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Farbmittel

Geschichte
Entstehung des Farbeindrucks:
-
Ein Gegenstand wird als farbig wahrgenommen, wenn er mit Licht bestrahlt
wird.
-
Teilchen eines Stoffes treten mit dem Licht in Wechselwirkung
-
Wenn emittiertes oder reflektiertes Licht im sichtbaren
Bereich (380-780nm) dann farbig.
-
Monochromatisches Licht: spektralreines Licht einer Wellenlänge
-
Farbe sowohl physikalisch erklärbar, als auch ein Sinneseindruck
Farbmischung und Komplementärfarben:
-
ein normalsichtiger Mensch kann ~ 160 Farbtöne und 600.000 Farbnuancen unterscheiden
-
additive Farbmischung:
o
Farben werden übereinander gelagert
o
Emitiertes Licht
o
Blau + Rot + Grün = Weiß
-
subtraktive Farbmischung:
o
ein Teil des Lichts wird absorbiert (best. Spektralbereiche
herausgefiltert)
o
Der Rest wird reflektiert und erscheint durch additive
Farbmischung Farbig
§
Blau absorbiert à Gelb
reflektiert
§
Sichtbar ist die Komplementärfarbe
der absorbierten Farbe
Sehprozesse und Sehpigmente:
-
Mensch hat 130 Mio Sinneszellen im Auge
o
7 Mio Zapfen:
§
Ermöglischen das Farbensehen;
Helle Beleuchtung nötig
§
Zentrale Sehgruppe (tagsüber Stelle des schärfsten Sehens),
gelber Fleck
§
3 Arten
·
S-Typ: Blau (420 nm)
·
M-Typ: Grün (534 nm)
·
L-Typ: Rot (564 nm)
o
123 Mio Stäbchen:
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§
Vor allem in Netzhautperipherie
§
Sehpurpur, Rhodopsin, absorbiert gesamten sichtbaren
Wellenlängenbereich, deswegen kein Farbensehen möglich
§
10000mal lichtemprindlicher als Zapfen
-
Sehpigmente wandeln Lichtreize in elektrische Erregung der Zelle um
o
Bei der Absorption werden die Elektronen der Moleküle von einem
Grundzustand (E1) in einen angeregten Zustand mit Energie E2
gebracht
-
Entstehung des Farbeindruck von 3 Faktoren abhängig:
o
Mindestintensität des Reizes (Farbschwelle)
o
Mindestzeit d. Reizdauer (Farbzeitschwelle)
o
Bestimmte Netzhautfläche muss getroffen werden (Farbfeldschwelle)
-
Man unterscheidet Farben aufgrund des Farbtons, der Sättigung, der
Helligkeit
ORGANISCHE
FARBSTOFFE
-
Konjugierte Doppelbindungen (chromophore Systeme)
o
Je länger das konj. Doppelbindungssystem eines Moleküls ist,
desto größer ist die Wellenlänge des absorbierten Lichtes.
§
Verschiebung des Absorptionsmaximums in den Bereich des
sichtbaren Lichts
-
oft Ringstrukturen, kondensierte Aromaten
o
Merkmale Aromat:
§
Ringform
§
Konj. П-Elektronensystem
§
Delokalisierte П elektronen
§
Mesomerie
§
Planar
§
Hückel-Regel 2n+2 П elektronen
\
/
C = C – C = C – C = C
– C = C – C = C – C
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A
D
A = Elektronenakzeptor (Antiauxochrom) D =
Elektronendonator (Auxochrom)
-
Größter Farbvertiefender Effekt wenn A- und D-Gruppe vorhanden ( bathochromer Effekt)
o
Verschiebung zu längerwelligem Licht (Rotverschiebung)
-
Hypsochromer Effekt
o
Farbaufhellend
o
Je weniger Gruppen bzw. keine à
Verschiebung zu kürzerwelligem Licht (Blauverschiebung)
-
Farbe abhängig von:
o
Angehefteten Endgruppen (A / D)
o
Länge des Chromophor
o
Geometrie
o
Art und Stärke von Substituenten (A / D)

Farbmittel
Unterschied: Pigmente und Farbstoffe:
-
Pigmente: im Anwendungsmedium unlöslich
-
Farbstoffe: im Löse- oder Bindemittel
löslich
FARBSTOFFKLASSEN
(Struktur):
Azofarbstoffe:
Allgemeine Formel: R – N
= N – R’ Azogruppe
-
Azogruppe verbindet meist aromatische Systeme miteinander
-
Farbigkeit durch Ausbildung eines mesomeren
Doppelbindungselektronensystems, das sich über Benzolkerne und Azogruppe
erstreckt
-
Lichtabsorption lässt sich durch gleichzeitigen Einbau von A- und D-
Gruppen verändern
-
Azofarbstoffe mit basischen Substituenten = Basische Azofarbstoffe
-
Azofarbstoffe mit sauren Substituenten = saure Azofarbstoffe
Synthese von Azofarbstoffen:
-
Diazotierung:
-
Azokupplung
Verwendung von Azofarbstoffen:
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Färbemittel (Farb- und Lichtecht); durch Sulfonsäuregruppen bessere
Wasserlöslichkeit
-
Anfärben von Wolle, Leder, Kerzenwachs, Schuhcremes, Heizöl
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Früher Lebensmittelfarbstoff
-
Arzneimittel
Beispiele:
-
2,4-Diaminoazobenzol, Orange II, Kongorot, Methylorange, Sudanrot
Triphenylmethanfarbstoffe:
-
leiten
sich vom Triphenylmethan ab (vgl. Abb.), farblos, kristallin
-
Herstellung von Tinten, Zeichen- und Kopierfarben
-
Färben von Papier, Kosmetika, Lebensmitteln
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pH-Indikatoren
-
In der Textilindustrie kaum verwendet, da geringe Wasch- und
Lichtechtheit
-
mindestens zwei der aromatischen Ringe tragen in 4-Stellung
elektronenliefernde Substituenten à
Vergrößerung des Chromophors, mesomere Grenzformeln möglich
Beispiele:
-
Kristallviolett, Malachitgrün, Phenolphthalein
-
Phenolphthalein: besitzt noch einen Lactonring (Fünfring,
intramolekulare Ester von Hydroxycarbonsäuren), dieser öffnet sich in stark
saurer/alkalischer Lösung à es
entstehen farbige Ionen, in stark alkalischer Lösung wieder farblos
-
Die Strukturen des Phenolphthaleins
-
   
pH <
0 0–8,2 8,2–12,0 > 12,0
Farbe rot farblos pink farblos
Carbonylfarbstoffe:
Merkmal: Carbonylgruppe vorhanden >C=O>
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hierzu gehören Indigoide und Anthrahinonfarbstoffe
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