Die
Exemplarität als Grundbaustein methodischen Vorgehens
Schriftliche
Prüfungsarbeit zur zweiten Staatsprüfung für das Amt des Studienrats mit einer
beruflichen Fachrichtung
Planung,
Durchführung und Analyse einer Lernsituation aus dem Lernfeld 6 (Prüfen und
Instandsetzen der Motormechanik) für auszubildende Kfz-Mechatroniker im zweiten
Ausbildungsjahr am OSZ Kraftfahrzeugtechnik (Berufsschule), unter besonderer
Berücksichtigung des exemplarischen Vorgehens
vorgelegt
von:
Thoralf
Rambow
angefertigt
im Fachseminar Metalltechnik des 6./7. Schulpraktischen Seminars im Bezirk
Steglitz-Zehlendorf
Hauptgutachterin:
Berlin,
den 06. Dezember 2010
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
2
Grundlagen
des Exemplarischen Unterrichts
2.1
Das Prinzip des Exemplarischen
2.2
Klafki’s Bildungstheorie
2.3
Exemplarität nach Wagenschein
2.4
Leitfragen
3 Variable
Nockenwellensteuerungen
3.1
Nockenwellenverstellung mit Kettenspanner (Variocam)
3.2
Nockenwellenverstellung mit Flügelzellenverstellern (VW)
3.3
Variable Nockenwellensteuerung (Vanos)
3.4
4
Planung
der Unterrichtseinheit
4.1. Planungsgrundlagen
4.1.1 Curriculare Vorgaben
4.1.2 Planungszusammenhang
4.1.3 Spezielle Voraussetzungen / Besonderheiten
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4.3. Didaktische
Entscheidungen
4.3.1 Relevanz der Thematik und inhaltlicher Schwerpunkt
4.3.2 Didaktische Reduktion und inhaltliche Strukturierung
4.3.3 Didaktisches Konzept
4.3.4 Längerfristig angestrebter Kompetenzzuwachs
4.3.5 Kompetenzentwicklung im aktuellen Lehrvorhaben
4.4. Handlungsentwurf
4.5. Durchführung der
Unterrichtserprobung
5 Unterrichtsanalyse
und Betrachtung der Leitfragen
5.1 Allgemeine
Einschätzungen
5.2 Prozessanalyse
5.3 Produktanalyse
5.4 Betrachtung der Leitfragen
6 Fazit
7 Literaturverzeichnis
8 Anhang
1
Einleitung
Ziel
der Berufsschule ist es den Schülern
eine Berufsfähigkeit zu vermitteln, die Fachkompetenz mit allgemeinen
Fähigkeiten humaner und sozialer Art verbindet. Berufliche Flexibilität zur
Bewältigung der sich wandelnden Anforderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft
auch im Hinblick auf das Zusammenwachsen Europas zu entwickeln.
Aus
meinen Erfahrungen in der beruflichen Praxis als Kfz-Mechaniker, ist mir
bekannt, wie wichtig es ist, sich immer wieder selbstständig neue Sachverhalte
erschließen zu können. Hierzu zählt auch der Transfer von bereits vorhandenem
Grundwissen.
Der Anspruch des Dualen Systems in Deutschland ist, die Verbindung von Theorie
und Praxis zu schaffen, um den Schüler bestmöglich auf die Lösung komplexer
Aufgaben vorzubereiten.
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Schülern selbst tätig zu sein und damit wichtige Kompetenzen zu erwerben.
Im
Laufe der letzten Jahre hat sich die rasante Entwicklung auf dem
Informatikmarkt auch auf die Automobilindustrie ausgewirkt. Es vergeht kein
Monat, an dem nicht eine Neuentwicklung oder zumindest eine Weiterentwicklung
auf dem Markt erscheint. Da das OSZ Kfz-Technik keine Markenspezifische
Ausbildung leistet, sondern eine allgemein gültige, ist es sehr schwierig auf
jede Neuerung einzugehen. Dieses gilt besonders für Neuerungen die nur eine
Automarke betreffen. Allerdings versuchen wir den Schülern das nötige
Handwerkszeug zu vermitteln, um die Grundlagen jeder technischen Neuerung
durchdringen und transferieren zu können.
Ein
weiteres Problem in der Berufsschule ist der Zeitfaktor. Um den Schülern den fachlichen
Inhalt eines Lernfeldes zu vermitteln, sind jeweils drei Berufsschulwochen
vorgesehen. Dann wird das Lernfeld gewechselt.
Dieses
Problem war ausschlaggebend für mich die Anwendung der Exemplarität im
Technikunterricht zu untersuchen.
Die
vorliegende Arbeit versucht nachzuweisen, inwieweit das Prinzip der
Exemplarität geeignet ist, Fachkompetenz zu entwickeln und inwiefern der
Transfer dieser Fachkompetenzen auf andere Aufgabenstellungen möglich ist.
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widmet sich dem fachlichen Inhalt „Variable Nockenwellensteuerungen“. In
Kapitel vier wird die Planung meiner Unterrichtsreihe dargestellt und im fünften
Kapitel analysiere ich deren Erprobung .
2 Grundlagen des Exemplarischen
Unterrichts
2.1 Das Prinzip des
Exemplarischen
Nicht
alles Wissen, nicht alle Sachverhalte und nicht alle Situationen können im
Unterricht vermittelt werden, deshalb sind Beispiele auszuwählen. Da man schon
alleine aus zeitökonomischen Gründen nicht alle Situationen und nicht jedes
erforderliche Wissen im Unterricht vermitteln kann, bedarf es einer
Beschränkung.
Diese Beschränkung besteht darin, aus der Fülle von Sachverhalten oder
Situationen jene auszusuchen, die für den Schüler relevant sind.
Der
Begriff „exemplarisch“ ist von dem Verbum „eximere“ abgeleitet, was so viel wie
„herausnehmen“ heißt. Das Neutrum „Exemplum“ bedeutet also das
„Herausgenommene“.
Der
Begriff des „exemplarischen Lernen und Lehrens“ ist auf Martin Wagenschein
zurückzuführen. Aber auch Wolfgang Klafki benennt die Exemplarität als eine
Kategorie der Unterrichtsplanung und Analyse. In den nächsten beiden
Abschnitten werden beide Theorien näher betrachten.
2.2
Klafki’s Bildungstheorie
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Er
hat fünf didaktische Grundfragen entworfen mit der eine Analyse des
Unterrichtes und damit auch die Planung erfolgen sollen. Diese Grundfragen
lauten wie folgt:
I.
Welchen
größeren bzw. welchen allgemeinen Sinn- oder Sachzusammenhang vertritt und
erschließt dieser Inhalt? Welches Urphänomen oder Grundprinzip, welches Gesetz,
Kriterium, Problem, welche Methode, Technik oder Haltung lässt sich in der
Auseinandersetzung mit ihm „exemplarisch“ erfassen?
II.
Welche
Bedeutung hat der betreffende Inhalt bzw. die an diesem Thema zu gewinnende
Erfahrung, Erkenntnis, Fähigkeit oder Fertigkeit bereits im geistigen Leben der
Kinder meiner Klasse, welche Bedeutung sollte er - vom pädagogischen
Gesichtspunkt aus gesehen - darin haben?
III.
Worin
liegt die Bedeutung des Themas für die Zukunft der Kinder?
IV.
Welches
ist die Struktur des (durch die Fragen I und II und III in die spezifisch
pädagogische Sicht gerückten) Inhaltes?
V.
Welches
sind die besonderen Fälle, Phänomene, Situationen, Versuche, in oder an denen
die Struktur des jeweiligen Inhaltes den Kindern dieser Bildungsstufe, dieser
Klasse interessant, frag- würdig, zugänglich begreiflich, „anschaulich“ gemacht
werden kann?
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