1.
Beschreibe
die gesellschaftliche Situation der Arabischen Halbinsel vor dem Islam.
Das
soziale Gefüge der Stämme mit ihren Untergruppen prägte das Bewusstsein der
gemeinsamen Abstammung von einem Stammvater, woraus die
„sozialeGleichwertigkeit der Mitglieder dieses Verbandes“ folgt. einarabischer
Stamm „einen wohlgeordneten politischen Verband. islamischer Zeit alle
Moralität im Willen Gottes grundgelegt, so invorislamischer Zeit in derStammestradition,
im Brauch und der Lebensweise der Vorfahren (sunna). Moralische Tugenden
als persönliche Qualitäten sind nach dieser Vorstellung nicht in erster Linie
dem Individuum eigen, sondern gemeinschaftlicher Besitz,geerbt von den Vätern
Die „Ehre“ (´ird) warSchlüsselkonzepte der vorislamischen Gesellschaft,
gegründet auf Heldenmut, Tapferkeit und Stolz. einzelnen Stämme verfügten über
ein eigenes Gewohnheitsrecht, worunter die Blutrache.
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vom
Heidentum abwandten, Terminus hanif (pl. hunafa) bezeichnet,
Ausdruck stammt aus dem Koran, wo Abraham - in Abgrenzung zu Juden und Christen
- als ein Hanif bezeichnet wird.
Personen gehörten allerdings keiner der beiden
großenOffenbarungsreligionen an. Hanif eher „konfessionell ungebundener
Monotheist“
Hanifenbewegung,
der vermutlich auch Muhammad angehörte, stand in enger Verbindung mit Mekka,
den Quraisch, und der Heiligkeit der Kaaba als „Haus Abrahams“. Der spätere
Bruch Muhammads mit der Hanifenbewegung resultiert dann daraus,dass er seine
Haltung gegenüber Mekka und den Quraisch änderte. Daher auch die Änderung der
Gebetsrichtung von der Kaaba zu Mekka.
2.
Juden
und Christen auf der Arabischen Halbinsel: Gib eine differenzierte Darstellung.
Da
in Ostrom seit 313 das Christentum Staatsreligion war, versuchte es, seine
Politik imGefolge der Missionare in Arabien zu realisieren.
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gegebenes Gesetz, also auf ein für alle Völker gültiges, leiten Abstammung von
Ismael her und hätten zuletzt das Christentum
angenommen
Judenchristen.
4.
Die Auseinandersetzungen des Propheten mit Polytheisten, Juden undChristen in
Mekka und Medina werden im Koran
anhandunterschiedlicher
Haltungen reflektiert. Nenne solche Haltungen und Unterscheide zwischen
mekkanischer und medinischer Zeit.
Wir
haben es im Koran mit einer grundsätzlichen Auseinandersetzung zwischen
hellenistischund semitisch christlichen (judenchristliche und (ost-)syrische -
vor ihrer Hellenisierung)Traditionen zu tun. Dies bedeutet, dass jene
Traditionen, die im Laufe der Dogmatisierung des christlichen Dogmas als
„häretisch“ bzw. nicht-authentisch ausgegrenzt wurden, imkoranischen Diskurs
mit den Leuten der Schrift (ahl al-kitab), also mit
„trinitarischen“Christen, gerade als die authentischen Traditionen bezeichnet
werden.
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Dem
Modell der „Bewährung“,das wir im Koran stark modifiziert vorfinden, entspricht
sodann auch das Konzept der gesamten koranischen Prophetengeschichte mit ihrer
praktisch ethischen Ausrichtung: diePropheten – einschließlich Jesu – und die
damit verbundenen Ereignisse fungieren als Typen
für
vorbildliches Verhalten. Für das Leben Muhammads und seines religiösen
Selbstverständnisses als Gesandter Gottes
ist
die Unterscheidung, die auch der Einteilung der Suren zugrunde liegt, von mekkanischerund
medinischer Zeit ausschlaggebend. Mit beidenÖrtlichkeiten verbinden sichunterschiedliche
wirtschaftliche, geographische, sozio- kulturelle und daher auch
religiöseVoraussetzungen, denn in Mekka wurde der Prophet und die Seinen
angefeindet und musstenin der Folge diverse Repressionen erleiden, daher die
Flucht bzwAuswanderung nachMedina.
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Gesellschaftsordnung, die als göttlich ausgewiesen wird, über die bereits
Judenund Christen verfügen. Da das Hanifentum noch über keine ausgeprägten
Riten verfügte, hatsich Muhammad diesbezüglich stärker dem Judentum
angeschlossen; z.B. Übernahme der Gebetsrichtung nach Jerusalem, dem ersten abrahamitischen
Heiligtum; letztendlich aber kam es dann zum Bruch mit der Judenschaft Medinas
und im Gefolge zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Mekkanern, ihren
Verbündeten und den Juden. Daraufhin wurde auch die Gebetsrichtung von
Jerusalem zur Kaaba, zum zweiten abrahamitischen Heiligtum geändert. Er kündete
in der Folge den Mekkanern vom Einen und Einzigen Gott (Allah), der Schöpfer,
Fürsorger
und Richter der Menschen ist. Vermutlich war der Gerichtsgedanke überhaupt ein die
Berufung auslösender Faktor.
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