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gibt einige Künstler von denen bekannt ist, dass sie im Laufe ihres Lebens
einen Schlaganfall erlitten haben wie etwa Otto Dix, Caspar David Friedrich und
Reynold Brown. Bei vielen Künstlern gestaltet sich eine genauere Betrachtung
ihrer Werke unter einem neurologischen Blickwinkel jedoch als schwierig: Die
unmittelbar nach der Hirnverletzung entstandene Zeichnungen oder Gemälde sind
in den meisten Fällen nicht gesammelt oder detailliert beschrieben worden.
Doch
gerade in der frühen Phase nach dem Hirninfarkt sind die Auswirkungen auf die
Kunst am deutlichsten, insbesondere, wenn neuropsychologische
Syndrome einen nachhaltigen Effekt auf die künstlerische Gestaltung
haben, wie zum Beispiel beim visuellen Neglect. Die Fälle der Künstler Anton
Räderscheidt und Lovis Corinth sind sehr jedoch sehr gut dokumentiert und
werden daher in dieser Arbeit exemplarisch untersucht. Diese Arbeit soll aber
auch zeigen, dass die Werke von Künstlern mit neurologischen Defiziten, wie z.
B. die Folgen eines Schlaganfalls, nicht einfach nur als Kunstwerke mit
Defiziten betrachtet werden müssen, sondern im Gegenteil noch eine zusätzliche
Ebene eröffnen, mit der man den Künstler und seine Kunst betrachten und
analysieren kann.
This paragraph has been concealed! Download the complete document for free! • Click on download to get complete and readable text • This is a free of charge document sharing network • First upload your own document, and you get a word document per email • No registration necessary, gratis Swap homeworks and notes at no charge! Gratis scripts for students and pupils! Der zweite Teil beinhaltet
biografische Informationen zu Anton Räderscheidt und Lovis Corinth, sowie eine
Beschreibung der individuellen Folgen die der Schlaganfall für die beiden
Künstler hatte. Im dritten Teil wird dann ganz konkret untersucht, welche
Auswirkungen der Schlaganfall auf die Werke der beiden Künstler hatte.
Lovis Corinth (1858-1925) und Anton
Räderscheidt (1892-1970) erlitten beide einen rechtshemisphärischen
Schlaganfall. Ebenfalls bei beiden kam es in Folge dieses Schlaganfalls zu
einem linksseitigen Neglect. Deshalb werden in diesem zweiten Teil der Arbeit zunächst
allgemeine Informationen über den Schlaganfall gegeben. Im nächsten Abschnitt
wird dann das klinische Bild des visuellen Neglects, als eine häufigste Folge
eines rechtshemisphärischen Schlaganfalls dargestellt. Darauf folgt ein ausführlicher
Überblick, über die typischen graphischen Merkmale, die Zeichnungen von
Menschen mit einer rechtsseitigen Hirnläsion durch einen Schlaganfall aufweisen.
Ein Schlaganfall (Apolex, zerebraler
Insult) ist Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn in einem
umschriebenen Bereich. Diese Störung wird zu 80% durch eine zerebrale Ischämie
(Unterbrechung der Gehirndurchblutung, durch Verschluss eines Blutgefäßes) und
zu 20% durch zerebrale Hämorrhagie (Blutung im Gehirn) verursacht (Marx, 2005).
In beiden Fällen erhalten die Nervenzellen im Gehirn zu wenig Sauerstoff und
Nährstoffe und es kommt zur Schädigung und zum Absterben von Hirngewebe.
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erkranken nimmt mit höherem Lebensalter zu. Die
auftretenden Symptome und Folgen eines Schlaganfalls sind abhängig von der
Lokalisation der Läsion und dem Ausprägungsgrad der Minderdurchblutung und
somit sehr komplex. Je nachdem, welchen Schaden der Infarkt im Gehirn
hinterlassen hat, kann auch die nachfolgende Beeinträchtigung für den
Betroffenen völlig unterschiedlich ausfallen. An dieser Stelle werden nur einige
der möglichen Folgen eines Schlaganfalls aufgezählt: Es kann zu einer
Hemiparese/Hemiplegie (Halbseitenlähmung), zu Hemihypästhesien
(Halbseitengefühlsstörungen), zu einer Hemianopsie (halbseitiger
Gesichtsfeldausfall), oder einem Neglect (Vernachlässigung der
gegenüberliegenden Körperseite) kommen. Auch sind Apraxie (Störung
zusammengesetzter Bewegungsabläufe bzw. deren Planung), Aphasie (Sprachstörung), motorische
Ausfälle und räumliche und zeitliche Orientierungsstörung häufige Folgen eines
Schlaganfalls. Darüber hinaus können aber auch z. B. Interesse- und Motivationslosigkeit,
Gedächtnisprobleme, emotionale Labilität und Persönlichkeitsveränderungen auftreten
(http://www.medizinfo.de/schlaganfall/zerfolg.htm,
14.9.2007).
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Umständen können gesunde Bezirke des Gehirns die verloren gegangenen Funktionen
ganz oder teilweise erlernen und übernehmen. Es kann aber leider auch zu
bleibenden und sehr beeinträchtigenden Schäden kommen, die bis hin zur völligen
Pflegebedürftigkeit des Betroffenen führen (Marx, 2005).
Nach einem rechtshemisphärischen
Schlaganfall tritt manchmal, insbesondere nach temporo-parietalen Läsionen, ein
linksseitiger Neglect auf. Das ist eine Wahrnehmungsstörung, bei der die
Betroffenen nicht dazu in der Lage sind, Reize, die in ihrem linken
Gesichtsfeld dargeboten werden, wahrzunehmen und adäquat darauf zu reagieren.
Die Störung ist nicht durch Lähmungen, Gefühls- oder Gesichtsfeldstörungen
bedingt. Die Neglectsymptomatik kann sich im visuellen, sensorischen, auditiven
und motorischen Bereich manifestieren. Sie ist häufig in mehreren Modalitäten
gleichzeitig ausgeprägt, kann aber auch nur eine Sinnesmodalität betreffen
(Karnath, 2006).
Ein schwerer Neglect führt meistens zu
Verhaltensauffälligkeiten, die leicht zu erkennen sind. Die Betroffenen
verhalten sich so, als ob für sie die linke Raumhälfte nicht existieren würde.
Ihre Augen und der Kopf sind deutlich zur rechten Seite orientiert.
Neglect-Patienten reagieren zum Beispiel oft nicht auf das Ansprechen von der
linken Seite oder beachten Gegenstände, die sich auf der linken Seite befinden,
nicht.
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