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Experimente im Biologieunterricht .doc

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Natural Science
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Biomedical Sciences
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Erfurt Studienseminar
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Experimente im Biologieunterricht

1.    Ausarbeitung nach Graf, E. (Hrsg.): Biologiedidaktik

·         Experimente haben hohen Stellenwert im Bezug auf die Erkenntnisgewinnung

·         Alternative Ansichtsweisen: Experiment = Frage an die Natur / Experiment = Fortführung von Beobachtungen unter künstlich veränderten Bedingungen

·         Im Biologieunterricht kommt es beim Experimentieren nicht zu Neuentdeckungen sondern bereit bekannte biologische Sachverhalte werden nachentdeckt ® trotzdem stellt es für die SuS einen Forschungsprozess dar und hat deshalb im Sinne des entdeckenden Lernens einen hohen Motivationsgehalt (=intrinsische, sachbezogene Motivation)

·         Experimente sind eine essentielle Zutat im problemorientierten Biologieunterricht

·         Experiment verlangen nach zahlreichen Arbeitsweisen und –techniken (sachgerechter Umgang mit Naturobjekten, sichere Handhabung von Versuchsgeräten, Umsetzung einer Versuchsvorschrift, Protokollieren, gezieltes Beobachten, Fehleranalyse) und stellt somit eine anspruchsvolle Arbeitsmethode dar

·         Schülerexperimenten sollte immer Vorzug vor Demonstrations- bzw. Schülergruppenexperimenten gegeben werden, falls es Material-, Raum-, Kosten-, Zeit- und Sicherheitsgründe erlauben.

 

·         Argumente für die Durchführung von Schülerexperimenten:

o   Ermöglichen Original- und Primärerfahrungen ® Erkenntnisgewinn und Entwicklung von Einstellungen und Haltungen

o   Verbinden obligatorisch methodisches Wissen und Sachwissen

o   Decken alle Kompetenzbereiche des ThLP ab

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Experimente zur Verdauung) ® Biologie wird im Wortsinn „begriffen“

o   ist unverzichtbare Arbeitsweise in der Naturwissenschaft

o   arbeitsteiliges Experimentieren kann zur Binnendifferenzierung genutzt werden und simuliert zugleich Arbeit von Forscherteams

o   fördern Neugierverhalten der SuS und bieten positive Unterrichtserfahrung

o   kann die Bereitschaft im Umgang mit komplexeren Fragestellungen steigern

o   dienen der Hinführung zu logisch-abstraktem Denken und wissenschaftlichen Arbeiten fördern sicheren Umgang mit Versuchsobjekten und –geräten

o   schulen Sachlichkeit und Kritikfähigkeit ® Fehleranalyse

o   Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen und Vorgehensweisen wird geweckt und gefördert

o   Beschäftigung mit biologischen Fragen über den Unterricht hinaus

·         In Sek. 1 meist qualitative Experimente als quantitative (® Erklärung folgt weiter unten), da billiger und einfacher ® dennoch auch schon in Sek. 1 quantitative Experimente möglich:

o   Messung von Enzymtätigkeit bei verschiedenen Temperaturen und pH-Werten

o   Eintauchtiefe in Wasser von Hölzern gleichen Gewichts aber unterschiedlicher Form

o   Testen der Merkfähigkeit bei unterschiedlichen Störfaktoren (klassische Musik, Popmusik, etc.)

o   Feststellen der Hörschwelle bei verschiedenen Personen

o   Sehtest bei unterschiedlichen Lichtbedingungen

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·         Trotzdem wird im Biologieunterricht noch immer zu wenig Experimentiert.

Nicht selten sind Schulexperimente nur Beobachtungen, Untersuchungen oder Versuche. Echte Experimente sind durch folgende Faktoren charakterisiert:

o   Eingriff in einen ruhenden oder ablaufenden Vorgang und

o   Isolierung eines Faktors und

o   Systematische Variation eines Faktors (oder mehrerer Faktoren) und

o   Reproduzierbarkeit der Ergebnisse und

o   Intersubjektive Überprüfbarkeit von Versuchsbedingungen und- Ergebnissen

o   ® ein Versuch hat im Gegensatz zum Experiment keine Kontrollversuche und keine Variationen der Versuchsbedingungen

·         Nicht zuletzt: Ein Schüler muss immer wissen, warum er ein Experiment durchführt, da es sonst nicht zu einem Lern- und Bildungserfolg kommt

2.    Ergänzung nach Berck, K.-H.: Biologiedidaktik

·         Man geht davon aus, dass maximal 20% des Biologieunterrichts den Schülerexperimenten und weitere 20% den Demonstrationsexperimenten gewidmet wird (Zahlen über 25 Jahre alt…) ® Verband der deutschen Biologen hat in einer Umfrage festgestellt, dass bei ca. 50% der Lehrer der Anteil an Experimenten im Unterricht bei unter 10% liegt, bei weiteren 40% der Lehrer zwischen 10-20%

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Nachteil: dem Schüler wird bei dieser Experimentierform nicht klar, dass zu einer „Beweiskraft“ eine große Anzahl an Versuchen und Kontrollversuchen benötigt wird

·         Unterteilung von Experimenten in zwei wesentliche Gruppen:

1.       Qualitative Experimente: = bestätigen, bejahen oder verneinen bestimmte Fragestellungen (z.B.: Feststellung, dass Mensch nur bestimmte Tonhöhen hört) ® sind meist durch Beobachten und mit Hilfe einfacher Geräte zu lösen

2.       Quantitative Experimente: = genauere Untersuchung von Bedingungen, bei denen etwas bestimmtes geschieht (z.B.: Abhängigkeit des Tonumfangs vom Alter bei mehreren Personen) ® erfordern meist spezifische Geräte

·         Bedeutung von Experimenten im Biologieunterricht (hier wiederholt sich jetzt vll. was):

o   Einsichten in naturwissenschaftliche Arbeitsweisen gewinnen und positive Einstellungen entwickeln

o   Erwerb von Fähigkeiten zum Experimentieren

o   Deduktive und induktive Beweisführung erlernen und unterscheiden

o   Fähigkeit zum Lösen von Problemen entwickeln

o   Naturwissenschaftliche Begriffe experimentell überprüfen, dadurch besser lernen

o   Interesse an Biologie fördern

·         Schülerexperimente lassen sich in drei wesentliche Typen unterscheiden:

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Dienen dazu, im Unterricht behandelte Sachverhalte zu demonstrieren, festigen, belegen.

2.       Langzeitexperiment: über längeren Zeitraum und unter größerer Eigenständigkeit der Schüler im Bezug auf Methode, Datengewinnung und –auswertung.

Problem wird meist vom Lehrer gestellt ® SuS sollen jedoch selbst Prinzipien, Gesetzmäßigkeiten und Hypothesen finden (die auch erst im Nachhinein ausgewertet werden).

3.       Forschungsanaloge Experimente: meist in Absprache und Entwicklung zwischen SuS und Lehrer ® kann neues oder analoges Problem zu bereits bekannten Sachverhalten sein.

Schüler gehen bei Durchführung, Methoden und Auswertungsstrategien weitestgehend eigenständig vor

·         Computersimulationen von Experimenten dauern zwar etwas länger führen aber zu den gleichen Lernergebnissen, wie reale Experimente ® können auch zur Vorbereitung auf komplexere Experimente genutzt werden oder alternativ angewandt werden, wenn an der Schule die nötigen Mittel fehlen

·         Wenn man vom Einführungsexperiment absieht empfiehlt es sich, dass bei Experimenten die folgenden drei Bedingungen erfüllt sind:

1.       SuS haben ausreichendes Wissen zum experimentell untersuchten Thema

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3.       SuS haben Kenntnisse über die Schritte beim Experimentieren: biologisches Problem – Frage/Hypothese – Prüfung, welche Fragen/Hypothesen Mit Experiment gelöst werden können – Entwicklung von Versuchsanordnung – Durchführung des Experiments – Protokollieren der Ergebnisse – Bestätigung/Ablehnung der Fragen/Hypothesen

(nach Falkenhausen)

·         Demonstrationsexperimente: = Lehrerexperiment, gleichen Schritte wie gerade oben erwähnt sollten eingehalten werden, damit das Tun des Lehrers auf die Schüler nicht wie „Zauberei“ wirkt ® wenn mgl. erhalten SuS schriftliche Versuchsanleitung ® Fördert den Erkenntnisprozess

·         Experimente verbessern die biologischen Erkenntnisse der SuS und bereichern und effektivieren den eigenen Unterricht

·         Idealer Weise sollten Schülerfragen Auslöser für Experimente sein ® besonders auch für forschungsanaloge Ex.

·         Man muss sich beim Experimentieren Zeit lassen, sonst verfliegen die positiven Effekte

Literatur:

Berck, Karl-Heinz (2005): Biologiedidaktik. Grundlagen und Methoden. Quelle und Meyer Verlag, Wiesbaden.

 

Graf, Erwin (Hrsg.) (2004): Biologiedidaktik für Studium und Unterrichtspraxis. Auer Verlag, Donauwörth.

 


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