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Ergänzende Mitschrift zu Systematik der Arzneipflanzen .doc

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Faculty
Natural Science
Discipline
Biomedical Sciences
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University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2010/2011, Prof. Blanz
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Ergänzende Mitschrift zu Systematik der Arzneipflanzen

Bryophyta (Moose), Pteridophyta (Farnartige)

Bryophyta (Moose)

-         heteromorph: 2 Generationen die anders aussehen

-         Sporophyt (= Mooskapsel, Sporenkapsel) sitzt auf Gametophyt (Grüne Moospflanze)

-         Gonotroph: eine Generation sitzt parasitär auf der vorhergehenden

-         Leitbündel: Assimilate von oben nach unten geleitet (sehr weitlumig)

-         Moose können Stoffwechsel bei Wassermangel einstellen

-         Rhizoide: wurzelähnliche Haare, Organ der Moose und Farne

-         ..-oid = „ähnlich“

-         Sexualorgane: Antheridien ♂; Archegonien ♀ .. bis zu Gymnospermen erhalten!

-         Aus befruchteter Eizelle wächst Sprorophyt

Exogamie:

-         begeißelte ♂ Gameten (2 lange Peitschengeißeln); Antheridien

-         Archegonien bilden festsitzende Eizelle

-         Halskanalzellen umgeben Halszellen innen

o       Verschleimen; locken Spermatozoiden mit Duftstoffen an

o       Nach Befruchtung entsteht diploider Sporophyt (= Kapsel)

o       Kapsel bildet durch Meiose Sporen (haploid)

o       Reißen auf und setzen Sporen frei

-         Angiosperme besitzen keine Archegonien

-         Bei den Moosen haben Archegonien den komplizierteren Aufbau

à Reduzierung bei Farnen und noch stärker bei Gymnospermen

(keine Halskanalzellen)

 

Brunnenlebermoos (Merchantia polymorphia):

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-         „Brutkörper“ werden rein mitotisch in Bechern gebildet (Form der vegetativen Vermehrung)

-         Archegonien- und Antheridienstände

-         Laubmoose sind immer folios (z.B.: Polytrichum formosum)

-         Foliose Lebermoose:

o       Blättchen sind Phylloide (Blattähnliche, keine echten Blätter!)

o       Rhizoide wirken wie Docht (saugen Wasser nach oben)

o       „Kapuzen“ speichern Wasser

Torfmoose (Sphagnidae):

-         Moor ist ein Teppich aus Torfmoosen (darauf nur spezialisierte Pflanzen z.B.: Sonnentau)

-         Hochmoore haben keine Verbindung zum Boden

-         Beziehen daher keine Mineralien aus dem Boden

-         Karnivore Pflanzen auf dem Moosteppich haben einen Vorteil (Mineralstoffquelle)

-         Torf IST Moos: kann bis zu 12m dick werden, seit Eiszeit gewachsen (sehr langsam!)

-         Saures Milieu verhindert die Remineralisierung des Mooses

-         Kapsel hat keinen Stiel (gehört noch zum Gametophyten)

-         „Wasserzellen“ (kernlos, ohne Chlorophyl):

o       haben viele Löcher zur Wasseraufnahme

o       fleischartige Struktur als Wasserspeicher

-         keine spezielle Wasserleitung ( Transport nur durch Dochteffekt)

-         Moose haben sich aus den Grünalgen entwickelt (abgeleitet)

-         Erste Landpflanzen vermutlich im Uferbereich (stark wasserabhängig; vor 400 Mio. Jahren)

-         Universum: 13,7 Milliarden Jahre alt

 

Rhynia (Gruppe der Urfarne) war „Prototyp“ der 1. Landpflanzen

-         Spross, Wurzel, gabelig verzweigter Stamm (dichotom, steinschleuderartig)

-         Sporangien (über Wind verbreitet)

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-         400 Millionen Jahre alt!

Farnartige ≠ Farne:

-         Karbon (vor 360 Millionen Jahre): Pflanzen bildeten unsere Kohle, O2 Abschluss, hoher Druck, hohe Temperatur à Sedimentation

-         Kambrium, Ordovidizium: Algenzeit

-         Silur, Devon: Landpflanzenentstehung (Bedecktsamer erst Ende Kreide!)

-         Gondwanaverbreitung (durch Kontinentalverschiebung)

o       Madagaskar schon damals separat (endemische Organismen)

-         ursprüngliche Pflanzen: keine Verholzung

-         Mikrophylle: kleine, echte Blätter (Gametophyt spielt nur untergeordnete Rolle)

-         Rhizom: Speichergewebe im Wurzelbereich

o       Protostele à ursprüngliche Leitungsorgane

-         Mykorrhizen treten mit ersten Landpflanzen auf

-         Stelen: Leitbündelsystem; Actinostelen von Protostelen abgeleitet

-         heute sind noch 2 Gattungen und 3 Arten erhalten

Schachtelhalme:

-         wirtelig verzweigte Seitentriebe

-         gut definierter Stamm; keine Spaltöffnungen (Spaltöffnungen nur bei Cuticula nötig)

-         zentrales Leitbündel:

o       Xylem (leitet Wasser, stark verdickte Zellwände, sternförmige Actinostele)

o       Phloem (Zuckerlösung fließt von alleine nach unten)

Lycopodiales: („Bärlappgewächse“)

-         Gametophyt kann Archegonien und Antheridien bilden (mitotisch)

-         Sporen wegen Aluminiumeinlagerungen (in Vakuole) früher als Schießpulver verwendet

-         Mikrophylle

-         Bilden Isosporen

-         Sprosse teilweiße anders (Sporangium sitzt auf Mikrophyll)

à in Ständen zusammengefasst („Sporophylähre“, „Blütenstand“)

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o       Gametophyt (= Prothallium)

à enthält Antheridien und Archegonien (= zwittrig) à diploider Sporophyt wächst

Selaginellales (Moosfarne):

-         Heterosporie (Megasporangien = Makrosporangien)

Lepidodendron („Schuppenbaum“):

-         dichotone Verzweigungen

-         zapfenartige Strukturen (Sporophylstände)

-         Mikrophylle

-         Nur im Kern Xylem, sonst gibt verstärktes Rindengewebe Festigkeit

-         Calamiten (baumartige Schachtelhalme): mehrere Meter hoch

Equisetales (Schachtelhalme):

-         verzweigte Sprosssysteme

-         echte Mirkophylle an den Nodi („Knoten“) miteinander verbunden

-         Sporophylle bilden Isosporen (meiotisch)

-         Wirtelständig (mehr als 2 Blätter auf gleicher Höhe)

Equisetum arvense („Acker-Schachtelhalm“)

-         bilden Sprosse zur Ernährung

-         durch eingelagerte Silicate sehr fest („Schmirgeleffekt“ à Zinn polieren)

Psilotopsida: gehören zu den echten Farnen

Pteridopsida: (echte Farne)

-         oft an sehr feuchten Standorten (am Wasser, hohe Luftfeuchtigkeit)

-         manche an trockene Standorte angepasst

-         „Schwimmfarne“, baumförmige..

-         Blätter = Wedel eingerollt (mehrfach gegliedert) à Wedel = 1 Blatt

o       Trophophylle (für Photosynthese)

o       Sporophylle (für Sporenbildung)

-         Sporangien sitzen in Gruppen zusammen (Sorus, Schleier und Kappe)

o       Anulus: Zellreihe die auf Sporangien aufsitzt (ungleichmäßig verdickte Zellen)

Bei Trockenheit schrumpfen diese Zellen und die Sporangien reißen an „Sollbruchstelle“ auf à schleudern Sporen aus

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Leptosporangiatae („Baumfarne“)

-         sehr dünne Sporangienwand

-         kein sekundäres Dickenwachstum

-         auch in kühl gemäßigten Regenwäldern

-         Rhizom als Speicherform

o       z.B.: Adlerfarn (Rhizom 50m lang, 1000 Jahre alt!)

-         vegetative Vermehrung über Stecklinge

Hydropterides („Wasserfarne“)

-         heterospor

-         Salvinia: schwimmt frei auf der Wasseroberfläche

Samenpflanzen / Gymnosperme

-         Gnetopsida gehören zu Coniferopsida

-         Großteil der Spermatophyta ist angiosperm (erst in Kreide entstanden)

-         GW heteromorph

o       Haploider Gametophyt auf Pflanzen

o       Samen = Sporophyt [zool. Samen: männlicher Gamet, bot. Samen: Sporophyt]

o       Männliche „Pollen“ sind auch bei Angiospermen zu finden

-         Pollenverbreitung durch Wind: viele Pollen

-         Zapfen = weiblicher Blütenstand à Samen – Deckschuppen – Komplex

-         Kernphasenwechsel (KPhW): diplohaplontisch (kurz haploid, lang diploid)

-         Samenanlage: Ort, wo aus einer diploiden Zelle durch Meiose der Gametophyt entsteht (oft nur Kerne à Embryosack)

o       Integument = Hüllschicht

o       Eizelle wird befruchtet (Zygotenbildung) / Blüte wird bestäubt

o       Aus Megasporangium bleiben viele Sporen übrig (Embryoernährung)

-         Progymnosperme fast zeitgleich wie Psilophyta entstanden (Devon)

 

-         „Gymnosperm“ ist eine Organisationsstufe!

o       Keine direkte Verwandtschaft trotz vieler Gemeinsamkeiten

o       Keine monophyletische Gruppe


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