Don Carlos SZENENANALYSE 3.
AKT, 9. AUFTRITT
Das Drama „
Don Carlos“, geschrieben zwischen 1783 und 1787, stammt von Friedrich Schiller
und wurde in mehreren Verlagen
gedruckt.
Der Aufbau des Dramas lässt sich dem typischen Aufbau der Dramatik zuordnen.
Typisch hierfür ist der „Bauerbacher Plan“, sprich die „ Schnürung des
Knotens“. Das Drama lässt sich somit in fünf Abschnitte einteilen: die
Exposition im ersten Akt, die steigende Handlung im zweiten Akt bis hin zum
vorläufigen Höhepunkt im dritten Akt, in dem gleichzeitig die Handlung
umschlägt. Im vierten Akt kommt es dann zu einer fallenden Handlung, die im
fünften Akt in der Katastrophe
endet.
Die zwei Kernthemen des Dramas sind zum Einen die familiären Konflikte innerhalb
der königlichen Familie in Spanien (Intrigenspiel zwischen dem König, Don
Carlos und der Königin), sowie die politischen und gesellschaftlichen Konflikte
zu Zeiten des Spanisch-Niederländischen Krieges.
Während die familiären
Probleme sich im ersten Teil des Dramas hauptsächlich wiederspiegeln, treten
die politisch - gesellschaftlichen Konflikte erst im dritten Akt in den
Vordergrund.
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durchzusetzen und überspitzen die Anschuldigungen an die Königin. Der König
durchschaut das Intrigenspiel seiner Vertrauten Domingo und Alba und fühlt sich
hintergangen und verraten. Daraufhin sucht der König nach neuen Verbündeten,
denen er sein Vertrauen schenken kann.
Bei dieser Suche stößt er auf den Namen
des Marquis von Posa, der ihm als ehrlicher Mann ohne persönliche
Hintergedanken erscheint. Daraufhin lädt er den Marquis zu einer Audienz ein.
Die neunte Szene beschreibt nun den Monolog des Marquis von Posa, den er kurz
vor seinem Auftreten vor dem König führt. Der Marquis befindet sich allein im
Kabinett des Königs. Er überlegt, welche Vorteile er aus dem bevorstehenden
Gespräch mit dem König ziehen kann und nimmt sich vor, den König mit der
Wahrheit über seine politischen Ideen zu konfrontieren. In dem
darauffolgenden Auftritt kommt es dann zu dem Gespräch zwischen dem König und
Posa, indem Posa seine „freidenkerischen Ideen“ preisgibt. Der König ist von
der Ehrlichkeit und Offenheit des Marquisen beeindruckt und findet Gefallen an
ihm. Daraufhin deutet der König auch seine familiären Probleme an, woraufhin
der Marquis Carlos und die Königin verteidigt. Er erhält vom König den Auftrag
beide auszuspionieren.
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Kampfgeist Posa hat. Das ist daran zu erkennen, dass Posa am Ende seines
Monologes sich dazu entschließt, in seinem Glauben zu handeln (vgl. Z. 2973).
Verstärkt wird dies auch noch mit Hilfe einer Ellipse „Sein oder nicht –
Gleichviel“ (vgl. Z. 2973), die Posas Entschlossenheit noch einmal verstärkt
widerspiegelt. Doch im Gegensatz dazu, wirkt Posa am Anfang seines Monologes
noch sehr unsicher. Dies wird von dem Autor verdeutlicht, in dem er Posa
mehrere rhetorische Fragen an sich selbst stellen lässt (vgl. Z. 2956
-2965). Posa ist verunsichert darüber, warum ausgerechnet er
vom König ausgewählt wurde („Wie komm ich aber hierher? ... Aus einer Million
gerade mich, den Unwahrscheinlichsten, ergriff..“, vgl. Z. 2957 – 2961) und ob
dies nur reiner Zufall oder doch eine Vorhersehung sei („Ein Zufall nur? .. Den
Zufall gibt die Vorsehung..“, vgl. Z. 2962 – 2965). Ebenfalls auf Posas
anfängliche Unsicherheit hinweisend ist die Regieanweisung, in der beschrieben
wird, wie Posa in dem Raum umhergeht (vgl. Z. 2956). Dies verdeutlicht noch
einmal die innere Unruhe und Nervosität Posas zu Anfang dieser
Szene.
Allerdings kommt es während des Monologes zu einem
Wendepunkt in Posas Handlung. Mit Hilfe eines metaphorischen Vergleichs, der
aber gleichzeitig auch als rhetorische Frage formuliert ist, wird Posa nun
klar, dass der Zufall nichts anderes sei, als ein Stein, der unter richtiger
Bearbeitung zu einem Kunstwerk werden könne (vgl.
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tun („In diesen Glauben will ich handeln.“, vgl. Z.
2974). Posa ist
am Ende seines Monologes nun zu einem Entschluss gekommen. Er wirkt ruhig und
konzentriert. Dies wird anhand der Regieanweisungen zu Posas Innehalten und
Betrachten eines Bildes deutlich. Er ist so konzentriert auf seine
bevorstehende Aufgabe, dass er das Erscheinen des Königs gar nicht bemerkt.
Dieser
Auftritt ist für den Fortgang der Handlung von großer Bedeutung, da der Marquis
nun erstmals nicht nur als Freund und Vermittler Carlos auftritt, sondern sich
jetzt bewusst dafür entscheidet, seine Interessen persönlich beim König
durchzusetzen. In dem Folgenden Auftritt gewinnt er mit seiner Offenheit und
Ehrlichkeit das Vertrauen des Königs und wird zu dessen „Verbündeten“. Posa
entwirft im Folgenden seinen eigenen Intrigenplan, der ganz entscheidend für
den tragischen Ausgang des Dramas sein wird.
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