FAUST
EINE TRAMÖDIE
Theater
auf dem Theater für sechs Schauspieler und einen Regisseur
bearbeitet von
Jürgen Ferber
Kontakt
Jürgen Ferber
Rheintalstr. 31
68723 Schwetzingen
Telefon: (06202) 85
96 28
Telefax: (06202) 85
96 27
email: ferber@theater-am-puls.de
Vorbemerkung
Motivation
Die vorliegende Strichfassung von Goethes Faust (Der
Tragödie erster Teil) ist eine Version für kleine Bühnen und „nur“ sieben
Schauspieler. Die Rolle des Regisseurs kann tatsächlich vom Regisseur gespielt
werden, wodurch sich das benötigte Ensemble nochmals um eine Person verringert.
Aus der Beobachtung, daß der verklärende Ernst, mit der sich die meisten
Inszenierungen dem Faust nähern, die Schwellenangst des weniger an Klassiker
gewöhnten Publikums eher verstärkt) wurden besonders die komischen Stellen
herausgearbeitet. Die durch die neue Textzuordnung bei reduzierter
Personenzahl entstandene Parallelhandlung eines Theaterensembles soll
ebenfalls helfen, den distanzierenden Respekt vor dem Werk Goethes abzubauen
(Beispielszene: Walpurgistraum). Trotzdem kann und soll diese Fassung das
Orginal nicht ersetzen, sie soll im Gegenteil Mut und Lust machen, sich diesem
und anderen Klassikern zu nähern.
Konzept
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Orginal u.a. Theaterdirektor, Gott und Geister) während des Stücks präsent
bleibt, wodurch eine wiedererkennbare Realität entsteht (ohne Magie etc.). Die
beiden Realitäten durchmischen sich (virtuelle Realität...), indem nicht immer
aufgelöst wird, ob ein Darsteller nun eine von Goethes Figuren spielt oder die
des Schauspielers in einer Faust-Inszenierung.
Auf die Nennung des ursprünglichen
Sprechers einer Textstelle wurde in dieser Strichfassung bewußt verzichtet.
Die Idee, auf der Basis des Goethe-Textes (dessen Sätze nirgendwo verändert
wurden und der Änderungen ausschließlich durch Streichungen oder andere Zuordnungen
erfahren hat) ein Spiel mit parallelen Themen zu entwerfen, entspricht der
Improvisation im Jazz. Der Zuschauer wird mit Hilfe der populären Zitate (von
denen keines gestrichen wurde) und der witzigen Stellen immer wieder zum eigentlichen
Thema zurückgeführt, während dazwischen Ausflüge in die Parallelwelt Theater
unternommen werden.
Umsetzung
Getreu Goethes Konzept, das Stück auf mehreren
intellektuellen Ebenen funktionieren zu lassen („Ein jeder sucht sich endlich
selbst was aus.
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Bühnenbild
Die bildliche Vorstellung während der Bearbeitung enthält
ein zweistöckiges Bühnenbild, damit Schauspieler von einer höheren Ebene aus
die Szene auf der niedrigeren Ebene beobachten können. Der Regisseur befindet
sich im Publikum an einem Tisch mit Lichtpult. Diese bildlichen Vorstellungen
sind aber nur Anhaltspunkte für das Verständnis dieser Fassung.
Personen
Regisseur
25 - 35 Jahre
selbstgerecht und eitel, befreundet mit Mephisto und Faust,
findet Grete attraktiv
Mephisto
25 - 35 Jahre, schlank
Schauspieler, Zyniker, mit dem Regisseur und Faust
befreundet
Faust
35 - 45 Jahre
Schauspieler, Intellektueller in der Midlife Crisis, glaubt
an die hohe Kunst
Grete
16 - 25 Jahre
Schauspielerin, attraktiv, raffiniert (die Waffen der
Frau...)
Marthe
35 - 45 Jahre
Schauspielerin, alternd, vulgär, war früher einmal wie
Grete
Wagner
25 - 30 Jahre
Schauspieler, schwul (tuntig), findet Faust attraktiv
Valentin
25 - 30 Jahre
Schauspieler, wenig begabt, hält sich selbst aber für gut.
Handlung
Erste Hälfte
1. Szene - Vorspiel auf dem Theater –
Seite 7
Der Regisseur diskutiert mit den beiden befreundeten
Schauspielern Faust und Mephisto über das geplante Projekt.
2. Szene - Prolog im Himmel –
Seite 10
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3. Szene - Nacht –
Seite 13
Faust hadert mit seinem Schicksal. Er glaubt, sich nur noch
mit Magie weiterentwickeln zu können. Sein Schüler Wagner himmelt ihn an.
Fausts Geisterbeschwörung hilft ihm zunächst nichts. Erst als er sich vergiften
will, macht ihm Gretes Stimme wieder Lust auf das Leben.
4. Szene - Vor dem Tor –
Seite 18
Faust geht mit Wagner spazieren. Sie treffen in Marthe,
Valentin und Grete einige Passanten und am Ende der Szene einen Pudel, der
Faust nach Hause folgt.
5. Szene – Studierzimmer 1 –
Seite 23
Währende Faust vor sich hinphilosophiert, verwandelt sich
der Pudel in Mephisto, der sich als Teufel ausgibt.
6. Szene – Studierzimmer 2 –
Seite 28
Mephisto kommt zu Faust, um ihm seine Dienste für ein
fröhliches Leben anzubieten. Sie wetten, daß Faust eines Tages den Augenblick
so schön findet, daß er ihn halten will. Wenn dies passiert, soll Faust nach
seinem Tode Mephisto dienen. Bevor sie losziehen, lernen Wagner und Mephisto
sich noch kennen, Wagner wird eifersüchtig.
7. Szene - Auerbachs Keller –
Seite 37
Valentin, Marthe, Grete und Wagner sitzen in der Kneipe und
trinken. Wagner beklagt seinen Liebekummer. Mephisto kommt mit Faust dazu und
hält die Betrunkenen mit einigen Tricks zum Narren.
8. Szene - Hexenküche –
Seite 43
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Pause
Zweite
Hälfte
9. Szene – Straße 1 –
Seite 47
Faust trifft auf der Straße Grete. Er fordert Mephisto auf,
sie mit ihm zu verkuppeln.
10. Szene - Abend. Ein kleines reinliches Zimmer –
Seite 50
Faust und Mephisto deponieren bei einem Einbruch in Gretes
Zimmer teuren Schmuck. Als Grete ihn findet, ist sie sehr beeindruckt.
11. Szene - Spaziergang –
Seite 53
Mephisto erzählt Faust, daß Grete den Schmuck ihrer Mutter
gezeigt hat und diese ihn dem Pfarrer wegen Unrechtmäßigkeit übergeben. Faust
beauftragt Mephisto, neuen Schmuck zu beschaffen.
12. Szene - Der Nachbarin Haus –
Seite 55
Grete ist bei ihrer Nachbarin Marthe und zeigt dieser den
neuen Schmuck, der nun vor der Mutter geheimgehalten werden soll. Mephisto
kommt zu Besuch und schmeichelt den Frauen. Er erzählt Marthe vom Tod ihres
Mannes und verspricht, mit einem weiteren Zeugen wiederzukommen.
13. Szene – Straße 2 –
Seite 60
Mephisto überredet Faust, Marthe wegen des Todes ihres
Mannes anzulügen.
14. Szene - Garten –
Seite 62
Faust und Grete sowie Mephisto und Marthe flirten im Garten
miteinander.
15. Szene - ein Gartenhäuschen –
Seite 66
Erster Kuß von Faust und Grete.
16. Szene - Wald und Höhle –
Seite 67
Faust und Mephisto diskutieren. Faust zweifelt an seinem
Verhalten, kann aber nicht von Grete lassen.
17. Szene - Gretchens Stube –
Seite 70
Gretchen masturbiert in Gedanken an Faust.
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