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Literarische Erörterung: Jugendliche heute
im Vergleich mit dem Taugenichts
"Aus dem Leben eines Taugenichts" von Joseph
von Eichendorff ist ein typisch romantisches Werk aus dem 19. Jahrhundert. Es handelt
von dem jungen charmanten Taugenichts, der, nachdem ihn sein Vater von zu Hause
weggeschickt hat, fortzieht um etwas von der Welt zu sehen.
Aber welche Ähnlichkeiten
und Gegensatze teilt dieser Charakter mit der heutigen Jugend aus dem 21.
Jahrhundert? Haben die Jugendlichen von heute ähnliche Gefühle und Gedanken wie
der Taugenichts?
Der Taugenichts erscheint in dem Werk sehr naiv und
unbesorgt. Nachdem der Vater ihm befiehlt für sich selbst zu sorgen (5.16),
bricht er sofort auf, ohne viel Geld und Besitz.
Heutzutage jedoch entwickeln sich viele Jugendliche zu
sogenannten "Nesthäkchen". Sie leben lange zu Hause, gehen nicht
arbeiten und lassen sich vieles von den Eltern finanzieren. Obwohl viele
arbeiten könnten, z.B. neben dem Studium, werden sie trotzdem oft noch von den
Eitern unterstützt. Der Taugenichts bekommt jedoch nur ein paar Groschen auf
den Weg und wird sozusagen "rausgeschmissen". Er ist allerdings nicht
betrübt, denn er wollte sowieso auf Reisen gehen und die Welt sehen. Er wandert
sehr naiv los, ohne jegliche Ahnung zu haben, wohin er geht.
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Oft greifen auch die Eltern im Bezug auf die
Finanzierung von Reisen ihren Kindern unter die Arme und steuern etwas Geld
bei. Viele gehen vorher auch arbeiten, um so ihre Reise finanzieren zu können. Heutzutage
muss man gewisse Vorbereitungen dafür machen und mit Hindernissen rechnen.
Mit
der großen Naivität des Taugenichts würde heute wohl niemand losziehen, denn
nur durch Zufälle und seine Geige findet er immer wieder Menschen, die ihn aufnehmen
und versorgen. So etwas wird einem in der heutigen Zeit eher selten passieren.
Als der Taugenichts sich einige Zeit niederlässt, um
Zolleinnehmer zu werden, ähnelt seine Einstellung den Gedanken der Jugendlichen
heute. Der Taugenichts wolle Geld sparen wie die andern und es mit der Zeit zu
etwas Großem in der Welt bringen (16,5).
In der heutigen Gesellschaft zählt ein guter,
gesicherter Arbeitsplatz für die Jugendlichen zu den wesentlichen Zielen in
ihrem Leben. Sie nehmen dafür eine lange Ausbildung auf sich und wollen später
etwas erreichen.
Während die Jugendlichen, wenn sie einen guten Job gefunden
haben, zufrieden sind, langweilt sich der Taugenichts bald und reist wieder
fort, nachdem er die Hoffnung auf die schöne junge Frau aufgegeben hat.
Die Verliebtheit, die Hoffnung und die Enttäuschung
begleiten den Taugenichts auf seinem langen
Weg. Obwohl er das junge schone Fräulein nur wenige Male
gesehen hat, ist der Taugenichts über
beide Ohren in sie verliebt und fühlt sich völlig
durcheinander durch sie (18,1). Er verherrlicht sie und
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Auch die Jugendlichen heute verlieben sich schnell und
stürzen sich meist voller Leidenschaft in neue Romanzen. Durch ihre frische
Verliebtheit sehen sie alles durch eine rosarote Brille und sind überglücklich.
Das ähnelt sehr den Empfindungen des Taugenichts, denn auch er ist durch seine
Gefühle für die junge Frau völlig außer sich.
Ein großer Unterschied zum Taugenichts besteht darin,
dass zur heutigen Zeit Trennungen und Scheidungen zum Alltag gehören. Nur
wenige Jugendlich würden jemanden heiraten, den sie kaum kennen. Überhaupt
gehen Paare heute eine Heirat oft erst nach einigen Jahren Zusammenleben ein.
Der Taugenichts jedoch sah die junge schöne Frau zum vierten Mal und hatte noch
nie ein Wort mit ihr gewechselt, trotzdem stand ihre Hochzeit schon fest.
Der Taugenichts sieht sich als Gotteskind, welches von
Gott geliebt wird. Ihm ist es „wie ein ewiger Sonntag im Gemüte“ und er lebt
mit vollem Vertrauen in Gott. Er lenkt den Taugenichts, beschützt und hilft
ihm. Durch den Glauben an Gott ist er stets optimistisch und bereit wieder
weiterzumachen.
Nur wenige Jugendlich heute haben einen so starken und
strengen Glauben an Gott. Heutzutage vertrauen viele Menschen oft nur mehr auf
sich selbst und nicht auf Gott. Dies kann man wohl auf die großen Fortschritte
in der Wissenschaft zurückführen.
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jemanden der ihnen stets zur Seite steht und sie beschützt.
Natürlich gibt es auch gläubige Menschen und diesen gibt
Gott Kraft und Vertrauen. Er hilft ihnen ihren Alltag und ihre Probleme zu
bewältigen. Sie sehen in Gott eine Stütze.
Alles in allem finden sich viele Ähnlichkeiten zwischen
dem Taugenichts und den Jugendlichen heute. Sie teilen den Gedanken vom Reisen,
Unabhängigkeit und vor allem die Gefühle der Verliebtheit. Jedoch würde man
heute mit der Naivität und des Einstellung des Taugenichts wahrscheinlich nicht
sehr weit kommen.
Es erfordert eine gewisse Vorsicht und Vorsorge, um gut leben
zu können. Heutzutage ist nichts gratis im Leben, wie man sagt, und deswegen
wird man wohl so gut wie nie einfach so einen Job als Zolleinnehmer bekommen.
Der große Gegensatz zu heute besteht darin, dass das Leben nicht so einfach
ist, wie es im Taugenichts dargestellt wird.
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