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Elias Etablierte und Außenseiter Teilzusammenfassung .doc

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Social Science
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Universität Marburg
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Theorie der Etablierten- und Außenseiter- Beziehungen

-          Untersucht wird 1960 eine kleine englische Vorortgemeinde hier „Winston Parva“ genannt

-          In dieser Gemeinde begegnet man einer scharfen Trennung zw. alteingesessener Gruppe und Gruppe von später Zugewanderten

-          Hier findet man in klein ein universal- menschliches Thema ð eine Gruppe ist einer anderen im Hinblick auf ihre Macht überlegen ð dabei der Glaube, die eine ist im Hinblick auf ihre menschliche Qualität besser als die andere ð Bsp.

Aristokratie wörtliche Bedeutung „Herrschaft der Besten“ 7, oder Tölpel = „Dörfler“

-          Die betreffenden Formationen können sehr verschieden sein: Weiße u Schwarze, Protestanten u Katholiken, in WP alteingesessene Arbeitergemeinde u neue Arbeitersiedlung ð gemeinsam ist allen diesen Fällen, dass die mächtigere Gruppe sich selbst als die besseren Menschen ansieht 8 und in all diesen Fällen können die Machtstärkeren die Machtschwächeren selbst immer wieder zu der Überzeugung bringe, dass sie minderwertige Menschen seien 8

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-          Dieser Vorgang erscheint als eine universale Regelmäßigkeit von Etablierten- und Außenseiter- Beziehungen (nicht nur im Kleinen in WP): die etablierte Gruppe schreibt ihren Mitgliedern überlegene menschliche Eigenschaften zu und schließt alle Mitglieder der anderen Gruppe vom außerberuflichen Verkehr mit ihren eigenen Kreisen aus.

Das Tabu gegen einen solchen Verkehr wurde mit Mitteln der sozialen Kontrolle wie z.B. Lob- und Schimpfklatsch gesichert

-          Bei der Erforschung der Gemeinde (als kleine Gesellschaftseinheit) muss man einige Beschränkungen in Kauf nehmen ð aber dennoch sieht man viele Probleme, die in vielen anderen Einheiten vorkommen aufdecken ð des Weiteren kann man anschließend nach diesem kleinformatigen Erklärungsmodell der Figuration Untersuchungen in größerem Maßstab durchführen und das Modell überprüfen, erweitern etc.

-          Die Qualität der Häuser der beiden Bezirke in WP waren nicht sehr unterschiedlich 10

-          In WP gab es zw. den beiden Gruppen keine Differenzen der Nationalität, ethnischen Herkunft, Hautfarbe, Beruf, Einkommenshöhe, Bildung ð insg. also sozialer Klasse ð beide Wohngebiete waren Arbeiterviertel ð einziger Unterschied: die Bewohner des einen Bezirks waren Alteingesessene (wohnten seit 2 oder 3 Generationen in der Nachbarschaft) und die anderen Neuankömmlinge 10 ð in der Regel begegnet man Figurationen dieser Art im Zusammenhang mit ethnischen, nationalen oder anderen Gruppenunterschieden, aber in WP unterschieden sich die beiden Gruppen nur allein durch ihre Wohndauer am Platz ð man kann hier sehen, dass das bloße „Alter“ einer Formation einen wichtigen Grad an Gruppenzu-sammenhalt, kollektiver Identifizierung und Gemeinsamkeit der Normen schaffen kann 11

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-          Dank ihres Kohäsionspotentials und dessen Aktivierung durch soziale Kontrolle konnten die Alteinwohner die Ämter in lokalen Einrichtungen (wie Stadtbezirksrat, Kirchen, Clubs) für ihresgleichen reservieren und die anderen davon fernzuhalten.

-          Ä Ausschluss und Stigmatisierung der Außenseiter waren per se mächtige Waffen, mit denen die Etablierten ihren Vorrang sicherten ð

-          Wurzel von Machtdifferentialen allgemein (zw. 2 miteinander verflochtenen Gruppen) die eine Gruppe hat einen höheren Kohäsionsgrad als die andere (dieser Unterschied der Integration ist ein wesentliches Element ihrer Machtüberlegenheit) 12

-          Kern einer EAF: Der stärkere Zusammenhalt gibt die Möglichkeit soziale Positionen mit einem hohen Machtgewicht für die eigenen Leute zu reservieren (was seinerseits ihren Zusammenhalt verstärkt) und die anderen davon auszuschließen

-          Die jeweiligen Machtquellen können sehr verschieden sein aber sie weisen meist gemeinsame Eigentümlichkeiten und Regelmäßigkeiten auf

-          Eine E- Gruppe neigt dazu, der Außenseiter- Gruppe insg. die „schlechten“ Eigenschaften der „schlechtesten“ ihrer Teilgruppen zuzuschreiben und umgekehrt wird das Selbstbild der E- Gruppe eher durch die Minorität ihrer „besten“ Mitglieder geprägt ð diese Verzerrung erlaubt den Etablierten ihre Glaubensaxiome vor sich und den anderen als begründet zu erweisen

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-          Zur Zeit besteht eine Tendenz das Problem sozialer Stigmatisierung so zu betrachten, als würde es einfach bedeuten, dass Individuen eine markante Abneigung gegen andere Individuen entwickeln, häufig wird der Begriff Vorurteil verwendet ð aber dabei nimmt man ein Gruppengeschehen als ein individuellen Geschehen war 14 aber in WP wie auch sonst machten die Mitglieder einer Gruppe die einer anderen nicht wegen individueller Eigenschaften oder Mängel schlecht, sondern weil sie einer Gruppe angehörten, die insg. als fremd und minderwertig galt ðalso nicht die Persönlichkeitsstruktur einzelner Menschen ist wichtig, sondern die Figuration der betroffenen Gruppen ð also im Muster ihrer Interdependenz (gegenseitige Abhängigkeit)

-          Der Kern dieser Figuration ist eine ungleiche Machtbalance ð sie ermöglicht den E- Gruppen die effektive Stigmatisierung der Außenseitergruppe ð denn eine Gruppe vermag eine andere nur so lange zu stigmatisieren, wie sie sicher in Machtpositionen sitzt und die anderen keinen Zugang zu haben ð die anderen haben dann keine Chance zur Gegenwehr z.B.

Kasten in Indien, afrikanische Sklaven ðsehr steiles Machtgefälle

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-          Wenn sich das Machtgefälle verringert beginnen die früheren Außenseiter oft sich zu rächen ð Gegenstigmatisierung, z.B. Neger in Afrika

-          Man benötigt eine gewisse Distanz von beiden Seiten ð denn es ging ja nicht darum, welche Seite recht hatte , sondern welche Struktureigentümlichkeiten der einen so viel Machtmittel verlieh und der anderen nicht 15

-          Ä In WP besonders wichtig, denn hier versagen die meisten gängigen Erklärungsversuche für Machtdifferentiale (soziale Klasse, Nationalität, ethnische Herkunft, Religion, Bildungsniveau), denn die beiden betroffenen Gruppen unterschieden sich nur durch ihre Wohndauer am Platz ð soziologisch hieß das vor allem, dass der jeweilige Grad ihrer Kohäsion sehr verschieden war: die eine Gruppe war eng integriert die andere nicht

-          Häufig entspringen Machtdifferentiale aus Kohäsionsdifferentialen, aber man achtet nicht so sehr drauf

-          In WP: die alten Familien (deren Mitglieder sich seit mehreren Generationen kannten) hatten unter sich eine gemeinsame Lebensweise und einen Normenkanon ausgebildet ð sie befolgten bestimmte Standards und waren stolz darauf ð Zustrom neuer Nachbarn wurde als Bedrohung ihrer eingebürgerten Lebensweise aufgefasst

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