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Einführung in die Kulturwissenschaft .docx

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Social Science
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Cultural Studies
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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Grzybek, SS 2010
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Einführung in die Kulturwissenschaft

Entwicklung/ Bestimmung des Kulturbegriffs:

Kulturwissenschaften à mehrere Disziplinen/ Varianten (Kulturanthropologie/Kulturethnologie) Disziplinen bringen spezifischen Begriffe/Ansichten mit & beschäftigen sich mit versch. Ansätzen mit Kultur, immer nur eine Perspektive

Über die Rekonstruktion über die Einführung und Veränderung des Begriffs Kultur bekommen wir Einsicht in die Funktion und die Funktionalisierung und auch eine Geschichte der Kulturwissenschaften

Import ist NIE neutral

innerhalb der importierten Kultur wird es gleichgesetzt u in Relation gesetzt (zB Wort Zivilisation im deutschen, haben wir Wort nicht, wird begriff andere Dimensionen annehmen, erlaubt auch Rückschlüsse auf importierende Kulturen) Begriffe verbinden sich mit Diskursen, Ideologien, werden mit-importiert, modifiziert

Zeichen: bezeichnet etwas, was es selbst nicht ist

Sprache: problematisch, weil Teil der Kultur à begriff = Teil der Kultur

àBegriff Kultur bezeichnet etwas, wovon er selbst bestand ist

Kultur als ganzes à komplexes Zeichensystem verschiedener Zeichensysteme

Das allen Kulturen gemeinsame ist der Zeichencharakter

Kultursemiotik à Lehre von den Zeichenprozessen einer Gesellschaft (in Bezugnahme auf sprachws.) à Moskauer, Tartu-er Schule

Kultur ist nie isoliert, Begriffe stehen im engen Wechselverhältnis

 

HAUSÜBUNG

Sakraler Raum àwie sich nicht-räumliche Konzepte (alt/jung, m/w) mit räumlichen (rechts, links, oben, unten) verbinden

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Entwicklung/ Bestimmung Kulturbegriff

Einblicke in Kulturwandel, weil Begriffe sich im Laufe der Jahre verändern (zB Enzyklopädien Sowjetunion – 1930 – 1950 - 1970

1892: Meyers Konversationslexikon

(Wissen, welches in der Gesellschaft vorhanden ist, möglich einfach & Verständlich für Konversationen zugänglich zu machen, später Enzyklopädienà alles Wissen, nicht nur für Salon)

Kultur (lat.) = Urbarmachung des Landes; Anbau & Pflege von Gewächsen; Veredelung des Menschen durch Ausbildung seiner Anlagen, Geistesbildung

à es geht vor allem um Prozess der KULTIVIERUNG, Kulturbegriff wie er hier verwendet wird -> Als Prozess verstanden, nicht primär als Ergebnis des Prozesses, nicht primär als ein Zustand, sondern wie es dazu kommen SOLL

Prozessualität +Resultativität

Brockhaus Konversationslexikon 1902:

Teils Tätigkeit, teils Erfolg dieser Tätigkeit

Prozessualität (im deutschen) durchaus auch durch Morphologie ausgedrückt, -ung bezeichnet Prozesse

Resultativer/objektiver Begriff fehlt noch vor 100 Jahren in entscheidender Definition

Meyers Enzyklopädisches Lexikon 1975:

! Prozess des Hervorbringens & das Hervorgebrachte!

 

Wikipedia:

Kultur = alles was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Gegensatz zu Natur (nicht beeinflussbar) Opposition Kultur-Natur

 

Etymologische Wurzeln des Kulturbegriffs

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Geht auf das lat. zurück, wobei das Verbum „colere“ im Hintergrund steht, „colere“ kommt von „*kwe-lo“ (1. sich bewegen, drehen, wenden; 2. sich befinden an) aktiver Vorgang im Gegensatz zum passiven Zustand, Ergebnis eines Bewegungsprozesses, sowohl auch Vorgang als Ergebnis beinhaltet

„colere“ (1. Wohnen, sich aufhalten; 2. Pflegen, bebauen à „cultus“/“cultura“)

Am Anfang cultus agri, damit verbunden auch Haustiere usw, alles was Mensch Natur zum Leben abgewinnt, später Ausdehnung in andere Bereiche (auf das menschl. Selbst; à Erziehung, Verehrung, Sorge um sich selbst) enthalten auch Kleidung, Schmuck, auch nichtmaterielle Aspekte wie Fähigkeiten, Charaktereigenschaften „cultura animi“ –Pflege des Geistes

·         Erster Übertragungsbereich: Landwirtschaft – Bildung des Menschen

·         Zweiter Ü. Tugenden, Künsten, Wissenschaften, Laster (zB „cultus sapientie“ „cultus literarum“, „cultus philosophiae“)

·         „Pflege“ / Verehrung von übernatürlichen Dingen/Wesen

Doppelcharakter der Kultur bereits in indogerm. Wurzeln festgelegt

Ausgang von agrarischen Verhältnissen, Übertragung auf andere Lebensbereiche

Zunächst kein primärer Gegensatz Kultur Barbarei, sondern pflege von etwas

Äußere (Landbau) sowohl als Innere (menschliche) Aspekte

Übertragung der Äußeren auf Inneren als Analogie

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Verbunden mit Cicero, Disputationes Tusculanae, fiktiver Schüler stellt Leitthese auf, fiktiver Lehrer widerlegt diese, Thema u.a. Philosophie, „Kultivierung des Geistes ist die Philosophie)

Kultur wird nicht als etwas angesehen, was natürlich entsteht, Mensch ist verantwortlich, das es Kultur gibt und Kultivierung stattfindet, Bildung ist Mittel zum Zweck, der Verfeinerung der Menschenwürde


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