Epochenrepetition – Expressionismus
Expressionismus ist Lateinisch und heisst so viel wie
die Ausdruckskunst. 1910 kam der Expressionismus erstmals auf und endete ca. 15
Jahre später wider. Der Expressionismus befasst sich
mehr mit den gesellschaftlichen und existenziellen Themen seiner Zeit wie z.B.
dem Vater-Sohn-Konflikt, Identitätsverlust usw. Wegbereiter für Da die
Schriftsteller vielfältige stilistische Formen verwendeten und sich daher nicht
gleichen gilt der Expressionismus als Epoche umstritten.
Man unterscheidet zwischen dem Frühexpressionismus (1910-1914) und dem
Expressionismus nach dem 1.Weltkrieg (bis 1925). Der Frühexpressionismus
befasste sich mit dem alltäglichen Leben, während der Nachkriegsexpressionismus
sich als eine radikalpazifistisch-linksorientierte Gruppe wieder fand und sich
in erster Linie der Gattung des Dramas widmete. Die Jugendlichen aus
dieser Zeit empfanden ein gewisses Desinteresse an der Gesellschaft und der
traditionellen Kunst.
Dies drückten sie in ihrem Schreiben ironisch und
demonstrativ aber doch ausdrucksstark aus.
Historischer Hintergrund
Der Expressionismus entstand in einer Zeit in der die
Stadtbewohner keinen Wert auf ihr Individuum gaben. Das individuelle Leben
starb aus. Alle Menschen wurden verallgemeinert und die Einzelpersönlichkeit
spielte eine sehr kleine Rolle.
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anfangs den 1. Weltkrieg, sie wollten eine grundsätzliche Veränderung der
Gesellschaft und des Lebens.
Literarisches Programm
Der Expressionismus erzielte keineswegs die
detailgetreue Nachahmung der Wirklichkeit sondern vielmehr die aktive Rolle des
Geistigen. Bildung wurde zu dieser Zeit mehr als totes Wissen verstanden dafür
stand der Geist als etwas Spontanes, Lebendiges und Originelles. Die Welt wurde
als sinnlos und Wahrheiten als relative Sache empfunden. Die Expressionisten
lehnten alle
Arten des Denkens ab, die auf Logik und Erklärbarkeit basierten. Zudem hatte das Leben
der Grossstadt zunehmend Einfluss auf die Schreibweise der Expressionisten. In
der Grossstadt bekam man keinen unübersichtlichen Eindruck zudem war man sich
noch nicht gewohnt das alles so gross und monströs aussah aber doch wurde man
mobiler und gelang schneller von einem Ort zum anderen. Andererseits gab es
eine zunehmende Wahrnehmung der weltweiten Geschehnisse da Massenmedien
Zeitungen und Filme aufkamen. Sprachlich hoben sich die Expressionisten
deutlich von anderen Epochen ab. Sie war extrem gefühlsbetont und kennzeichnete
sich durch Begeisterungen und Gefühlserregungen. Dabei wurden oftmals
Grammatische Gewohnheiten gebrochen zudem wurden oft Bildliche vergleiche also
Metaphern und Symbolische Bedeutungen von Farben von Gebrauch gemacht.
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Wichtige Merkmale in der Literatur
·
Die Autoren haben eine naive und
wirklichkeitsfremde Einstellung zur Politik, sie stellen untypische und
vernunftwidrige Forderungen.
·
Die expressionistischen Autoren wuchsen in
einer veränderten Situation auf, indem die gewohnte agrarisch dominierte Nation
sich zur Industrienation wandte.
·
Die Schriftsteller stammen alle aus bürgerlich-intellektuellen
Kreisen, sie besuchen Gymnasium und Universität
·
Sie lehnen die naturwissenschaftlichen
Errungenschaften des 19. Jhd. Naturalismus, Realismus, Logik, Psychologie,
Staat, Bürgertum, Technik und ältere Generation ab.
·
In der Dichtung geht es weniger um
subjektives Erleben, sondern um ein Wissen von Leid und Not und um Mitleid mit
allen, die in Betrübnis sind. Die Lyrik war somit eine Anklage und ein Aufruf.
·
Sie beabsichtigen einen neuen Menschen,
eine neue Generation zu schaffen Menschlichkeit, Frieden und Versöhnung.
Sprachliche Merkmale der Lyrik
·
Abweichung von traditionellen, streng geregelten lyrischen
Formen
· Schreib und Telegrammstil
· Verkürzung von Sätzen (weglassen von Artikeln und Vorwörtern)
· Schaffung neuer Verben: Tieren, Blumen, ..
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·
nur noch schwer enträtselnde Entzifferung der Aussage)
· scharfe Ironie
· schamlose Darstellung des Peinlichen und Hässlichen
Wichtige Autoren
·
Gottfried Benn (1886-1956)
·
Alfred Döblin (1878-1957)
·
Jakob van Hoddis (1887-1942)
·
Franz Kafka (1883-1924)
·
Else Lasker-Schüler (1869-1945)
·
Heinrich Mann (1871-1950)
·
Robert Musil (1880-1942)
·
Ernst Stadler (1883-1914)
·
Carl Sternheim (1878-1942)
·
Ernst Toller (1893-1939)
·
Georg Trakl (1887-1914)
·
Robert Walser (1878-1956)
·
Franz Werfel (1890-1945)
Wichtige Werke
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Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen
(1905) - H. Mann
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Die Verwirrungen des Zöglings Törleß (1906) -
Musil
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Die Ermordung einer Butterblume (1910) - Döblin
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Gesänge an Berlin (1914) -
Lichtenstein
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Gehirne (1915) - Benn
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Die Verwandlung (1915) - Kafka
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Der Untertan (1918) - H. Mann
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Weltende (1918) - Hoddis
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Baal (1919) - Brecht
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Menschheitsdämmerung, Symphonie jüngster
Dichtung (1920) - Pinthus
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Masse Mensch (1920) - Toller
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Trommeln in der Nacht (1922) - Brecht
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Die Maschinenstürmer (1922) - Toller
Franz Kafka „Die
Verwandlung“ im Bezug auf den Expressionismus
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