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Faktoren und Prozesse der Bodenentwicklung .doc

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Environmental Science
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Geo Sciences
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Ludwig-Maximilians-Universität München - LMU
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Faktoren und Prozesse der Bodenentwicklung

1   Faktoren der Bodenentwicklung

1.1       Ausgangsgestein

1.1.1                Festgesteine

Tiefengesteine (Plutonite) mit grobem Gefüge verwittern leichter als ihre chemisch entsprechenden feinkörnigen Ergussgesteine, das grobe Gefüge bietet bessere Angriffsmöglichkeiten für die physikalische Verwitterung. (Frost-/ Salz-/ Temperatursprengung)

Schiefer- und Sedimentgrenzen stellen Schwächezonen dar, hier ist die Verwitterung stärker.

1.1.2                Lockergesteine

Grobkörnige Sedimente erleichtern Perkolation und damit Verlagerungsvorgänge. Feinkörnige Sedimente hingegen begünstigen Wasserstau und die Bildung redoximorpher Merkmale. An Hanglagen zudem erhöhter Oberflächenabfluss durch wasserstauende Schichten und Wasseraustritt am Hang. Lockersedimenten mit hohen Packungsdichten wie z.B. Schwemmlöss wirken ebenfalls Wasserstaubegünstigend.

Bsp.:

- Löss über Sandstein: hohe Permeabilität, geringe physikalische Verwitterung, wenig verwitterte Silikate --> Podsolierung: Versauerung und Fe-Al-Verlagerung

- Löss auf Tongestein: geringe Permeabilität, Wasserstau, Vergleyung

1.1.3                Sonstiges

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1.2       Klimaverhältnisse

1.2.1                Temperatur

Aus Intensität und jahreszeitlicher Verteilung der Strahlungsbilanz (Δ Ein-/ Ausstrahlung) des Bodens ergibt sich die für die Bodenentwicklung wirksame Energie. Die Bodentemperatur wirkt direkt auf Verwitterung, Zersetzung und Mineralbildung ein, chemische Verwitterung wird durch steigende Temperaturen intensiviert ist somit äquatorwärts wirksamer als polwärts bzw. in Höhenlagen.

Die Boden- und Lufttemperatur beeinflusst auch die Vegetation und damit die organische Materie im Boden. Unter 0°C kommen die meisten chemischen und bodenphysikalischen Prozesse zum Erliegen

1.2.2                Niederschläge

Niederschläge ergänzen das existente Bodenwasser, ermöglichen Lösungs- und Verlagerungsprozesse und wirken ebenfalls auf die Flora ein. Für die Bodenentwicklung sind v.a. diejenigen Anteile des Niederschlags wichtig, die Lösungsprodukte der Verwitterung und Zersetzung abführen und verlagen. Durch Starkregen, Schneeschmelze und Wind bei ungeschlossener Vegetationsdecke kann es zudem zur Bodenerosion kommen.

In ariden Klimatenist die chemische Verwitterung gering, da die Verwitterungsprodukte aufgrund mangelnden Bodenwassers nicht ausgewaschen werden. Salze, Kalke und Gips lagern sich so oberflächennah an.

 

1.2.3                Grundwasser

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1.2.4                Relief

Durch das Relief bilden sich benachbarte Kleinklimate, deren Bodenentwicklung unterschiedlich und nicht zeitlich kohärent verläuft. So sind Schattenhänge mit NO-NW Exposition eher feuchter und kühler, Sonnenhänge mit SO-W Exposition eher trockener und wärmer. Da die Temperaturschwankungen auf dem Sonnenhang zudem größer sind, ist die Bodenentwicklung oft tiefgründiger.

1.2.5                Mensch

Durch Ackernau und Landwirtschaft beeinflusst der Mensch die Bodenentwicklung. Durch ackerbauliche Bearbeitung des Bodens wird die ursprüngliche Horizontierung zerstört und der Boden belüftet. Die höhere Belüftung und auch erfolgende Düngung erhöhen die mikrobielle Zersetzung der organischen Bodenbestandteile, die Düngung zudem unabhängig von der Zersetzungsrate den Nährstoffgehalt im Boden.

Durch Kalkung wird die Pufferkapazität der Böden erhöht und die natürliche Versauerung und Verwitterung der Böden gehemmt, die Bodenentwicklung also verzögert.

Durch ackerbauliche Maßnahmen wie Umpflügen wird die Aggregatstabilität des Bodens verringert, die Böden neigen somit eher zum Verschlämmen. Durch Bewässerung und Entwässerung wird der Bodenwassergehalt beeinflusst, Bewässerung des Bodens kann zu Vergleyung durch Wasserstau führen, sowie Versalzung.

 

2   Bodenbildende Prozesse

Definition:

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2.1       Umwandlungsprozesse

2.1.1                physikalische Verwitterung durch Volumenvergrößerung

Mögliche Formen der physikalischen Verwitterung durch Volumenvergrößerung sind die Frostsprengung (Kyroklastik), Salzsprengung und Thermosprengung. Allen drei ist gemein, dass sie zu einer Verkleinerung der Minerale führen. Die Frostsprengung ist besonders in den ersten cm des Oberbodens wirksam, da Frostwechsel hier sehr häufig sind, wohingegen sie mit zunehmender Tiefe seltener werden.

Die Tiefenwirkung der Frostsprengung wird durch die sommerliche Auftautiefe begrenzt und kann bis zu 1,5m betragen.

2.1.2                Verbraunung und Verlehmung

Durch Verwitterung eisenhaltiger Silikate werden im Boden Eisen-Oxide (Fe-II) gebildet, diese Eisenoxide sind braun gefärbt. Die Verbraunung wird erst bei einem pH<7 besonders wirksam und ist in den gemäßigten Breiten der prägende Prozess der Bodenentwicklung. Durch die Verbraunung wird ein Cv-Horizont zu einem Bv-Horizont!

Mit der Verbraunung ist der Prozess der Verlehmung, also der Bildung von Tonmineralen verknüpft.

2.1.3                Ferralitisierung und Desilifizierung

Definition:

Desilifizierung ist die Verarmung der Böden an Silizium (Silicaten) durch langanhaltende und intensive Verwitterung.

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Mit beginnender Desilifizierung werden erst Alkali- und Erdalkali-Ionen ausgelöst, später auch schwerer lösbare Ionen bis hinab zum Slilizium. Dies geht einher mit der Bildung der Fe-Oxide Geothit und Hämatit.

2.1.4                Zersetzung des organischen Materials

Durch die Zersetzung des organischen Materials kommt es zur Humifizierung der Böden sowie der Nitrikation. Der unter der Streuauflage liegende, humushaltige und mineralische Oberbodenhorizont ist der Ah-Horizont.

2.1.5                Gefügebildung

Im Zuge der Bodenentwicklung kommt es zu Veränderungen der räumlichen Struktur der Mineralpartikel sowie der Bildung von Aggregationen. Im belebten Oberboden wird durch das Edaphon ein Krümelgefüge hergestellt, auf sandreichen Böden ein Einzelkorngefüge. Beim Quellen und Schrumpfen von Tonen kommt zur Aussonderung von Aggregaten.

An Oberflächen kann es auf vergetationsarmen bzw. -freien Böden durch Verschlämmung beim Splash-Effekt zur Bodenversiegelung mit anschließender Krustenbildung kommen. Krustenbildung ist in ariden Gebieten durch biologische Prozesse sowie der Anreicherung von Salz, Kalk und Gips im Oberboden möglich.

 

2.2       Umlagerungsprozesse

allgemeine Folge von Umlagerungsprozesse: Dispergierung -> Transport -> Ablagerung

 

2.2.1                Lessivierung


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