1.1 Bibliographische Angaben
Der moderne Kinderroman
„Drachenflügel“ wurde von Renate Welsh geschrieben. Die Erstausgabe erfolgte
1988 beim Verlag Nagel Kimche AG im Carl Hanser Verlag, München/ Wien. Die hier
vorliegende Ausgabe erschien im Verlag dtv- junior München als 10. Auflage im
Jahre 2005, wobei schon 1992 beim dtv erschien. Das Buchcover wurde von
Charlotte Panowsky gestaltet.
Das empfohlene Lesealter liegt bei 11 Jahren,
wobei man es auch schon früher lesen kann, da es sehr verständlich geschrieben
wurde und ein Thema behandelt wird, zu dem jeder etwas sagen kann.
1.2 Inhalt
Die Protagonistin Anne ist 10 Jahre
alt. Sie lebt in einer harmonischen Beziehung mit ihrem Eltern und ihrem
behinderten Bruder zusammen. Auf Grund der Behinderung von Jakob verläuft das
Leben der Familie in Isolation.
Annes Großvater ist Annes einzige
Bezugsperson zu dem sie großes Vertrauen hat. Gemeinsam unternehmen die beiden
viele Phantasiereisen in andere, fremde Länder, vor allem nach Griechenland
Zu ihren Klassenkameraden hat Anne
wenig Kontakt, aus Angst ihr Bruder Jakob könnte von ihnen abgelehnt und
verspottet werden. Deshalb möchte sie auch niemanden zu ihrem Geburtstag
einladen. Sie hat das starke Bedürfnis Jakob von der Außenwelt abzuschotten und
ihn verteidigen zu müssen.
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Annes einziges Hobby ist der
Flötenunterricht, zu dem sie gerne hingeht. Besonders seitdem Lea zum
Unterricht kommt. Anne spürt zum ersten Mal, dass sie auch gerne eine Freundin
hätte und in Lea sieht sie die Person, der sie alles über Jakob erzählen kann,
ohne Angst zu haben, dass sie und ihre Familie auf Ablehnung stößt.
Bei einer Fahrt in der Straßenbahn
wird Anne Zeuge, wie andere Passanten sich über ein behindertes Kind
unterhalten. Ihre Aussagen, lähmen Anne und später schämt sie sich dafür, dass
sie nichts dazugesagt hat. Sie hat ein schlechtes Gewissen Jakob gegenüber, sie
ist wütend auf sich selber. Der Wunsch Jakob zu isolieren wird immer stärker.
In der Schüle schläft Anne ein und sie träumt von einem Drachen, der Jakob mit
seinen großen Flügeln befreit.
Anne hat sich vorgenommen ihren
Geburtstag mit Lea zufeiern, der einzigen Gleichaltrigen, die sie versteht.
Doch als sie zufällig mitbekommt, wie Lea die Aussage „Die mit dem behinderten
Bruder“ macht, will sie auch mit ihr nichts mehr zu tun haben.
Von diesem Zeitpunkt ab geht Anne
nicht mehr in die Flötenschule und sie möchte mit Lea, die sich um sie bemüht
nichts mehr zu tun haben. Auf Gespräche mit ihren Eltern und der Lehrerin lässt
Anne sich nicht ein und wenn reagiert sie mit völliger Gleichgültigkeit. Jakob
ist der einzige Mensch mit dem sie überhaupt noch redet
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1.3 Reaktionen zum Roman
1.3.1 Preise
Renate Welsh hat für ihren modernen
Kinderroman einige Preise bekommen, wie zum Beispiel 1988
Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, 1989 Österreichischer
Kinderbuchpreis und 1989 Silberne Feder des Deutschen Ärztinnenbundes, sowie 1991 Jugendliteraturpreis der Stadt
Bad Harzburg.
1989 war sie auch für den
Österreichischen Staatspreis für Kinderliteratur nominiert, den sie dann auch
gewann. In „1000 und 1 Buch“ der Zeitschrift für Kinder- und Jugendliteratur,
Ausgabe 10, Jahr 1989. wurde das Buch vorgestellt und als eine Familiengeschichte,
in der die Familienmitglieder ihr Leben nach dem behinderten Jakob ausrichten
und wie sie versuchen ihn von der Außenwelt abzuschotten.
1.3.2 Schülerbriefe
Renate Welsh bekommt auch sehr viele
Schülerbriefe zum Thema Drachenflügel. Die Kinder beschreiben wie sie das Buch
empfunden haben und was ihnen daran gefallen hat oder nicht. Sie bekommt auch
Briefe von Kindern, die behinderte Geschwister haben und sie erzählen, wie der
Alltag bei ihnen aussieht.
Gisela Dorst hat in ihrem Aufsatz auch
einen Schülerbrief abgedruckt. Der Schüler gibt zum Ausdruck, dass er das Buch
sehr schön fand und, dass er ihre Erzähl- und Ausdrucksweise sehr bewundert.
Grafiken wurden automatisiert entfernt
1.4 Sprache und Erzählstruktur
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Innen- und Außenperspektive, besonders wenn Jakob und seine Behinderung zur
Sprache kommen.
Im Roman werden ausführlich die
Phantasiereisen, die Anne mit ihrem Großvater erlebt, beschrieben.
Sinneseindrücke, Naturerscheinungen, die fremden Länder werden sehr detailliert
und ausladend geschildert. Die sehr bildhafte Erzählweise entlastet den Leser
zeitweise von der ernsten Problematik.
Man kann sich als Leser sehr gut in
die Geschichte einfühlen, da manches sehr genau beschrieben wird. „..viele rote
Äderchen, ihre Lieder sahen schwer aus.“
Und des Öfteren die wörtliche Rede verwendet wird.
Das macht die Erzählung lebendig und
spannend.
„Alle Wortarten werden variationsreich
gebraucht und häufig durch Adjektive treffend veranschaulicht“.
Auch auf den Titel des Buches
Drachenflügel wird näher eingegangen. Er lässt eher vermuten, dass es sich um
einen Phantasieroman handelt, anstatt um eine realistische Geschichte. Anne
träumt, dass ein Drache mit seinen weiten Schwingen kommt und Jakob rettet. In
Ostasien ist der Drache ein Symbol für Weisheit und Glück. Aber es werden noch
weitere Symbole angegeben, beispielsweise am Ende des Buches, als Lea und Anne
sich wieder versöhnen, wird die gute Laune Annes durch Naturbeobachtungen vom
Frühling unterstützt.
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2.1 Biographie
Renate Welsh wurde am 22 Dezember 1937
in Wien geboren. Ihr Vater war Arzt und ihre Mutter starb mit vier Jahren an
einem Hirntumor. Zu ihrem Großvater hatte Frau Welsh ein inniges und vertrauensvolles
Verhältnis. Mit fünf Jahren wurde sie, auf eigenem Wunsch, eingeschult. Dort
hatte sie es oft sehr schwer, denn sie wurde oft aufgrund ihrer roten Haaren
und ihrem Wissensdurst gehänselt.
Der Vater heiratete wieder und mit
ihrer Stiefmutter kam sie nicht besonders gut aus.
Für ihren Vater erledigte sie oft
Botengänge zu kranken Menschen. Hier „gewann sie einen Einblick in die
Lebensverhältnisse von unterprivilegierten Leuten“
Als Renate Welsh fünfzehn war, ging
sie für ein Jahr als Austauschstudentin nach Portland, Oregon. 1955 nahm sie
ihr Studium an der Universität in Wien auf. Doch sie brach ihr Studium nach
ihrer Heirat 1965 ab und sie arbeitete ab 1962 als freiberufliche Übersetzerin.
Sie bekam von ihrem ersten Ehemann zwei
Söhne Georg und Michael, sowie von ihrem zweiten Ehemann ihren Sohn
Christopher.
1968 stürzte sie von einem
Aprikosenbaum und brach sich den dritten Halswirbel. Lange Zeit war es
ungewiss, ob sie gehen können würde und ihr Sprachzentrum war ebenfalls stark
beeinträchtigt.
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