5.3. Unterschiedliche
Positionen
Allerdings fragen
sich dennoch viele, ob es überhaupt sinnvoll ist, von definierten Schichten
auszugehen und nach schichteneigentümlichen Erziehungsstilen zu suchen.
Ein Vorschlag wäre
eine andere Gruppeneinteilung, die etwa von den umfassenden Funktionen der
Angehörigen dieser Gruppe innerhalb der Gesamtgesellschaft ausgehen. Aufgrund
unterschiedlicher Wirkungsweite im Beruf, unterschiedliches Maß an
Verantwortung etc. entwickeln sich Techniken der Leistungsbewältigung, die dann
auch in der Erziehung wirksam werden.
Ewert meint, den
Begriff der Schicht zu lassen, ihn aber nur als eine Bereichsangabe zu sehen,
die bestimmte Lernumwelten angibt, in denen ein Kind aufwächst. Aufgabe soll es
nicht sein, Schichten zu analysieren oder Wechselwirkungen zwischen Schichten
und Erziehungsverhalten herauszuarbeiten. Wichtiger ist es festzustellen, wie
diese Lernumwelt aussieht und ob es von da her nun Wechselwirkungen auf
Erziehungsverhalten gibt?
Sicherlich wird
das Leben in den Familien von den Schichten beeinflusst. Die allgegenwärtige
Frage ist nur, ob es wesentliche unterschiedliche Erziehungsstile in den
verschiedenen Schichten gibt. Zutreffend ist: je niedriger die Schicht, um so
autoritärer die Erziehung.
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Andere wiederum,
sehen die Einteilung in Schichten durchaus positiv. Es ist sinnvoll, aus diesem
großem Bereich einzelne konkrete prüfbare Variablen herauszusuchen.
Wichtig ist
jedoch, die definierten Erziehungsstile unabhängig von ihren eigenen Ursachen
zu halten, wie auch von ihren Wirkungen, denn sonst kommt man aus „diesem
Fließen“ nicht heraus und kann nichts fixieren.
In den bestimmten
Bevölkerungsgruppen spielen Gewohnheiten eine massive Rolle. Diese bei der
Betrachtung von Erziehungsstilen auszuklammern, wäre nicht gerechtfertigt. Es
gibt starke Abhängigkeiten von schichtbeschreibbaren Kriterien wie Vorbildung,
Einkommen und Wohnbezirk. Bei der Untersuchung von Glueck (1963) an
amerikanischen, jugendlichen Kriminellen hat man bestimmte partielle Bestände
entdeckt, die bestimmten Schichten zuzuordnen sind. So herrscht ein fast
totaler Ausfall auf dem Gebiet des Ästhetischen in den unteren Schichten.
„Wenn wir uns
letzten Endes mit menschlichen Verhalten beschäftigen, dann kann ich eigentlich
keinen Grund sehen, irgendwelche Variablen auszuschließen, von denen bekannt
ist oder vermutet werden kann, dass sie auch in diesem Verhalten nachweisbar
ihren Niederschlag finden, ob das nun eine soziologische Klassenzugehörigkeit
ist, Schichtzugehörigkeit, wie immer sie definiert sei, oder sonst was.“
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Wie bereits oben
gezeigt, unterscheiden sich die verschiedenen Schichten z.B. durch
unterschiedliche Wertorientierung. Grund dafür ist vermutlich, dass Angehörige
der Mittelschicht einen höheren Lebensstandart gewöhnt sind und somit eine deutlich
bessere Ausbildung genießen können.
Aufgefallen ist
mir, dass viele Menschen voller Selbstzweifel und mit Unsicherheit, im Bezug
auf die Erziehung ihrer Kinder, reagieren.
Man braucht in
diesem Zusammenhang nur mal das Finanzielle zu betrachten. Wenn ein Elternteil,
oder im schlimmsten Fall auch beide arbeitslos ist bzw. sind, ist es auch für
die Kinder schwer, positiv in die Zukunft zu blicken. Durch diese finanzielle
Situation, sind vor allem die Eltern deprimiert und können so auch die Kinder nicht
ausreichend motivieren. Ein anderes Problem der Unterschicht ist die hohe
Anzahl der Alleinerziehenden. Auch dies wirkt sich vermutlich nicht positiv auf
die Entwicklung und Sozialisation der Kinder aus. Somit schließt sich der Kreis
wieder, denn „unvollständige“ Familien haben meist auch finanzielle Probleme.
Wenn dann auch
noch Schwierigkeiten in der Schule auftauchen und Nachhilfe benötigt wird, dann
wird es für die Betroffenen sehr schwierig.
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