Erziehungsstile
1.
Vorwort
Nach den
einleitenden Definitionen, werde ich die verschiedenen Erziehungsstile nach
Kurt Lewin und Glen Elder beschreiben.
Die weiteren
Kapitel allerdings, spezialisieren sich dann auf die Erziehungsstile der
verschiedenen sozialen Schichten. Zu klären ist die Frage, ob sich die
Schichtungen auf die Erziehung der Kinder und so auch, in weiterer Folge, auf
ihre Sozialisation auswirken. Um das breite Feld doch etwas einzugrenzen, wird
das Hauptaugenmerk dabei nur auf die Unter- und Mittelschicht gelegt.
Selbstverständlich wird das Ganze aus psychologischer Sicht betrachtet.
Meine Theorien und
Aussagen stützen sich alle auf bekannte Werke, die im Anschluss in einer
eigenen Literaturliste angeführt sind.
2.
Definitionen
Erziehung
Der Mensch benötigt
bei der Sozialisation und Persönlichkeitsbildung menschliche Lernhilfe. Diese
Interaktionsform zwischen Individuen wird Erziehung genannt. Allerdings muss
diese nicht immer beabsichtigt sein, d.h. man lernt auch durch probieren, durch
selbst gewonnene Erfahrung oder durch Nachahmung.
Erziehungsstile
Der Begriff
„Erziehungsstil“ ist ziemlich komplex und schwierig zu erklären. Grund dafür,
ist das, was man „den elterlichen Erziehungsstil nennen kann, eine Vielzahl
von Unterscheidungen zulässt.“
Man differenziert
so zwischen Erziehungshaltung, -vorstellungen, -normen und –praktiken.
Auch hat sich die
Bedeutung „Stil“ im Laufe der Zeit immer wieder verändert.
„Der Begriff
‚Stil’ bezeichnet heute im allgemeinen Sinne, das einheitliche,
charakteristische Gepräge menschlicher Hervorbringungen.“
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Wichtig ist noch
zu erwähnen, dass der Einfluss des Erziehungsstiles in Wechselwirkung mit
anderen Komponenten der sozialen Umwelt und mit der Persönlichkeit des Kindes
steht.
3.
Das
Zwei-Komponenten-Konzept
Obwohl es
zahlreiche verschiedene Erziehungsstile gibt, sind doch bei allen zwei Arten
der Bekräftigung festzustellen. Daher wird dies das Zwei-Komponenten-Konzept
genannt.
Es gibt natürlich
auch viele andere Versuche eines Apriori-Modells, allerdings werden auch hier
nur definierte Teilaspekte des gesamten Forschungsbereichs zum Gegenstand
gemacht.
Bei dem
Zwei-Komponenten-Konzept werden eben zwei Arten der Bekräftigung unterschieden:
positive Bekräftigung (Belohnung) und negative Bekräftigung (Bestrafung).
Die Bestrafung
führt dazu, dass das Kind negativ bekräftigte Situationen vermeidet und die
Belohnung hingegen, dass es positiv bekräftigte Situationen aufsucht. Das
bedeutet wiederum, dass negative Bekräftigung die Intensität, Häufigkeit und
Nachhaltigkeit des Verhalten mindert und die Belohnung zu einer Steigerung
dieser führt.
Anders
ausgedrückt, führt elterliche Strenge zur Verbotsorientierung, d.h. Situationen
die nicht erwünscht sind, zu unterlassen. Elterliche Unterstützung allerdings
zur Gebotsorientierung, d.h. Verhalten das erwünscht wird, auszuführen.
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4.
Erziehungsstile
Nach Kurt Lewin
gibt es drei Hauptstile, die nach Glen Elder noch um vier erweitert werden.
Zuerst aber sollen
die drei Hauptstile vorgestellt werden. Beschrieben wird das Verhalten des
Gruppenleiters, internes Verhalten, sowie Auswirkung und Verhältnis zum
Gruppenleiter. Demzufolge wird es nicht nur als bloßer Erziehungsstil
angesehen, sondern eher als Führungsstil. Dieser lässt sich aber dennoch
problemlos mit dem elterlichen Erziehungsstil gleichsetzen. Das bedeutet, dass
die Eltern die Rolle des Gruppenleiters einnehmen.
4.1.Autokratischer
Erziehungsstil
Beim
autokratischen Erziehungsstil werden alle Richtlinien vom Gruppenleiter
festgelegt. Es gibt daher nur einen Weg das Ziel zu erreichen. Der Leiter
bestimmt das ganze Vorgehen, indem er alle Tätigkeiten und Techniken vorgibt.
Dies gilt allerdings nur für den nächsten Arbeitsschritt, denn das weitere Tun
bleibt für die Kinder unbekannt.
Es wird auch
überwiegend durch Kommandos in das Geschehen eingegriffen. Lob und Tadel sind
dabei nur persönlich bezogen.
Dieses Vorgehen hat natürlich auch Einfluss
auf das Verhalten der Kinder. Sie sind wenig spontan und reaktiv. So sind auch
die Äußerung wenig individuell und in der Gruppe selbst herrscht ein
konfliktträchtiges und gespanntes Klima.
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Das Leistungsverhältnis
ist gekennzeichnet durch hohe Quantität und geringe Qualität. Die Kinder müssen
immer zur Aufmerksamkeit und Beharrlichkeit ermahnt werden und fangen auch
nicht ohne den Gruppenleiter an, selbstständig zu arbeiten.
Beim Verhältnis zum Gruppenleiter können
zwei Typen unterschieden werden:
a.) apathische Typ
starke abhängige Anlehnung, Unterwürfigkeit, geringe Fähigkeit
eigene Gruppenaktionen zu führen.
b.)
aggressive Typ
oppositionell, gelegentlich auch Rebellion gegen den Gruppenleiter.
Demzufolge wird
beim autokratischen Erziehungsstil ein hohes Maß an Autorität ausgeübt. Eine
mögliche Eigeninitiative, sowie die Meinung der Kinder werden nicht
berücksichtigt, ja sogar unterdrückt.
4.2. Demokratischer
Erziehungsstil
Auch hier weist
der Gruppenleiter bestimmte Verhaltensmerkmale auf. Er vermittelt zunächst nur
einen vorläufigen Überblick über das Projekt. Im Gegensatz zum autokratischen
Stil, wirkt der Leiter nur anregend und ermunternd mit. Die Gruppe trägt die
Verantwortung für das Vorgehen und das Resultat. Hilfe erfolgt nur durch das
Hinweisen auf verschiedene Möglichkeiten, aus denen dann die Gruppe, die für
sie passendste, auswählt. Das Zusammenarbeiten wird frei gewählt und der Leiter
greift auch nur sparsam in das Geschehen ein. So wird die Selbstständigkeit
gefördert und der Leiter erscheint weitgehend als Gruppenmitglied. Das Erteilen
von Lob und Tadel ist objektiv, d.h. es gibt nur sachbezogene – und angemessene
Hinweise. Er gibt somit konstruktive Kritik.
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freundliche und hilfsbereite Kontakte. Es kommt zu vermehrter gegenseitiger
Anerkennung und konstruktiver Anregung. Die Gruppenmoral wird vor allem durch
den Sprachgebrauch deutlich. Wörter wie „wir“, „uns“ und „unser“ kommen sehr
häufig vor.
Obwohl die
Produktionsmenge geringer ist als beim autokratischen Stil, lag die Qualität
der Leistung deutlich höher. Auch war die Arbeitsbereitschaft viel größer So
fingen z.B. die Kinder schon vor Eintreffen des Gruppenleiters mit der Arbeit
an.
Somit ist der
demokratische Erziehungsstil, mit dem reformpädagogischen Erziehungsbegriff zu
verbinden. Das gesamte Handeln soll für alle Beteiligten transparent bleiben.
So werden auch die zu setzenden Grenzen im Normalfall besprochen, da die Kinder
als ernste Gesprächspartner angesehen werden.
4.3. Der Laissez-faire-Stil
Charakteristisch
hier ist, dass der Leiter nur sehr wenig oder gar nicht beeinflusst. Er gibt
durch seine weitgehende Passivität jeden Führungsanspruch ab. Der Leiter macht
nur auf das verfügbare Arbeitsmaterial aufmerksam und teilt mit, dass er nur
auf Wunsch Rat gibt. Das gesamte Vorgehen wird somit den Kindern überlassen.
Das Beziehungsverhältnis zwischen den Beteiligten ist mehr freundschaftlich als
neutral.
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