formteilfertigung aus dem formlosen Stoff.

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Die Vorteile sind: Verkürzung des Gesamtprozesses, geringere Materialverluste, geringerer Energiebedarf.

Besondere Bedeutung erlangt Weg II durch die Entwicklung, Herstellung und Verarbeitung neuer Werkstoffe, z.B. pulvermetallurgische und keramische Hochleistungs- und Verbundwerkstoffe.

1. Urformen

-        1.1 Allgemeines Verfahrenprinzip

Urformen ist das Fertigen eines festen Körpers aus formlosem Stoff durch Schaffen des Zusammenhaltes, wobei die Stoffeigenschaften bestimmbar in Erscheinung treten.

Prinzipieller Verfahrensablauf

Beispiel

1. Erzeugen des urformfähigen formlosen Stoffes

1. Schmelzen des Metalls

2. Formgebung des formlosen Stoffes

2. Gießen der Schmelze in eine Gießform

3. Schaffen des Stoffzusammenhaltes

3. Abkühlen und Erstarren der Schmelze

4. Entnehmen des Urformteils aus der Form

4. Auspacken des Gussteils

5. Nachbehandeln des Urformteils

5. Putzen des Gussteils; Ausbessern der Gussfehler, Wärmebehandlung des Gussteils

-        1.2 Einteilung der Urformverfahren

  1. Ausgehend vom allgemeinen Verfahrensprinzip wird als erstes Gliederungsmerkmal des Urformens die Art des formlosen Stoffes herangezogen.

Urformen aus dem …

Beispiel

flüssigen Zustand

Gießen

breiigen Zustand

Gießen von Beton

pulverförmigen Zustand

Pressen und Sintern von Metall- oder Keramikpulver

plastischen Zustand

Spritzgießen von erwärmten Kunststoffgranulat

gasförmigen Zustand

Abscheiden aus der Dampfphase

ionisierten Zustand

Elektrolytisches Abscheiden

  1. Ein zweiter Einteilungsgesichtspunkt ist die Art der Formgebung des formlosen Stoffes. Dabei dominieren die mechanischen Prinzipien, nach denen unterschieden wird in:

a)     Urformen durch Schwerkraftwirkung.

Der Formhohlraum füllt sich mit formlosem Stoff durch Wirkung der Schwerkraft. Dieses Verfahren erfolgt nach dem aus der Physik bekannten Prinzip der kommunizierenden Röhren und setzt Fließfähigkeit und Formfüllungsvermögen des formlosen Stoffes voraus. Beispiele hierfür sind das Kokillengießen und das Sandformgießen.

b)     Urformen durch äußeren Druck.

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c)     Urformen durch Zentrifugalkraftwirkung. Bei diesem Verfahren werden rotierende Dauerformen verwenden, in denen sich die eingebrachte Schmelze durch die dort wirkende Zentrifugalkraft gleichmäßig über die Innenwand verteilt wird.

Beispiel hierfür ist das Schleudergießen.

d)     Urformen durch Druckwirkung des Urformwerkzeuges. Die Ausfüllung des Formhohlraumes erfolgt durch Druckwirkung eines aktiven Umformwerkzeuges.

Beispiele hierfür sind das Flüssigpressen, das Pressformen und das Pulverpressen.

2. Gusswerkstoffe und Erzeugen des flüssigen Gießmetalls

Vom Anwendungsumfang her dominieren in der BRD die Eisengusswerkstoffe mit ca. 3,5 Mio. Tonnen, gefolgt von Leichtmetallguss mit rund 0,4 Mio. Tonnen und Schwermetallguss mit 0,1 Mio. Tonnen pro Jahr.

Von den Eisengusswerkstoffen entfallen fast 90% auf Gusseisen, etwa 7% auf Stahlguss und nur etwa 3% auf Temperguss.

-        2.1 Eisengusswerkstoffe

Die Eisengusswerkstoffe unterscheiden sich insbesondere durch ihren Gehalt an Kohlenstoff und Silizium und die dadurch bedingte unterschiedliche Gefügeausbildung beim Erstarren.

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Beim Temperguss GT werden Kohlenstoff- und Siliziumgehalt sowie die Abkühlgeschwindigkeit so eingestellt, dass bei der Erstarrung kein freier Graphit ausgeschieden wird, sondern der Kohlenstoff in gelöstem bzw. gebundenem Zustand vorliegt.

Um den Zementit zu zersetzten ist eine anschließende Wärmebehandlung erforderlich. Je nach Art der Wärmebehandlung unterscheidet man zwischen schwarzen und weißen Temperguss.

Die Gießbarkeit von Temperguss sit mit Schmelztemperaturen um 1.300°C wesentlich besser als die von Stahlguss, während Festigkeits- und Zähigkeitswerte denen von Stahlguss nahe kommen.

Gusseisen GG hat etwa eutektischen Gehalt an Kohlenstoff und Silizium, so dass mit ca. 1.200°C sehr niedrige Schmelztemperaturen vorliegen. Bei geringer Abkühlgeschwindigkeit kommt es zur Ausscheidung von freiem Graphit in ferritischer Grundmasse.

Der Graphit ordnet sich zu Blättchen- oder Lamellenformen an, es entsteht Gusseisen mir Lamellengraphit GGL.

Diese eingelagerten Graphitlamellen sehr geringer Festigkeit unterbrechen den Eisengrundwerkstoff und führen damit zu einer Schwächung tragender Querschnitte. Gleichzeitig wirken sie als innere Kerben, die einen mehrachsigen Zugspannungszustand zu Folge haben.

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Das führt zum Gusseisen mit Kugelgraphit GGG. GGG vermeidet die Nachteile von GGL, hat etwa gleiches Festigkeitsverhalten wie Stahlguss, aber die guten Gießeigenschaften des Gusseisens.

-        2.2 Nichteisen-Gusswerkstoffe

Man unterscheidet zwischen Schwermetall- und Leichtmetallgusswerkstoffen.

Unter den Leichtmetallgusswerkstoffen dominieren die Aluminiumlegierungen Al-Si, Al-Mg und Al-Cu mit Dichten um 2,7 g/cm3 und Zugfestigkeiten von 200 … 250 N/mm².

Ihnen folgen Magnesiumlegierungen mit Dichten von 1,8 g/cm³.

Leichtmetalle werden vorzugsweise durch Druckgießen verarbeitet, gefolgt vom Kokillengießen und Sandformgießen.

Bei den Schwermetallgusswerkstoffen dominieren die Kupferlegierungen Cu-Zn (Messing),

Cu-Sn (Bronze) und Cu-Sn-Zn (Rotguss) mit Dichten um 8,6 g/cm³ und Zugfestigkeiten von

180 .. 280 N/mm².

Ihnen folgen Zinklegierungen.

Die Kupferlegierungen werden hauptsächlich als Kokillenguss, Schleuderguss, Strangguss und Sandguss verarbeitet, Zinklegierungen ausschließlich als Druckguss.

-        2.3 Erzeugen des flüssigen Gießmetalls

 

Zur Herstellung der Metallschmelze werden verschiedene Schmelzverfahren bzw. Schmelzöfen benutzt. Man unterscheidet:

a)             Schachtschmelzen im Kupolofen.

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