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Einführungexkursion Ländlicher Raum .doc

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Faculty
Environmental Science
Discipline
Geo Sciences
Document category
Excursion report
University, School
Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2008
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Abschlussbericht der Einführungsexkursion:

Ländlicher Raum

 

 

Tagesroutenbeschreibung:

(Karte zur Tagesroute: Siehe Seite 4)

Unsere eigentliche Exkursion über den ländlichen Raum begann, als wir Graz gegen Süden beim Bezirk Puntigam verließen und in die Ortschaft Seiersberg (1) fuhren, eine sehr interessante, aufstrebende Gemeinde.

Durch die Autobahnauffahrt im Jahr 1996 sowie das im Jahr 2002 fertig gestellte Einkaufscenter erfuhr die Stadt einen großen Aufschwung. Das Einkaufscenter das sogleich das größte in der Steiermark ist, hatte einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Shoppingcenter in Graz: Magnetgeschäfte, wie etwa große Lebensmittelketten wurden in Seiersberg zugelassen.

Vor allem durch das Einkaufscenter hat sich die Gemeinde stark entwickelt, was ihr innerhalb von 100 Jahren zu einer verzehnfachten Einwohnerzahl geholfen.

Wir fuhren weiter über Pirka (2), das schon zum Grazer Umland gehört, über Tobelbad (3), das wegen seiner Rehabilitationsklinik bekannt ist, bis nach Lieboch (4).

Lieboch erfuhr ebenso wie Seiersberg durch die Erschließung zur Autobahn einen Aufschwung. In der Nähe der Autobahnausfahrt findet man Industriestandorte sowie Einkaufsmärkte (XXXLutz).

 

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Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter südlich durch die Riedllandschaft der Weststeiermark Richtung Stainz. Als Riedel bezeichnet man Hügel, welche aus weichen Sedimentablagerungen des früheren Meeresbeckens entstanden sind. Riedel haben immer eine flache Südseite, den Riedelrücken, sowie eine steile Nordseite.

Die Erklärung dieses Phänomens liegt darin, dass im Laufe der Zeit, der gefallene Schnee auf der Nordseite immer länger liegen geblieben ist, als auf der Südseite. Somit war die Nordseite weniger der Erosion ausgesetzt und ist steil geblieben.

Die Riedelrücken sind außerdem begünstigte Anbauflächen für Spezialkulturen, wie Obst. Die Talbodenbereiche hingegen sind Ungunstzonen wegen der Kaltluft und des Spätfrostes.

Auf den Anhöhen der Riedel konnte man auch gut den West-Ost Unterschied der Landschaft sehen. Im Westen konnte man das schroffere Steirische Randgebirgen sehen (kristallines Gestein), im Osten die eher sanften Gebiete (Marine Sedimente).

Stainz (6) liegt genau im Übergang vom Bergland zum Riedelland. Die Stadt war ursprünglich ein Passfußort. Früher wurden Güter, über einen Pass ins kärntnerische Lavantal geführt. Die Güter wurden mittels Fuhrwerke bis auf den Pass transportiert und auf die kärntnerischen Fuhrwerke umgeladen beziehungsweise „gehoben“ – somit entstand der Name Hebalm. Über den Pass wurde vor allem Wein transportiert, dessen Kultivierung auf die christliche Kirche zurückzuführen ist.

 

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Stainz besitzt, gleich wie Graz eine Bergfußlage am Fuße des Stifts Stainz. Der Name Stainz stammt ursprünglich aus dem slawischen und bedeutet soviel wie „saures Gras“.

Kurz zur Geschichte von Stainz:

Stift Stainz wurde 1229 vom Augustiner Chorherren gegründet. 1785 löst Kaiser Joseph II alle Stifte und Klöster auf die nicht der Allgemeinheit zugänglich waren, somit wird das Stift verstaatlicht. 1840 wird die Herrschaft samt Stift von Erzherzog Johann gekauft, der sogleich wichtigsten Person für die wirtschaftliche Entwicklung. 1850 wird er sogar trotz seines Adelstatus zum Bürgermeister von Stainz ernannt.

Heute ist das Stift im Besitz des Grafen von Meran.

Wie bereits erwähnt ist die Industrie von Stainz nicht so stark ausgeprägt. Die Ursache dafür ist die nicht so gute Verkehrsanbindung. Es überleben ausschließlich Betriebe, die sich auf die lokalen Rohstoffe stützen, wie etwa die Molkerei Stainz, Obstverwertung, Steinsägeindustrie, Messner Fleisch und Holzverwertungsindustrie.

Der Tourismus in Stainz wird stark gefordert. Die wichtigsten Attraktionen von Stainz wären das Schloss, der Weinanbau (vor allem der Weingarten am Fuße des Stifts), das Jagdmuseum und der Flascherlzug:

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Den Namen Flascherlzug hat die Bahn auf Grund eines Wunderdoktors erhalten, der in Bad Gams lebte. Der Doktor hat mittels Urinprobe in einem „Flascherl“ das passende Heilmittel verschrieben. So entstand der Name Flascherlzug.

Nach Stainz fuhren wir weiter durch die Ortschaft Stallhof (7), in der eine große Zündholzfabrik Arbeitsplätze für die Umgebung bietet. Darüber hinaus sind hier viele Mais-Monokulturen anzutreffen. Der Anbau war erst nach der Regulierung des nahe gelegenen Baches „Stainzbach“ möglich, da dieser oft überflutet wurde.

Danach fuhren wir entlang des Flascherlzugs Richtung Süd-Osten nach Wohlsdorf (8). Nahe dieser Ortschaft entsteht derzeit ein Teil der Koralmbahn beziehungsweise hier ist auch das Ende des 32 Kilometer langen Koralmtunnels anzutreffen.

Kurz darauf gelangen wir in die gemeine Waldschach (9), die wegen ihrer Teichwirtschaft bekannt ist. Teiche sind künstlich angelegte stille Wasserflächen, Vorraussetzung dafür sind Lehmböden, kleine Seitentäler, flaches Gefälle und genügend Niederschlag vor Ort (über 1000mm/Jahr), da die Teiche nicht aus Bergwasser gespeist werden.

 

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Angelegt wurden Teiche ursprünglich von Klöstern. Auch hier war die christliche Kirche auf Grund der Fastenzeit ausschlaggebend für die Fischzucht.

Die Teichwirtschaft hat aber auch noch ein zweites Standbein: Die touristische Vermarktung der Teiche. Beinahe jeder größere Teich ist umringt von kleinen Wochenendhäuschen.

Weiter ging es nach Hengsberg (10), da in zweierlei Hinsicht berühmt ist. In heutiger Hinsicht wegen dem „Mais-Labyrinth“, das ein Bauer vor ein paar Jahren als touristische Attraktion nutze. In historischer Hinsicht war Hengsberg einmal der Mittelpunkt der der Region aus der später einmal die Steiermark wurde.

Um 892 trafen sich der damalige Slawenkönig und der deutsche König für Verhandlungen eben auf diesem Hengsberg. Heute steht an dieser vermuteten Stelle eine Kirche.

Zurück geht es dann bei Wildon vorbei über die Pyhrnautobahn nach Graz. Auf dem Heimweg werden wir noch über die Herkunft des Namens Steiermark informiert. Der Name setzt sich aus „Steyr“, einer Stadt in Oberösterreich und „Mark“ einem Grenzland zusammen. Das Geschlecht, das aus Oberösterreich stammte, bekam damals dieses Land geschenkt und benannte es Steiermark.


 

 

 


Grafiken wurden automatisiert entfernt

Schwerpunkt: Industrie Lannach

 

 

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