Die Perspektive als „ symbolische Form“
Erwin Panofsky
Ralph König 4YBKU
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung 3
1.1 Begriffserklärung: „ Perspektive“ 3
1.1.1. Bedeutung „ symbolische Form “ 3
2.
Gegenüberstellung der natürlichen und geometrischen Perspektive 4
3.
Entwicklung der Perspektive in der Antike 4
3.1. Problem der Winkelperspektive 5
3.1.1. Raumanschauung der Antike 5
4.
Perspektivanschauung des Mittelalters und der Renaissance 6
4.1. Die Entwicklung der Perspektive im
Mittelalter 6
4.1.1. Die moderne Perspektivanschauung der
Renaissance 7
5. Problem
der Zentralperspektive 7
5.1. psychophysiologische Wahrnehmung 8
5.1.1. Die Region
des Visionären 8
6. Zusammenfassung 9
1.
Einleitung
Diese Arbeit behandelt einen der bedeutendsten Texte von Erwin
Panofsky, „Die Perspektive als ,symbolische Form“ . Er war einer der
namhaftesten Kunstkritiker des 20. Jahrhunderts, der in Freiburg promovierte,
danach zuerst als Privatdozent und später als Professor an der Universität
Hamburg lehrte, bis er schließlich in die USA emigrierte.
In Hamburg stellte er auch erstmals „Die Perspektive als
,symbolische Form’“ vor, welche später vom damaligen Leiter der Bibliothek
Warburg, Fritz Saxl, herausgegeben wurde. Panofsky bezieht sich in diesem Text
auf das Werk „ Philosophie der symbolischen Formen“ seines Kollegen Ernst
Cassirer, der den Begriff der „symbolischen Form“ geprägt hat.
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Der Text gliedert sich in vier Kapitel und behandelt im
wesentlichen zwei Sachverhalte, was den Zusammenhang des Textes am Anfang etwas
schwierig macht. In den ersten beiden Kapiteln geht es um die Probleme der
Zentralperspektive und es wird eine antike Raumdarstellung erwähnt, welche man
im Altertum verwendete.
Im dritten und vierten Kapitel geht es um die Entwicklung der
Perspektive von der Spätantike bis zur Entstehung der zentralperspektivischen
Konstruktion in der Renaissance.
1.1. Begriffserklärung : „
Perspektive “
Ausgehend
von Dürerschen Konstruktion, die Albrecht Dürer als ein Durchsehen bezeichnet,
wird die perspektivische Raumanschauung als Gesamtraum[1] gesehen. Ein
zweidimensionaler Bildträger, wie zum Beispiel eine Leinwand, also eine
materielle Fläche auf der mit bestimmten Farbmitteln gearbeitet wird. Die
Wirkung des Bildes als räumlicher Ausschnitt ist relevant und mit welchen
Mitteln diese Wirkung erzeugt wird. Panofsky verweist hier auf Lessing, der den
Begriff der Perspektive als „die Wissenschaft, Gegenstände auf einer Fläche so
vorzustellen, sie sie sich in einem gewissen Abstand unserem Auge zeigen“[2],
definiert.
1.1.1. Bedeutung : „
Symbolische Form“
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Begriff „ die symbolische Form “ ist von Ernst Cassirer[3] und wird von
Panofsky zitiert.
2.
Gegenüberstellung der natürlichen und geometrischen Perspektive
Panofsky führt im ersten
Teil einige Unterschiede zwischen der Wirklichkeit, der so genannten
construzione leggittima und der korrekten geometrischen Konstruktion, der
construzione artifizalis, an. In der geometrischen korrekten Konstruktion wird
das Bild als Schnitt durch die Sehpyramide definiert. Daraus ergibt sich quasi
ein Fenster, durch das der Betrachter blickt, in dem ein Augenpunkt bestimmt
wird. Die Distanz ergibt sich aus der Entfernung zwischen Fluchtpunkt und
Augenpunkt. Bei dieser Konstruktion geht man aber davon aus dass das Auge
unbewegt und der Raum unendlich ist. In der Wahrnehmung gibt es wiederum keine
Unendlichkeit. Sie nimmt Grenzen eines Raumes wahr. Weiters spielt in der
Wahrnehmung die taktile Qualität und die Mobilität unsere Augen eine große
Rolle.
In der geometrischen
Perspektive, die das Gesehene auf eine gerade Ebene projiziert, geht man von
einen unbewegten Auge aus. Der Unterschied dieser Konstruktion zum natürlichen
Sehprozess ist durch die Krümmung der Netzhaut des menschlichen Auges gegeben.
Eine Horizontlinie erscheint nämlich unserem Auge genau genommen als Kurve.
(Bsp: Schachbrettmuster: bei näheren Betrachtung wölbt sich das Muster nach
vor).
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3. Entwicklung der Perspektive
in der Antike
Im zweiten Teil versucht
Panofsky eine Erklärung über eine mögliche perspektivische Konstruktion der
Antike zu finden, die sich grundsätzlich von der modernen Konstruktion, der
geometrischen Konstruktion, unterscheidet.
3.1.
Das Problem der Winkelperspektive
Panofsky beschreibt im
ersten Absatz warum die Winkelperspektive oder auch construzione naturalis
genannt, nicht exakt zu konstruieren ist. Bei dieser Perspektive werden die
Größenverhältnisse proportional zu den Winkelverhältnissen zwischen Objekt und
Betrachter berechnet und so dargestellt. Hier spielt der Kreismittelpunkt
eigentlich Zirkelspitze eine wichtige Rolle.
Panofsky interpretiert das
Werk „die Zehn Bücher über Architektur“ von Vitruv in der die circini centrum [5]
vorkommt und versucht ansatzweise eine Übereinstimmung der modernen
perspektivischen Konstruktion zu finden. Würde man sich als Mittelpunkt eines
Kreises ein betrachtendes Auge vorstellen und die Sehstrahlen dementsprechend
abschneiden, würde man ein annährendes Ergebnis einer möglichen
Perspektivkonstruktion erhalten. Trotzdem ist nach diesem Fluchtachsenprinzip
die Darstellung einer Verkürzung des Schachbrettmusters unmöglich da der
Strahlensatz keine Geltung besitzt.
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3.1.1.
Raumanschauung der Antike
Die Antike war eine reine
Körperkunst und sah den Raum als das was zwischen den Körper und Nichtkörper
übrig bleibt. Weiters beschäftigt sich Panofsky mit der Frage warum sich die
Antike nicht über das Winkelaxiom[7]
der Theoretiker hinweggesetzt hat, um mit Hilfe der Sehpyramide eine exakte
und systematische Raumkonstruktion zu bekommen. Die Kunst in der Antike
verlangte den Systemraum eine klare perspektivische Ordnung nicht. Erst in der
Renaissance ging Malerei von der Annahme aus, dass der Raum in dem sich die
Dinge befinden ein unendliches und gleich bleibendes Element ist.
4.
Perspektivanschauung des Mittelalters und der Renaissance
4.1.
Die Entwicklung der Perspektive im Mittelalter
Erwin Panofsky taucht im
III Teil in die Weiterentwicklung der Raumperspektive bis hin zur
Distanzperspektive der Renaissance ein. Die antike Raumvorstellung, die sich
nach dem 6 Jh.v.Chr. durch den orientalischen Einfluss weiterentwickelt hat,
beginnt Bildelemente über und nebeneinander zu setzen, statt hintereinander.
Dadurch entsteht erstmals Räumlichkeit. Hier führt Panofsky das Abrahmasmosaik
aus San Vitale in Ravenna an.
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