Erdöl und Erdgaslagerstätten
Entstehung
Erdöl ist der
wichtigste Energielieferant. Über ihn wird 35% des Primärenergieverbrauches
abgedeckt.
Das Ausgangsmaterial für die Entstehung von Erdöl ist Plankton. Plankton
ist der Überbegriff für pflanzliche und tierische Lebewesen, wie z.B. Algen und
kleine Krebstierchen die freischwebend und nahe an der Wasseroberfläche leben,
wo es viel Licht und Sauerstoff gibt. Wenn das Plankton im Meer stirbt, dann
sinkt es in sauerstoffarmes Tiefenwasser ab und häuft sich am Meeresboden an. Dort
wird es von Sedimenten wie Ton und Sand überlagert. An Flussmündungen geschieht
das natürlich am Schnellsten. Durch die Überlagerung der Planktonschicht mit
Sedimenten, kann keine Verwesung stattfinden, weil der Sauerstoff fehlt. Durch
den fehlenden Sauerstoff beginnt das organische Plankton allerdings zusammen
mit den Sedimenten zu faulen und es bildet sich Faulschlamm. Anschließend
werden die organischen Substanzen im Faulschlamm von anaeroben Bakterien
zersetzt. Dabei entsteht sehr zähflüssiges Bitumen, also Schwerstöl. Der Rest
des Faulschlammes wird durch anhaltende Sedimentation und die damit verbundene
Druckzunahme zum Muttergestein gepresst.
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Metern Tiefe, bei einer Temperatur von ungefähr 120° bis 180° C.
Nach der Entstehung beginnt die Migration, also die Wanderung des Erdöls
und des Erdgases nach oben. Diese Wanderung in höhere Gesteinsschichten wird
durch die anhaltende Druckzunahme im Muttergestein hervorgerufen. Das Erdöl und
Erdgas steigt solange durch Spalten im Gestein auf bis es auf eine
undurchlässige Schicht, wie Schieferton oder ein Salzstock, trifft. Wenn das
Erdöl nicht mehr weiter aufsteigen kann, spricht man von einer Falle, unter der
sich das Erdöl und das Erdgas im Speichergestein ansammeln. Das Speichergestein
ist eine Gesteinsschicht mit vielen kleinen Hohlräumen, also Poren, in denen
sich das Erdöl und das Erdgas anlagern. Außerdem wird das Wasser in den
Speichergesteinen, wie Sandstein oder Kalk, verdrängt, da Öl und Erdgas eine
geringere Dichte haben. Deshalb sammelt sich Wasser unter Erdöl und
Erdgaslagerstätten. Wenn allerdings keine undurchlässige Schicht die Migration
stoppt, dann tritt das Erdöl oder das Erdgas an der Oberfläche aus und es
können Ölkuhlen oder ewige Feuer entstehen. Normalerweise trifft das Erdöl oder
das Erdgas aber auf Fallen. Es gibt drei Haupttypen von Fallen: die Antiklinale,
die Verwerfung und den Salzstock.
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Eine Verwerfung ist
eine Bruchstelle im Gestein, an der sich Gesteinsmassen aneinander
vorbeischieben wenn sie nicht schon versetzt sind. Oftmals entsteht durch die
Verschiebung von undurchlässigem Gestein eine Struktur, die das Erdöl oder das
Erdgas auf ihrem Weg nach oben hindert, wodurch die Verwerfungsfallen
entstehen.
Da Erdöl oder Erdgas
Salz nicht durchdringen können, gehören Salzstöcke auch zu den Fallen.
Zusammenhänge mit
Plattentektonik
Durch Grabenbildung
entstehen oftmals Ozeane. Außerdem bieten die Grabenbrüche, die auch in einen
Kontinent hineinragen können Sedimentationsraum, der notwendig für die Bildung
von Erdöl- bzw. Erdgaslagerstätten ist.
Das bedeutet: bei
der Suche nach Erdöl oder Erdgas kann man auf bestimmte Anzeichen achten, die
auf eine Lagerstätte hindeuten. Z.B. deuten Gebiete in denen weiträumig und
oberflächennah marine Sedimente vorkommen auf eine Lagerstätte hin. Aber auch
Gebiete, die mit Sedimenten von jungen Faltgebirgen überdeckt wurden auf.
Weitere Anzeichen sind Sedimentfüllungen in tektonischen Gräben, sowie Sedimente
am Meeresboden in flachen und küstennahen Gebieten.
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