Tagesroutenbeschreibung:
(Karte zur Tagesroute: Siehe Seite 4)
Unsere
eigentliche Exkursion über den ländlichen Raum begann, als wir Graz gegen Süden
beim Bezirk Puntigam verließen und in die Ortschaft Seiersberg (1) fuhren, eine
sehr interessante, aufstrebende Gemeinde.
Durch die
Autobahnauffahrt im Jahr 1996 sowie das im Jahr 2002 fertig gestellte
Einkaufscenter erfuhr die Stadt einen großen Aufschwung. Das Einkaufscenter das
sogleich das größte in der Steiermark ist, hatte einen entscheidenden Vorteil
gegenüber den Shoppingcenter in Graz: Magnetgeschäfte, wie etwa große
Lebensmittelketten wurden in Seiersberg zugelassen. Vor allem durch das
Einkaufscenter hat sich die Gemeinde stark entwickelt, was ihr innerhalb von
100 Jahren zu einer verzehnfachten Einwohnerzahl geholfen.
Wir fuhren
weiter über Pirka (2), das schon zum Grazer Umland gehört, über Tobelbad (3),
das wegen seiner Rehabilitationsklinik bekannt ist, bis nach Lieboch (4).
Lieboch erfuhr
ebenso wie Seiersberg durch die Erschließung zur Autobahn einen Aufschwung. In
der Nähe der Autobahnausfahrt findet man Industriestandorte sowie
Einkaufsmärkte (XXXLutz).
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Nach einer
kurzen Pause fuhren wir weiter südlich durch die Riedllandschaft der
Weststeiermark Richtung Stainz. Als Riedel bezeichnet man Hügel, welche aus
weichen Sedimentablagerungen des früheren Meeresbeckens entstanden sind. Riedel
haben immer eine flache Südseite, den Riedelrücken, sowie eine steile
Nordseite. Die Erklärung dieses Phänomens liegt darin, dass im Laufe der Zeit,
der gefallene Schnee auf der Nordseite immer länger liegen geblieben ist, als
auf der Südseite. Somit war die Nordseite weniger der Erosion ausgesetzt und
ist steil geblieben.
Die Riedelrücken
sind außerdem begünstigte Anbauflächen für Spezialkulturen, wie Obst. Die
Talbodenbereiche hingegen sind Ungunstzonen wegen der Kaltluft und des
Spätfrostes.
Auf den Anhöhen
der Riedel konnte man auch gut den West-Ost Unterschied der Landschaft sehen.
Im Westen konnte man das schroffere Steirische Randgebirgen sehen (kristallines
Gestein), im Osten die eher sanften Gebiete (Marine Sedimente).
Stainz (6) liegt
genau im Übergang vom Bergland zum Riedelland. Die Stadt war ursprünglich ein Passfußort.
Früher wurden Güter, über einen Pass ins kärntnerische Lavantal geführt. Die
Güter wurden mittels Fuhrwerke bis auf den Pass transportiert und auf die
kärntnerischen Fuhrwerke umgeladen beziehungsweise „gehoben“ – somit entstand
der Name Hebalm. Über den Pass wurde vor allem Wein transportiert, dessen
Kultivierung auf die christliche Kirche zurückzuführen ist.
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Stainz besitzt,
gleich wie Graz eine Bergfußlage am Fuße des Stifts Stainz. Der Name Stainz
stammt ursprünglich aus dem slawischen und bedeutet soviel wie „saures Gras“.
Kurz zur
Geschichte von Stainz:
Stift Stainz
wurde 1229 vom Augustiner Chorherren gegründet. 1785 löst Kaiser Joseph II alle
Stifte und Klöster auf die nicht der Allgemeinheit zugänglich waren, somit wird
das Stift verstaatlicht. 1840 wird die Herrschaft samt Stift von Erzherzog
Johann gekauft, der sogleich wichtigsten Person für die wirtschaftliche
Entwicklung. 1850 wird er sogar trotz seines Adelstatus zum Bürgermeister von
Stainz ernannt. Heute ist das Stift im Besitz des Grafen von Meran.
Wie bereits
erwähnt ist die Industrie von Stainz nicht so stark ausgeprägt. Die Ursache
dafür ist die nicht so gute Verkehrsanbindung. Es überleben ausschließlich
Betriebe, die sich auf die lokalen Rohstoffe stützen, wie etwa die Molkerei
Stainz, Obstverwertung, Steinsägeindustrie, Messner Fleisch und
Holzverwertungsindustrie.
Der Tourismus in
Stainz wird stark gefordert. Die wichtigsten Attraktionen von Stainz wären das
Schloss, der Weinanbau (vor allem der Weingarten am Fuße des Stifts), das
Jagdmuseum und der Flascherlzug:
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Flascherlzug hat die Bahn auf Grund eines Wunderdoktors erhalten, der in Bad
Gams lebte. Der Doktor hat mittels Urinprobe in einem „Flascherl“ das passende
Heilmittel verschrieben. So entstand der Name Flascherlzug.
Nach Stainz
fuhren wir weiter durch die Ortschaft Stallhof (7), in der eine große
Zündholzfabrik Arbeitsplätze für die Umgebung bietet. Darüber hinaus sind hier
viele Mais-Monokulturen anzutreffen. Der Anbau war erst nach der Regulierung
des nahe gelegenen Baches „Stainzbach“ möglich, da dieser oft überflutet wurde.
Danach fuhren
wir entlang des Flascherlzugs Richtung Süd-Osten nach Wohlsdorf (8). Nahe
dieser Ortschaft entsteht derzeit ein Teil der Koralmbahn beziehungsweise hier
ist auch das Ende des 32 Kilometer langen Koralmtunnels anzutreffen.
Kurz darauf
gelangen wir in die gemeine Waldschach (9), die wegen ihrer Teichwirtschaft
bekannt ist. Teiche sind künstlich angelegte stille Wasserflächen,
Vorraussetzung dafür sind Lehmböden, kleine Seitentäler, flaches Gefälle und genügend
Niederschlag vor Ort (über 1000mm/Jahr), da die Teiche nicht aus Bergwasser
gespeist werden.
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Angelegt wurden
Teiche ursprünglich von Klöstern. Auch hier war die christliche Kirche auf
Grund der Fastenzeit ausschlaggebend für die Fischzucht.
Die
Teichwirtschaft hat aber auch noch ein zweites Standbein: Die touristische
Vermarktung der Teiche. Beinahe jeder größere Teich ist umringt von kleinen
Wochenendhäuschen.
Weiter ging es
nach Hengsberg (10), da in zweierlei Hinsicht berühmt ist. In heutiger
Hinsicht wegen dem „Mais-Labyrinth“, das ein Bauer vor ein paar Jahren als
touristische Attraktion nutze. In historischer Hinsicht war Hengsberg einmal
der Mittelpunkt der der Region aus der später einmal die Steiermark wurde. Um
892 trafen sich der damalige Slawenkönig und der deutsche König für
Verhandlungen eben auf diesem Hengsberg. Heute steht an dieser vermuteten
Stelle eine Kirche.
Zurück geht es
dann bei Wildon vorbei über die Pyhrnautobahn nach Graz. Auf dem Heimweg werden
wir noch über die Herkunft des Namens Steiermark informiert. Der Name setzt
sich aus „Steyr“, einer Stadt in Oberösterreich und „Mark“ einem Grenzland
zusammen. Das Geschlecht, das aus Oberösterreich stammte, bekam damals dieses
Land geschenkt und benannte es Steiermark.
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