Textlingustik.
Einführung
Die
Textlinguistik beschäftigt sich mit Texten. Sie fragt, was genau einen Text
ausmacht und was man als „Text“ bezeichnen kann. In der Textlinguistik
betrachtet man, wie der Text aufgebaut ist und nach welchen Regeln die Texte
miteinander verbunden sind.
Die Beziehung zwischen den Sätzen lässt sich in den
meisten Fällen an sprachlichen Mitteln festmachen. Diese Mittel, die Sätze
zueinander in Verbindung treten lassen, nennt man Kohäsionsmittel.
Wir
kennen folgende Kohäsionsmittel:
Rekurrenz:
Unter Rekurrenz
versteht man die Wiederaufnahme eines bereits eingeführten Textelements. Die
einfachste Form der Rekurrenz ist die Wiederaufnahme eines Lexems. In diesem
Fall sind natürlich auch Texte denkbar, wo das wieder eingeführte Lexem nicht
das gleiche Referenzobjekt meint:
Bsp. Das ist
meine KATZE, die KATZE meiner Freundin steht dort drüben.
Die
Rekurrenz wird vom stilistischen Standpunkt her nicht so gerne gesehen. Bei
wissenschaftlichen Arbeiten, ist sie aber ob der der Verständlichkeit oft
unverzichtbar. Denkbar ist natürlich auch eine partielle Referenz, bei der nur
Teile eines eingeführten Objekts wieder auftreten.
Bsp: KINDER,
KINDERgarten, KINDERschuhe..
Substitution:
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Bsp: Ich
kaufe mir heute eine neue HOSE. JEANS mag ich da lieber als STOFFHOSEN.
Pro-Formen:
Bei der
Verknüpfung von Sätzen mit Pro-Formen kommen die Pronomina
(Demonstrativpronomen) zum Tragen. So wird in den Sätzen wieder auf andere
Sätze Bezug genommen. Ebenso kennt man die Adverbien als solche
Verknüpfungsmethoden und die Pronominaladverbien (wobei, womit, darauf..).
Die bisher besprochenen
Kohäsionsmittel beziehen sich auf die Wiederaufnahme oder auf das Grundprinzip
der Wiederholung. Daneben kennt man aber auch noch folgende Mittel:
Tempus:
Dem Tempus kommt keine besonders textzusammenhaltende Funktion zu, aber durch
die Wahl des Tempus kann man eine gewisse Kohäsion erzeugen. Außerdem kann aus
dem Tempus leichter auf die verwendete Textsorte geschlossen werden.
Konvektive:
Konjunktionen sind wohl das bekannteste Kohäsionsmittel. Sie stellen Verbindungen
in Sätzen und zwischen Sätzen her. Allerdings kommt ihnen nur eine bindende
Rolle zu, sie verweisen auf sonst nichts.
Textklassifikationskriterien.
Bei der
Klassifikation von Textsorten unterscheidet man die textinterne und die
textexterne Struktur. Die textinterne Struktur lässt sich noch weiter
unterteilen in Textoberfläche (z.B. Wortschatz, Satzbaumuster) und in
Texttiefenstruktur (z,B, Thema, Textstrukturmuster)
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Textsorten
vs. Textklassen:
Neben der
Textklassifikation wie z.B. „Artikel“, gibt es auch zusammengesetzte
Benennungen, die alltagsspracheich zur Textsorte hinzukommen:
„Zeitungsartikel“
Theoretisch
ist eine Dreiteilung der Terminologie in
Texttyp – Textklasse – Textsorte
möglich
Gerade
Texttyp und Textklasse sind nicht eindeutig klassifizierbar.
Textsorte
und Textmusterwissen:
Textsorten
linguistisch klar zuzuordnen ist linguistisch nur sehr schwer möglich. Trotzdem
lässt uns unser Gespür oft die richtige Textsorte zuordnen. Hierfür brauchen
wir unser „Textmusterwissen“, das uns da die notwendigen Informationen liefert.
Das Textmusterwissen liefert uns die Kriterien die uns beim Zuordnen der
Textsorte helfen. Wir kennen hierbei zuerst einmal die textinternen
Kriterien, die wir am Text selber festmachen. Hierbei kommen z.B. Satzbau
oder Wortwahl zum Tragen.
Ich kann bei
der Wortwahl eine Heiratsanzeige sofort von einem wissenschaftlichen Text unterscheiden.
Das gleiche gilt etwa für den Satzbau oder für die Themenbildung und den
Themenverlauf. Von einem wissenschaftlichen Text verlange ich, dass er immer am
Thema bleibt, bei einem persönlichen Mail meines Freundes akzeptiere ich
Themenwechsel. Neben diesen kennen wir aber auch noch die textexternen
Kriterien, die im folgenden Teil erläutert werden:
Textexterne
Kriterien:
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Das
Kommunikationsmedium das den Text rägt: Bsp. Brief vs. E-Mail
Die
Kommunikationssitutaion in der der Text stattfindet. Hierbei wird auch auf die
soziale Stellung der Kommunikationspartner geachtet. Es macht einen Unterschied
ob der Text zwischen Professoren oder unter Studenten stattfindet.
Grundsätzlich
bleibt in diesem Zusammenhang zu sagen, dass es eine vollständige Liste nur
schwer geben kann.
Einteilung
der Textfunktion nach Bühler (Organonmodell):
Textkohärenz
und Textfunktion:
Wenn jemand
eine Satzfolge als Text versteht, so spricht man von einem Text. Jede Satzfolge
kann somit als Text verstanden werden.
Textsorten:
Es gehört zu
unserer Intention spontan eine Satzfolge einer Textsorte zuzuordnen. Wenn man
Texte kategorisiert, so spricht man immer von einem „Bündel von Merkmalen“, das
uns den Text einer Textsorte zuordnen lässt.
Klassifikationskriterien
für Textsorten:
Bei den Klassifikationskriterien
kennt man folgendes:
Lautlich –
paraverbale (bzw. graphische) Ebene:
Ich kann
einen Radiobeitrag am Gehörten sofort von den Radionachrichten unterscheiden.
Dasselbe gilt für die graphische Ebene. Auch hier kann ich Maschinenschrift
sofort von der Handschrift unterscheiden.
Je weniger
ich mich auf das „Textinnenleben“ konzentriere, umso wichtiger wird das
„Textaußenleben (Adressat, Umgebung, Weltwissen..).
Meistens ist
das Organonmodell von Bühler das Ausgangsmodell für die Einteilung für die
Klassifikationen.
Bühler kennt
bei seinem Modell drei Ausgangsbereiche:
Darstellung
von Gegenständen
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Apell
Neben dieser
Dreigliederung von Bühler kennt man noch die Illokutionstypen von Searle.
Vernetzungsmuster
in Texten:
Koordinierung:
Dies ist das Muster der Vernetzung der räumlichen, sachlichen und der
situativen Vernetzung. Das Muster der Koordinierung bezieht sich auf das
„gemeinsam gegeben sein“. Es ist vergleichbar mit den frames bei der frame-scriot
Theorie. Diese bilden den Rahmen für gewisse Umstände. Koordinierung bietet
also den Rahmen für alles was gemeinsam gegeben ist.
Chronologisierung:
Dieses
Muster kommt oft in Kindertexten vor und wird dann mit „und dann“ realisiert.
Mann kann aber auch das Plusquamperfekt zur Realisierung einführen und dadurch
eine zeitliche Dimension hinzugewinnen.
Konklusivität:
Diese
umfasst die wichtigsten kausalen Verknüpfungen. Das „weil“ selber muss man
nicht explizit hinschreiben, es kann auch aus dem Text erschlossen werden.
Thema:
Unter
„Thema“ versteht man quasi den Kerninhalt eines Textes- Ein Thema ist eine
wichtige Voraussetzung dafür, dass ein Text als kohärent verstanden wird. Die
Wichtigkeit des Themas wird dadurch bestärkt, dass wir scheinbar unabhängige
Sätze versuchen unter ein Thema zu stellen.
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