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Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter .doc

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Faculty
Social Science
Discipline
Psychology
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University, School
Westfälische Wilhelms-Universität Münster - WWU
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2012
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Theorie von Piaget

Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung betont Interaktion zwischen Anlage und Umwelt, Kontinuität und Diskontinuität sowie den aktiven Beitrag des Kindes zu seiner eigenen Entwicklung

à reifendes Gehirn, reifende Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeiten sowie zunehmende reichere und variablere Erfahrungen im Umgang mit der Umwelt ermöglichen es Kindern, sich auf immer mehr verschiedene Umstände und Situationen einzustellen

à nach Piaget entsteht Kontinuität in der Entwicklung durch Assimilation, Akkomodation und Äquilibration – Assimilation: Vereinfachung der einströmenden Information, damit sie verstanden wird; Akkomodation: Anpassung des eigenen Denkens an die Umwelt, um Einordnung der Erfahrungen zu erleichtern; Äquilibration: Balance zwischen Assimilation und Akkomodation, ermöglicht eine stabile Verstehensleistung

à Diskontinuitäten der Entwicklung umfassen vier diskrete Stufen – sensumotorisches Stadium (Geburt bis 2 Jahre): Kinder beginnen die Welt durch die Sinneswahrnehmung und durch motorische Aktivitäten zu begreifen; vor-operatorisches Stadium (2 bis 7 Jahre): Kinder werden zu mentalen Repräsentationen fähig, sie neigen aber noch zum Egozentrismus und sich bei einem Problem nur auf eine Dimension zu konzentrieren; konkret-operatorisches Stadium (7 bis 12 Jahre): Kinder könne logisch über konkrete Aspekte ihrer Umwelt nachdenken, aber noch Schwierigkeiten bei abstrakten Schlussfolgerungen; formal-operatorisches Stadium (ab 12 Jahre): Kinder erwerben vor und während der Pubertät Fähigkeit zum abstrakten Denken

 

Wichtige Beobachtungen innerhalb der Stadien:

 

a. sensumotorisches Stadium

 

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- Stufe 4 (8-12 Monate): A./nicht-B-Suchfehler: Tendenz, dorthin zu greifen, wo man ein Objekt zuvor gefunden hatte, und nicht dorthin, wo es zuletzt versteckt wurde

- Stufe 6 (18-24 Monate): zeitlich verzögerte Nachahmung: Wiederholung des Verhaltens anderer Menschen zu einem Zeitpunkt, der deutlich nach dem ursprünglichen Auftreten des Verhaltens liegt

b. vor-operatorisches Stadium

- wichtigste Errungenschaft: Entwicklung der symbolische Repräsentationen: die Verwendung eines Objekts in einer Funktion, für ein anderes Objekt zu stehen

- auffälligste Schwäche: Egozentrismus: Tendenz, die Welt ausschließlich aus der eigenen Perspektive wahrzunehmen; und Zentrierung: Tendenz, sich auf ein einzelnes, perzeptuell auffälliges Merkmal eines Objekts oder Ereignisses zu konzentrieren

c. konkret-operatorisches Stadium

- Konzept der Erhaltung (Invarianzkonzept): Vorstellung, dass bei einer Veränderung der bloßen Erscheinung eines Objektes ihre Schlüsseleigenschaften erhalten bleiben (Versuche: Objekte werden so transformiert, dass es nachher anders aussieht, ohne dass sich dabei die fragliche Dimension verändert; mit Flüssigkeiten, Zahlen, Mengen) fehlt Kindern in dieser Phase noch!

 

d. formal-operatorisches Stadium

 

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à Wichtigsten Stärken der Theorie: breiter Überblick über die Entwicklung, attraktive Perspektive auf das Wesen des Kindes, ihr Einbezug verschiedener Aufgaben und Altersgruppen sowie vieler faszinierender Beobachtungen

à Wichtigsten Schwächen: Unschärfe bei den kognitiven Mechanismen, Unterschätzung der kognitiven Kompetenz von Säuglingen und Kleinkindern, fehlende Beachtung der Beiträge aus der sozialen Umwelt sowie Überschätzung der Konsistenz im Denken von Kindern

Soziokulturelle Theorien (besonders Wygotski)

à Ansätze, die den Beitrag anderer Menschen und der umgebenden Kultur zur Entwicklung von Kindern betonen.

à Theorien sehen Kinder als soziale Wesen, die von ihren kulturellen Kontexten geformt werden und die selbst formen; legen Wert darauf, dass sich Kinder in einem kulturellen Kontext entwickeln, der andere Menschen und menschliche Erfindungen einschließt

à durch gelenkte Partizipation helfen Menschen, die es besser können, Kindern beim Erwerb von Fähigkeiten im Umgang mit diesen Kulturwerkzeugen; die Verwendung der Werkzeuge selbst verändert wiederum das Denken der Kinder; außerdem Fähigkeit, Intersubjektivität mit anderen Menschen herzustellen

 

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Wichtige Begriffe:

- Kulturwerkzeug: die zahllosen Produkte der menschlichen Erfindungskraft, die die Denkleistungen erhöhen

- Intersubjektivität: das wechselseitige Verständnis, das Menschen bei der Kommunikation füreinander aufbringen

- Geteilte Aufmerksamkeit: ein Prozess, bei dem soziale Partner ihre Aufmerksamkeit bewusst auf einen gemeinsamen Gegenstand in der äußeren Umwelt richten

- Soziales Referzieren: die Angewohnheit, Sozialpartner anzuschauen, um eine Hilfestellung zu bekommen, wie man auf unbekannte oder bedrohliche Ereignisse reagieren soll

- Zone proximaler Entwicklung: der Bereich der Leistungsfähigkeit zwischen dem, was das Kind ohne Hilfestellung kann, und dem, was es mit optimaler Unterstützung bewältigt

Die frühe Kindheit

- Motorische Entwicklung -

à Kinder zeigen normalerweise bei der Entwicklung ihres motorischen Verhaltens eine ähnliche Abfolge der wichtigsten Schritte; beginnt bei Neugeborenen mit angeborenen Reflexen und bei der Entwicklung der eigenständigen Fortbewegung (krabbeln, laufen) praktizieren Kinder eine Vielzahl von unterschiedlichen Bewegungsmustern, um möglichst überall hinzukommen und verschiedenen Herausforderungen in der Umwelt zu bewältigen

 

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Näheres zu Reflexen:

à Definition: angeborene, festgefügte Handlungsmuster, die als Reaktion auf eine bestimmte Art der Reizung auftreten

à Greifreflex: schließen Finger um alles, was ihre Handinnenfläche berührt; Suchreflex: Drehung des Kopfes bei Berührung an Wange, Öffnung des Mundes; Saugreflex: bei Kontakt des Mundes mit Brustwarze

à Prereaching movements: die ungelenken, ausschlagenden Bewegungen von Säuglingen in die grobe Nähe von Objekten, die sie sehen; eine Vorform der Greifens

- Lernen -

à Kinder beginnen von Geburt an, etwas über die Welt zu lernen; sie habituieren auf wiederholt auftretende Reize, bilden Erwartungen über sich wiederholende Ereignisfolgen aus und lernen Assoziationen zwischen bestimmten optischen und akustischen Eindrücken, die regelmäßig zusammen auftreten

à Klassisches Konditionieren bei Neugeborenen und Kindern nachgewiesen; besonders wichtig beim Lernen emotionaler Reaktionen; erlernen von Kontingenzbeziehungen zwischen ihrem eigenen Verhalten und seinen Folgen

à bei älteren Kindern wirksame Form des Lernens ist Beobachtungslernen: ab 6 Monaten lernen Kinder viele neue Verhaltensweisen einfach durch die Beobachtung dessen, was andere tun; Intentionalität spielt wichtige Rolle

 


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