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Eutrophierung
Begutachter: Mag. Dr. Wolfgang Fischer
Lehrveranstaltung: Geographische Arbeitsexkursion,
Marine Hydrologie
Datum: 29. Juni 2010
Ort: Institut für
Geographie und Raumordnung,
Karl-Franzens-Universität
Graz
Inhaltsverzeichnis
1 Eutrophierung. 1
1.1 Gliederung und Wechselbeziehungen im
Ökosystem.. 1
1.2 Schichtung in Gewässern. 2
1.3 Trophiestufen. 3
2 Ursachen der Eutrophierung. 6
2.1 Nährstoffe. 6
2.2 Nährstoffquellen. 7
3 Folgen der Eutrophierung. 8
3.1 Vermehrtes Algenwachstum und vermehrte
sekundäre Produktion. 9
3.2 Algenblüten und Gefahren für den Menschen. 9
3.3 Bildung von Schaumalgen Phyeocystis. 10
3.4 Sauerstoffschwund in Seen und im offenen
Meer 11
4 Gegenmaßnahmen Eutrophierung. 13
5 Quellen: 18
Das Wort
Eutrophierung kommt aus dem Griechischen und bedeutet gut ernährt. Auf ein
Gewässer bezogen, deutet dies auf eine ausgeprägte Versorgung mit Nährstoffen hin.
Heutzutage verbindet man mit diesem Begriff etwas Negatives, nämlich die
Überdüngung eines Gewässers, wodurch es aus seinem Gleichgewicht geraten kann (Wasser-Wissen Lexikon, 2010, Eutrophierung).
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dafür sind unter anderem das Wachstum der modernen Industrie in vielen
Mittelmeerländern, das Aufkommen der kunstdüngerbasierten und mit Schädlingsbekämpfungsmitteln
arbeitenden Landwirtschaft und die Zunahme der Bevölkerung. Vielerorts werden
Abwässer ungeklärt ins Meer geleitet (McNeill,
J., 2003, S. 154).
Im Folgenden werden
nun einige grundlegende Sachverhalte erörtert.
Jedes Ökosystem
besteht normalerweise aus zwei Grundbestandteilen:
1.
dem Biotop (abiotische Umwelt): hierzu zählen der Raum des
Ökosystems, Licht-, Wärme-, Wasserverhältnisse und der Gehalt an
Mineralstoffen, Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid.
2.
der Biozönose (Lebensgemeinschaft): sie lässt sich in
Produzenten, Konsumenten und Destruenten gliedern.
Produzenten
(Erzeuger) sind grüne Pflanzen und Bakterien. Sie können aus anorganischer
Substanz organische Substanz (Biomasse) aufbauen. Konsumenten
(Verbraucher) sind Pflanzenfresser (primäre Konsumenten) und Fleischfresser (sekundäre
Konsumenten).
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wird zwischen Abfallfressern (Saprophagen), das sind Würmer und andere
Kleintiere und Mineralisierer (Bakterien und Pilze) unterschieden (Bayrhuber, H. [Hg], Kull, U. [Hg], 1989, S. 190-191).
Dieser Kreislauf
bildet auch die Grundlage für die Reinhaltung von Gewässern. Kommt es nun zu einem
ständigen übermäßigen Nährstoffeintrag so kann das System aus dem Gleichgewicht
geraten, was bis zum kippen eines Gewässers führen kann.
Durch das
Überangebot von Nährstoffen in einem Gewässer kommt es zu einer Algenvermehrung
(Algenblüte). Dies wiederum führt zu einer Vermehrung aller Tiere. Durch die
hohe Zahl der Lebewesen im Wasser vergrößert sich die Zahl an abgestorbenen
Lebewesen. So erhalten die Bakterien mehr Nahrung und die Anzahl nimmt zu, sie
verbrauchen Sauerstoff und bilden Fäulnisstoffe. Aufgrund der starken
Algenvermehrung gelangt kein Licht mehr an den Boden des Gewässers, deshalb
können die dortigen Pflanzen keine Photosynthese mehr betreiben, sie sterben
und verfaulen.
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In Seen sind
die verantwortlichen Faktoren für die Schichtung und das Durchmischungsverhalten
die Beckenform und Tiefe, die Lage des Beckens, der Wind, die Windhäufigkeit
und -stärke wie auch die Sonnenscheindauer. Aus diesen Grundlagen ergeben sich
die physikalischen Auswirkungen, die einen entscheidenden Einfluss auf den
Energie- und Stoffhaushalt haben (Rathofer,
N., 2001, S. 6).
Im Frühjahr
zirkuliert das Wasser vollständig. Im Sommer wird das Oberflächenwasser erwärmt,
das wärmere Wasser mit der geringeren Dichte bleibt an der Oberfläche (größte
Dichte des Wassers bei 4°C) Sommerstagnation. Im Herbst kühlt es ab und es
kommt wieder zur Durchmischung, wodurch es wieder zu einer gleichmäßigen
Verteilung der Inhaltstoffe im Gesamten Wasserkörper kommt. Im Winter kann sich
bei Eisbedeckung wieder eine Phase der Stagnation anschließen (Bayrhuber, H. [Hg], Kull, U. [Hg], 1989, S. 191)
Dieser Vorgang ist in Abbildung 1 schematisch dargestellt.
Grafiken wurden automatisiert entfernt
Abbildung 1 Schema
von Zirkulation und Temperaturschichtung eines tiefen Sees im Jahresverlauf
Quelle: Rathofer, N.,
2001, S. 7)
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Messen des Salzgehaltes in der Bucht von Marano bei Venedig.
Grafiken wurden automatisiert entfernt
Abb 1.: Messung
des Salzgehaltes und der Temperatur in unterschiedlichen Tiefen in der Bucht
von Marano
Quelle: Eigene Aufnahme
Das Ausmaß der
Eutrophierung wird durch den Trophiegrad (Trophiestufe) quantifiziert. Fließgewässer
können mit dem Saprobiensystem in Gewässergüteklassen eingeteilt werden. Das
allein genügt für stehende Gewässer nicht, da sie verschiedene Zonen haben, wie
Ufer- und Badezonen, Tiefen-, Mittel- und Oberflächenwasser. Zusätzlich gibt es
bei stehenden Gewässern eine stark variierende Gewässerfläche und tiefe. Aus
diesem Grund werden stehende Gewässer nach dem Grad ihrer Trophierung gemessen.
Es werden die Jahresdurchschnittswerte von Chlorophyll und der Gesamtphosphorgehalt
verwendet. Des Weiteren werden Sichttiefe, Sauerstoffsättigung (gemessen am Ende
der Sommerstagnation im Tiefenwasser) sowie die Farbe des Gewässergrundes für
die Einstufung herangezogen. In der nachfolgenden Tabelle 1 werden die Trophiestufen
beschrieben. (Wasser-Wissen Lexikon,
2010, Trophiestufen).
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