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Faculty
Social Science
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Educational Science / Pedagogy
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2008
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Erziehungsstile

1.    Vorwort


Nach den einleitenden Definitionen, werde ich die verschiedenen Erziehungsstile nach Kurt Lewin und Glen Elder beschreiben.

Die weiteren Kapitel allerdings, spezialisieren sich dann auf die Erziehungsstile der verschiedenen sozialen Schichten. Zu klären ist die Frage, ob sich die Schichtungen auf die Erziehung der Kinder und so auch, in weiterer Folge, auf ihre Sozialisation auswirken.

Um das breite Feld doch etwas einzugrenzen, wird das Hauptaugenmerk dabei nur auf die Unter- und Mittelschicht gelegt. Selbstverständlich wird das Ganze aus psychologischer Sicht betrachtet.

Meine Theorien und Aussagen stützen sich alle auf bekannte Werke, die im Anschluss in einer eigenen Literaturliste angeführt sind.



2.    Definitionen


            Erziehung


Der Mensch benötigt bei der Sozialisation und Persönlichkeitsbildung menschliche Lernhilfe. Diese Interaktionsform zwischen Individuen wird Erziehung genannt. Allerdings muss diese nicht immer beabsichtigt sein, d.h. man lernt auch durch probieren, durch selbst gewonnene Erfahrung oder durch Nachahmung.


            Erziehungsstile


Der Begriff „Erziehungsstil“ ist ziemlich komplex und schwierig zu erklären. Grund dafür, ist das, was man „den elterlichen Erziehungsstil nennen kann, eine Vielzahl von Unterscheidungen zulässt.“

Man differenziert so zwischen Erziehungshaltung, -vorstellungen, -normen und –praktiken.

Auch hat sich die Bedeutung „Stil“ im Laufe der Zeit immer wieder verändert.

„Der Begriff ‚Stil’ bezeichnet heute im allgemeinen Sinne, das einheitliche, charakteristische Gepräge menschlicher Hervorbringungen.“

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Wichtig ist noch zu erwähnen, dass der Einfluss des Erziehungsstiles in Wechselwirkung mit anderen Komponenten der sozialen Umwelt und mit der Persönlichkeit des Kindes steht.



3.    Das Zwei-Komponenten-Konzept


Obwohl es zahlreiche verschiedene Erziehungsstile gibt, sind doch bei allen zwei Arten der Bekräftigung festzustellen. Daher wird dies das Zwei-Komponenten-Konzept genannt.

Es gibt natürlich auch viele andere Versuche eines Apriori-Modells, allerdings werden auch hier nur definierte Teilaspekte des gesamten Forschungsbereichs zum Gegenstand gemacht.

Bei dem Zwei-Komponenten-Konzept werden eben zwei Arten der Bekräftigung unterschieden: positive Bekräftigung (Belohnung) und negative Bekräftigung (Bestrafung).

Die Bestrafung führt dazu, dass das Kind negativ bekräftigte Situationen vermeidet und die Belohnung hingegen, dass es positiv bekräftigte Situationen aufsucht. Das bedeutet wiederum, dass negative Bekräftigung die Intensität, Häufigkeit und Nachhaltigkeit des Verhalten mindert und die Belohnung zu einer Steigerung dieser führt.

Anders ausgedrückt, führt elterliche Strenge zur Verbotsorientierung, d.h. Situationen die nicht erwünscht sind, zu unterlassen. Elterliche Unterstützung allerdings zur Gebotsorientierung, d.h. Verhalten das erwünscht wird, auszuführen.

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4.    Erziehungsstile


Nach Kurt Lewin gibt es drei Hauptstile, die nach Glen Elder noch um vier erweitert werden.

Zuerst aber sollen die drei Hauptstile vorgestellt werden. Beschrieben wird das Verhalten des Gruppenleiters, internes Verhalten, sowie Auswirkung und Verhältnis zum Gruppenleiter. Demzufolge wird es nicht nur als bloßer Erziehungsstil angesehen, sondern eher als Führungsstil.

Dieser lässt sich aber dennoch problemlos mit dem elterlichen Erziehungsstil gleichsetzen. Das bedeutet, dass die Eltern die Rolle des Gruppenleiters einnehmen.


4.1.Autokratischer Erziehungsstil


Beim autokratischen Erziehungsstil werden alle Richtlinien vom Gruppenleiter festgelegt. Es gibt daher nur einen Weg das Ziel zu erreichen. Der Leiter bestimmt das ganze Vorgehen, indem er alle Tätigkeiten und Techniken vorgibt. Dies gilt allerdings nur für den nächsten Arbeitsschritt, denn das weitere Tun bleibt für die Kinder unbekannt.

Es wird auch überwiegend durch Kommandos in das Geschehen eingegriffen. Lob und Tadel sind dabei nur persönlich bezogen.

Dieses Vorgehen hat natürlich auch Einfluss auf das Verhalten der Kinder. Sie sind wenig spontan und reaktiv. So sind auch die Äußerung wenig individuell und in der Gruppe selbst herrscht ein konfliktträchtiges und gespanntes Klima.

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Das Leistungsverhältnis ist gekennzeichnet durch hohe Quantität und geringe Qualität. Die Kinder müssen immer zur Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit ermahnt werden und fangen auch nicht ohne den Gruppenleiter an, selbstständig zu arbeiten.

Beim Verhältnis zum Gruppenleiter können zwei Typen unterschieden werden:

a.)    apathische Typ

starke abhängige Anlehnung, Unterwürfigkeit, geringe Fähigkeit eigene Gruppenaktionen zu führen.

b.)    aggressive Typ

oppositionell, gelegentlich auch Rebellion gegen den Gruppenleiter.

Demzufolge wird beim autokratischen Erziehungsstil ein hohes Maß an Autorität ausgeübt. Eine mögliche Eigeninitiative, sowie die Meinung der Kinder werden nicht berücksichtigt, ja sogar unterdrückt.


4.2. Demokratischer Erziehungsstil


Auch hier weist der Gruppenleiter bestimmte Verhaltensmerkmale auf. Er vermittelt zunächst nur einen vorläufigen Überblick über das Projekt. Im Gegensatz zum autokratischen Stil, wirkt der Leiter nur anregend und ermunternd mit. Die Gruppe trägt die Verantwortung für das Vorgehen und das Resultat.

Hilfe erfolgt nur durch das Hinweisen auf verschiedene Möglichkeiten, aus denen dann die Gruppe, die für sie passendste, auswählt. Das Zusammenarbeiten wird frei gewählt und der Leiter greift auch nur sparsam in das Geschehen ein. So wird die Selbstständigkeit gefördert und der Leiter erscheint weitgehend als Gruppenmitglied.

Das Erteilen von Lob und Tadel ist objektiv, d.h. es gibt nur sachbezogene – und angemessene Hinweise. Er gibt somit konstruktive Kritik.

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Der gruppeninterne Zusammenhalt zeigt sich durch freundliche und hilfsbereite Kontakte. Es kommt zu vermehrter gegenseitiger Anerkennung und konstruktiver Anregung. Die Gruppenmoral wird vor allem durch den Sprachgebrauch deutlich. Wörter wie „wir“, „uns“ und „unser“ kommen sehr häufig vor.

Obwohl die Produktionsmenge geringer ist als beim autokratischen Stil, lag die Qualität der Leistung deutlich höher. Auch war die Arbeitsbereitschaft viel größer So fingen z.B. die Kinder schon vor Eintreffen des Gruppenleiters mit der Arbeit an.

Somit ist der demokratische Erziehungsstil, mit dem reformpädagogischen Erziehungsbegriff zu verbinden. Das gesamte Handeln soll für alle Beteiligten transparent bleiben. So werden auch die zu setzenden Grenzen im Normalfall besprochen, da die Kinder als ernste Gesprächspartner angesehen werden.


4.3. Der Laissez-faire-Stil


Charakteristisch hier ist, dass der Leiter nur sehr wenig oder gar nicht beeinflusst. Er gibt durch seine weitgehende Passivität jeden Führungsanspruch ab. Der Leiter macht nur auf das verfügbare Arbeitsmaterial aufmerksam und teilt mit, dass er nur auf Wunsch Rat gibt.

Das gesamte Vorgehen wird somit den Kindern überlassen. Das Beziehungsverhältnis zwischen den Beteiligten ist mehr freundschaftlich als neutral.


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