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EWS Psychologie Bereich I Lehren und Lernen .docx

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Psychology
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Ludwig-Maximilians-Universität München - LMU
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EWS Psychologie Bereich I Lehren und Lernen

Inhaltsverzeichnis

1.Grundbegriffe und Definitionen S. 2

1.1 Psychologie S. 2

1.2 Lernen S. 2

1.3 Gedächtnis S. 4

2. Behavioristische Lerntheorien S. 5

2.1 Assoziatives Lernen S. 6

2.2 Klassisches Konditionieren S. 7

2.3 Operantes Konditionieren S. 16

2.4 Gelernte Hilflosigkeit S. 26

3. Sozial-kognitive Lerntheorie S. 29

4. Theorien des kognitiven Lernens S. 37

4.1 Deklaratives Wissen S. 37

4.2 Prozedurales Wissen S. 37

4.3 Prinzipien des Wissenserwerbs S. 40

4.4 Problemlösen S. 42

4.5 Transfer S. 43

5. Gedächtnis- und Wissenspsychologie S. 45

5.1 Informationsaufnahme- und Verarbeitungsprozesse S. 45

5.2 Aufbau des Langzeitgedächtnisses S. 49

5.3 Vergessenstheorien S. 50

6. Gedächtnis- und Lernhilfen, Lernstrategien S. 55

6.1 Lernstrategien S. 55

6.2 Lern- und Gedächtnishilfen S. 62

I. Pädagogische Psychologie des Lehrens und Lernens

1. Grundbegriffe und Definitionen

1.1 Psychologie

Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten von Personen.

Erleben: „input“ (Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Kognition, Emotion..)

Verhalten: „output“ (Handlungen, Verhaltensweisen)

 

1.2 Lernen

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  • „Lernen ist der Vorgang, durch den eine Aktivität im Gefolge von Reaktionen des Organismus auf eine Umweltsituation entsteht oder verändert wird. Dies gilt jedoch nur, wenn sich die Art der Aktivitätsveränderung nicht auf der Grundlage angeborener Reaktionstendenzen, von Reifung oder von zeitweiligen organistischen Zuständen, z. B. Ermüdung oder Drogeneinfluss, erklären lässt.“ (Hilgard&Bower)

 

  • „Lernen ist jede Verhaltensänderung, die durch Übung oder Beobachtung entstanden ist. Lernen ist auch die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen. Auch Vorgänge, bei denen Personen die Mittel zur Erreichung der Ziele willentlich und verantwortlich auswählt.“ (Edelmann)

 

Phasen von menschlichem Lernen:

1. Vorbereitungsphase: Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Reizunterscheidung

2. Aneignungsphase: Verknüpfungsprozess

3. Speicherungsphase: innere Verarbeitung mit Kodierung der Erfahrung und Speicherung im Gedächtnis

4. Erinnerungsphase: Abrufen des gespeicherten Materials (Dekodierung), dann Reaktion

Art der Darbietung:

- Intentionelles Lernen (absichtlich, zielgerichtet)

- Inzidentielles Lernen (beiläufig, häufig effektiver)

- Programmiertes Lernen (Lerntempo, Lernschritte)

 

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Lernarten:

-       Wahrnehmungslernen: visuelle, auditive und taktile Reize

-       Motorisches Lernen: Erlernen und Automatisieren von Bewegungsabläufen

-       Verbales Lernen: Spracherwerb

-       Kognitives Lernen: Begriffe bilden, Ordnungen, Regeln und Systeme begreifen

1.3 Gedächtnis

- Allgemein: Das Gedächtnis ist die geistige Fähigkeit, Erfahrungen zu speichern und später zu reproduzieren oder wieder zu erkennen. Stoffliche Grundlage ist das menschliche Gehirn.

- In Kognitionspsychologie: Gedächtnis ist aktives kognitives System, das Informationen aufnimmt, enkodiert, modifiziert und wieder abruft. Die Enkodierung ist die Übersetzung eintreffender Reizenergie in einem einzigartigen neutralen Code, den das Gehirn verarbeiten kann.

Die Speicherung ist die Aufbewahrung des enkodierten Materials über einen längeren Zeitraum. Der Abruf ist das Wiederauffinden der gespeicherten Informationen zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Fähigkeit sich nach einem längeren Zeitraum wieder an etwas zu erinnern ist also von der Enkodierung, der Speicherung und dem Abruf abhängig.

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Die Qualität des Gedächtnisses ist abhängig von der Anzahl der Wiederholungen, dem Zeitabstand, der Konzentration und der Aufmerksamkeit, dem Ermüdungsgrad, den äußeren und inneren Umständen, dem Interesse am Lernstoff und der individuellen Einstellung zum Lernen.

2. Behavioristische Lerntheorien

Der Behaviorismus wird oft mit dem Namen John Broadus Watson in Verbindung gebracht und geht davon aus, dass Psychologie begründet sein muss, durch das was offen beobachtbar zutage liegt.

Der Behaviorismus ist eine Richtung der objektiven Psychologie: Die Lehre vom Verhalten, von Handlungen und Reaktionen. Nur beobachtbares Verhalten ist Gegenstand der empirischen Wissenschaft. Das Verhalten wird in Form von offen beobachtbaren Ereignissen beschrieben.

Der Behaviorismus konzentriert sich allein auf nach außen erkennbare Verhaltensereignisse und ignoriert alles andere, was möglicherweise in Gehirn oder Körper der Personen vorgeht. Es werden nur äußere Bedingungen des Lernens beschrieben, z.B. die Auslösung von Reaktionen auf bestimmte Reize, bzw.

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Die Bedeutung behavioristischer Lerntheorien für den Unterricht:

Ø  klassische Lerntheorien (klassisches Konditionieren, operantes Konditioniere, Modelllernen) immer noch wichtig für Schulalltag

Ø  Lehrer nehmen damit Einfluss auf die Einstellungen der Schüler zur Schule während, am Ende und nach der Schulzeit

Ø  Lehrer kann als Modell dienen und Schüler dabei helfen, neue Verhaltensweisen zu entwickeln und darüber Einfluss darauf nehmen, b deren Auftreten gefördert, gehemmt oder enthemmt wird

Ø  Klassische und operante Konditionierung ist nur ein Ausschnitt zur Erklärung menschlicher Verhaltensweisen

=> daher ist es Aufgabe der kognitiven / konstruktivistischen orientierten Lerntheorien Möglichkeiten aufzuzeigen, wie derselbe Schüler die Arbeitszeit auch effektiv zum Lernen und Verarbeiten von Informationen nutzt (Enkodierung – Speicherung – Reproduktion)

2.1 Assoziatives Lernen

Das Prinzip der Kontiguität (= direkte zeitliche Nachbarschaft) ist Grundlage der S-R-Theorien des Lernens (von Thorndike, Hull, Guthrie) das heißt aufgrund einer raumzeitlichen Nähe zwischen einem Reiz (Stimulus = S) und einer Reaktion (Response = R) wird jede Reaktion, die mit einem Reiz wiederholt in Kontiguität stand, auch in Zukunft durch diesen Reiz ausgelöst.

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