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EWS Psychologie Bereich I Lehren und Lernen (Page 9).docx

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Social Science
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Psychology
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Ludwig-Maximilians-Universität München - LMU
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Ludwig-Maximilians­-Universität München Department für Psychologie und Pädagogik Sommersemester 2010 Vorbereitung auf das Staatsexamen Psychologie Dozent: Christopher Frank Problemlösen und Tran

Die propositionale Form trägt der Tatsache Rechnung, dass Informationen nicht in der Originalform in das Gedächtnis überführt werden, sondern in abstrahierender Weise, d.h. nach ihrem Sinngehalt. Reihenfolgen werden vermutlich nicht voll ausformuliert gespeichert, sondern als Information über die Reihenfolge selbst (à wenn es der Fall ist, dass A vor B kommt und B vor C kommt, so wird nicht noch zusätzlich die Proposition A kommt vor C gespeichert, sondern aus dem Wissen um eine Reihenfolge erschlossen). Bilder werden nach dem Modell der hierarchisch verschachtelten Repräsentation von Palmer (1977) gespeichert (à bekanntlich kann man relativ genaues Wissen über die relative Position eines Objektes haben, auch wenn man über deren genaues Aussehen nichts sagen kann, z.B. kann man sich zwar ein Zebra vorstellen, nicht aber – im Unterschied zu einer gegebenen Wahrnehmung – sagen, wie viele streifen es hat).

·         Im Prozeduralen Gedächtnis sind Prozeduren als Wenn - Dann - Beziehungen gespeichert (à z.B. „Wenn du den Plural eines Wortes bilden willst, dann füge ein ‚e’ an das Wort“; dieses Beispiel zeigt, dass diese Prozedur unvollständig ist und in dieser Form zwar oft, aber nicht immer zu einem richtigen Ergebnis führt).

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·         Im Arbeitsgedächtnis sind alle Informationen, die dem Bewusstsein im Moment zugänglich sind, aktiviert.

Für den Wissenserwerb in beiden Gedächtnissystemen werden unterschiedliche Prozesscharakteristiken angenommen. Im deklarativen Gedächtnis ist der Lernvorgangdirekt und abrupt, im prozeduralen Gedächtnis verläuft der Lernprozess indirekt und über die allmähliche Schwächung alter bzw.

Stärkung neuer Prozeduren, d.h. Prozeduren können erst nach langem Üben erworben werden. Allmählich werden dabei neue Prozeduren entwickelt, die dann die Stärke der alten erreichen oder übertreffen. Die Prozedur wird solange geübt bis

sie automatisiert ist.

4.3 Prinzipien des Wissenserwerbs

Modell zum Erlernen einer Fertigkeit am Beispiel des Autofahrens:

1.Schritt: Erlernen der Fakten, z.B. Wissen über Schaltvorgänge

2.Schritt: Faktenwissen wird in prozedurales Wissen umgewandelt, indem man etwa die erforderlichen Bewegungen ausführt, z.B. Anwenden der Kombination von Kupplung und Gang

3.Schritt: Automatisierung, während wenig oder überhaupt nicht darüber nachgedacht wird

Konkrete Prinzipien des Wissenserwerbs:

à Wissenserwerb durch sprachliches Lernen: Erwerb von Sachwissen wird häufig durch sprachliches (verbales) Wissen erworben

à Regellernen von Gagne: Erwerb von Regeln (Merksätze und Aussagen in jeder Form)

-       Begriffe sind die Bausteine des Wissens

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-       Assimilation bedeutet Verankerung des neuen Wissens in die kognitive Struktur

-       Wissenserwerb besteht immer aus aktiven kognitiven Strukturierungsprozessen

-       Die kognitive Struktur ist hierarchisch/vernetzt aufgebaut

-       Bruner verweist zusätzlich auf Folgendes:

àneben dem sprachlich übermittelten Wissen gibt es auch eine unmittelbare Erfahrung durch den Umgang mit Dingen

àneben dem Inhalt des Wissens ist die spezifische Art des Erwerbes durch eigenes Entdecken und Problemlösen gleichermaßen wichtig

àneben dem sprachlich expliziten Wissen gibt es auch ein intuitives Wissen

àder Prozess der aktiven Verknüpfung von bereits gespeichertem Wissen mit neuem Wissen ist die Elaboration (Assimilation und Akkomodation zusammen)

Kodierung: Jede Art der Bearbeitung des Materials während des Lernens. Am Besten für die Behaltensleistung ist die duale (Abspeicherung von Bild und Sprache) bzw. die Mehrfachkodierung.

Das Erfassen der Umwelt im Laufe der Kindheit (nach Bruner):

Ø  Handlungsmäßige (enaktive) Darstellung: v.a. im ersten halben Lebensjahr. Das Kind erfasst seine Umwelt durch Verhaltensweisen wie greifen und festhalten

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Ø  Symbolische Darstellung: Dinge haben Namen, Zeichen und Symbole sind Informationsträger, die für das stehen, was sie bezeichnen oder symbolisieren; Sprache als wichtigste Form der symbolischen Darstellung

Aspekte des Wissens:

-       unmittelbare Erfahrung oder sprachliche Vermittlung

-       Assimilation

-       Kognitive Strukturen

4.4 Problemlösen (Transfer)

Das Problemlösen beinhaltet drei Fähigkeiten:

  1. die Erfassung des Kerns eines Problems
  2. einen optimalen Ansatz für die Bearbeitung eines Problems finden
  3. eine gute und richtige Entscheidung treffen

Die Kennzeichen eines Problems sind ein unerwünschter Anfangszustand, ein erwünschter Endzustand und eine Barriere, die dem Übergang des Anfangszustandes in den Endzustand im Wege steht.

Arten des Problemlösens: (Problemlöseverfahren = Heurismen / Gesamtheit der Problemlöseverfahren eines Menschen = Heuristische Struktur des Menschen)

v  Problemlösen durch Versuch und Irrtum: Besonders bei unübersichtlichen Problemsituationen

v  Problemlösen durch Umstrukturieren und Erkennen von Ordnungsprinzipien:

à Was ist gesucht? Warum geht es nicht? (Situtionsanalyse)

à Allgemeines Lösungsprinzip

à Entwicklung eines Lösungsmodells

à Mittelaktualisierung: Die Anwendung der brauchbaren Mittel führt zur spezifischen Lösung

v  Problemlösen durch Anwenden von Strategien: Planung und Durchführung eines Gesamtkonzeptes

v  Problemlösen durch systematisches Denken:

à Zielpräzisierung

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à Schwerpunktbildung: Maßnahmen werden in eine Reihenfolge gebracht

à Planung von Eingriffen

Netzdenken, komplexes multiperpektivisches und multikausales Denken hat sich dabei als erfolgreicher erwiesen als lineares Denken. Dabei sind alle komplexen Bedingungsgefüge in die Überlegungen mit einzubeziehen. Besonders bei Ökosystemen oder sozialen Systemen anzuwenden.

v  Problemlösen durch Kreativität: Lösung wird durch scheinbar spontanen Einfall gefunden

Problemlöseprozess:

Problemraum: Innere Repräsentation der Problemsituation

Situationsanalyse: Problem definieren, Zielanalyse (Was ist gesucht?) und Konfliktanalyse (Warum geht es nicht?)

Suchraum: Verbindung von Merkmalen der Problemsituation mit den Handlungsmöglichkeiten des Problemlösens

Lösung und Evaluation: Lösung wird bewertet, eventuell werden Möglichkeiten für einen zukünftigen Transfer gefunden

Strategien des Problemlösens:

Der Problemlöseprozess beruht sowohl auf verfügbarem Sachwissen über die zu bewältigende Situation, als auch auf der Umorganisation, dem situationsspezifischen Einsatz der neuarteigen Verknüpfung dieses Wissens im Sinne entsprechender Problemlöseprozeduren (Problemlösefertigkeiten = Strategien).


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