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Faust I - Interpretation Szene im Studierzimmer 2 - Goethe .doc

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Faculty
Human Science
Discipline
Literature
Document category
Interpretation
University, School
Gymnasium Kremsmünster
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2010
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Interpretation Studierzimmer 2 (ohne Schülerszene)

Faust ist ein bürgerliches Trauerspiel, das von Johann Wolfgang von Goethe geschaffen wurde. Es ist über einen Zeitraum von etwa 60 Jahren entstanden durch die Überarbeitung des Urfaust, einem Werk des Sturm und Drang. Faust I wird der Klassik zugeordnet, enthält aber immer noch Elemente des Sturm und Drang.

Dieses Werk weist nicht die typische geschlossene Dramenstruktur auf, mit Ausnahme des "Gretchenkonflikts".

Heinrich Faust, ein angesehener Lehrer und Wissenschafter, ist todunglücklich darüber, dass er trotz all seiner Wissenschaft und Studien eigentlich nichts weiß. Da ihn die Wissenschaft nicht weiter bringt, sucht durch "Leben und Genießen" seiner inneren Unruhe Herr zu werden. Deshalb schließt er einen Pakt mit Mephisto, mit dem "Teufel".

(restlicher Inhalt: Auch da erfährt er nicht die ersehnte Erfüllung, lernt dabei aber die junge, tiefgläubige Margarete - "Gretchen" kennen. Sie kann sich seiner Anziehungskraft nicht widersetzen. Schuldig am Tod ihrer Mutter, ihres Bruders und des eigenen Kindes ist sie bereit, die ihre Taten zu sühnen.

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Faust, ein höchst gebildeter Mann höheren Ranges, sehr angesehen in seinem Umfeld, ist mit seinem Leben absolut unzufrieden, weil ihm der Sinn darin fehlt. Das macht ihn schwach und anfällig für das "Böse". Mephisto vertritt "das Böse", "den Teufel" und dessen Verlockungen.

Aber auch er ist nicht völlig frei und auch er untersteht Gott, der ihm die Erlaubnis erteilt hat, Faust, den redlichen Diener Gottes, zu verführen, wenn dieser das zulässt. Ein Geisterchor in dieser Szene unterstützt Mephisto bei seinem Vorhaben.

Faust befindet sich in seinem Studierzimmer als Mephisto wieder an die Tür klopft. Faust bittet ihn herein und zwischen den beiden entsteht neuerlich ein Dialog. Wieder klagt Faust über seiner innere Zerrissenheit. "Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.

Was kann die Welt..." (Zeile 1546 - 1550). Er sehnt sich nach den Genüssen des Lebens und auch nach dem Tod. Mephisto hält dagegen, dass er das Gift nicht getrunken hätte und der Todeswunsch nicht so stark sein könnte. Faust zählt alles auf, das er ablehnt, den Ruhm, den Besitz, aber auch die Liebe, den Glauben und die Hoffnung.

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Dafür will er ihm einen Wunsch erfüllen. Faust ist sich wohl der Gefahr bewusst und verhält sich anfangs ablehnend, ihm ist aber auch egal, was nach seinem Tod mit ihm passiert. Schließlich lässt Faust sich auf den Handel ein. "Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen...." (Zeile 1699 - 1705) Mephisto möchte den Vertrag mit ein paar Tropfen Blut von Faust besiegelt wissen, der wiederum enttäuscht ist, dass Mephisto das Wort eines Mannes nicht genug ist.

Um endlich Glücksmomente zu erfahren, stolz auf sich sein zu können, innere Ruhe zu finden und seine Leidenschaft zu stillen, nimmt er alles in Kauf und steht zu seinem Teil des Pakts. "Des Denkens Faden ist zerrissen, mir ekelt lange vor allem Wissen. Lass in die Tiefen der Sinnlichkeit....." (1748 - 1751) Faust fragt, was er wohl wäre, wenn er des Menschen Krone nicht erringen könnte.

Worauf Mephisto ihm klar macht, was auch immer er tut oder an sich ändert, er bleibt doch stets, was er ist. Ein Junge erscheint, der von Faust unterrichtet werden möchte. Mephisto will ihn als Faust empfangen. Als Faust abgeht, macht Mephisto klar, was er mit Faust vor hat: Er soll ruhig die Wissenschaft verachten und sich seinem Blendwerk hingeben.

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In dieser Szene ist der Dialog ziemlich ausgewogen, beide Seiten haben etwa gleich lange Parts. Am Ende steht ein kurzer Monolog Mephistos, in dem sein Vorhaben sehr deutlich wird. Er fühlt sich jetzt schon als Sieger und es sieht auch wirklich nach einem Sieg des Bösen aus. Mephisto ist sehr schlagfertig, weiß immer, wie er Faust beeinflußen und auf seine Seite ziehen kann.

Daus ist allerdings nicht sehr schwer, denn Faust will sich gar nicht mehr auf die "gute Seite" schlagen. Er verspricht sich von diesem Pakt das Ende seiner rastlosen Suche. Sollte Mephisto das nicht zuwege bringen, so ist der Vertrag null und nichtig und Faust hat aus seiner Sicht nichts zu verlieren. Da er die Erfüllung hier auf Erden sucht, fürchtet er nicht, was danach kommt.

Für diese Welt ist Mephisto sein Diener und er bekommt, was er glaubt haben zu wollen. Da er ja das Leben nach dem Tod nicht fürchtet, hat er hat nichts zu verlieren.

(Diesen "Krieg" gewinnt später Gretchen für ihn, die ohne sein Zutun aus tiefer Gläubigkeit sich für Gott entscheidet und so den Pakt zunichte macht.)

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Die beiden sprechen in Versen und auf ziemlich gleichem Niveau. Beide bedienen sich einer gehobenen Sprache entsprechend der damaligen Zeit.

Mephisto wird nicht müde, seine leeren Versprechungen immerfort zu wiederholen und für Faust klingt es jedes Mal schöner und verlockender.

Der Inhalt dieses Werkes war für mich leicht nachvollziehbar, ist es doch damals wie heute so, dass es Menschen gibt, die, egal was sie wissen oder besitzen, nie genug haben und immer unzufrieden sind. Auch heute treibt dies seltsame Blüten: Drogenexzesse und Selbstmord sind bei den VIPs sehr häufig.

Ob in der etwas seltsam anmutenden Sprache der damaligen Zeit oder in dem "Slang" Slang unserer Zeit - heute wie damals gilt: Mehr Bescheidenheit und Demut gibt uns die innere Zufriedenheit - diesen Rat hätte ich Faust gegeben und diesen Rat gebe ich euch allen.


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