DOGMEN
griech. Dogma = „Meinung“
Philosophen verstanden Dogma als Lehrsatz oder Grundsatz.
Politisch nannte man einen Beschluss oder eine Verordnung Dogma.
In altkirchlichen Texten findet man das Wort selten. Es hat erst spät
kirchliche Bedeutung erlangt. Heute versteht man unter Dogma eine Lehre, die
wahr, kirchlich, verbindlich ist. Dogmen sind geschichtlich zu verstehen.
Sie sind Glaubensaussagen (überlegte, diskutierte,
vernünftig abgewogene Formulierungen) um einen bestimmten Inhalt besser
verstehen zu können und gegen Missverständnisse oder Irrlehren abzugrenzen. Die
katholische Kirche sagt, Dogma könne nur sein, „was überall, immer und von
allen geglaubt wird“.
DAS APOSTOLISCHE GLAUBENSBEKENNTNIS
Die Grundform des Textes entstammt der Tauffeier im 2. und
3. Jhdt.. Der Täufling bekannte seinen Glauben durch ein dreifaches Credo ( Ich
glaube an Gott ... ,an Jesus Christus ... ,an den Heiligen Geist).
Seit Karl dem Großen ist das Apostolische Glaubensbekenntnis
in der ganzen westlichen Kirche verbreitet.
„ICH“
Der Text des Glaubensbekenntnisses entstammt der Tauffeier.
Der Täufling wurde dreimal gefragt: „Glaubst du an Gott- an Christus- an den
Heiligen Geist?“ und dreimal antwortete er: „Ich glaube!“
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„GLAUBE“
Viele sehen „Glauben“ in einem Gegensatz zu „Wissen“. Auf
Seiten der Religion steht der Glaube, ein wissenschaftliches Nichts, auf der
Seite der exakten Wissenschaften stehen Tatsachen.
Es gibt aber auch Erkenntnisse, die sowohl für Gläubige als
auch für Ungläubige unverzichtbar sind. Gemeint sind Erfahrungen, die Menschen
im Umgang miteinander und mit der Welt machen. Wie sich Menschen gegenüber Leid,
Krankheit, Ehe, Beruf, Arbeit, Geld verhalten, kann man nicht wissenschaftlich
erforschen. Dies kommt aus einer Lebens- Entscheidung, die wir „Glaube“ nennen.
Glauben heißt Ja sagen zum Ganzen unseres Daseins, zu seinem
Sinn und seiner Zukunft.
Glauben im Sinne des Glaubensbekenntnisses ist kein
Übernehmen von Lehren, kein Nachsprechen von Meinungen. Glaube ist eine
Ausrichtung des ganzen Lebens.
„AN“
Die Höchstform des Glaubens wird formuliert, wenn jemand
sagt: „Ich glaube an dich!“ Damit wendet sich ein Mensch dem anderen zu und
vertraut ihm. Glaube ist in diesem Sinn Entscheidung für diesen Menschen. Ich
setze auf diesen Menschen, entscheide mich für ihn.
„GOTT“
Gott ist kein Etwas. Er übersteigt alles Vorhandene und kann
nur metaphorisch gesehen werden. Das Glaubensbekenntnis beschreibt Gott als
„Vater“, „Allherrscher“ und „Schöpfer“: „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allherrscher,
Schöpfer des Himmels und der Erde.“ Dieser Satz kommt aus einer früheren Zeit.
Er ist eine Umformung des täglich gebeteten Sch’ma Israel: „Höre, Israel,
Jahwe, dein Gott, ist ein Einziger“. Es ist eine Absage an andere Götter und
zugleich eine Absage an die Vergöttlichung der politischen Mächte.
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Israel durch alle schweren Zeiten und ließ Jesus zu diesem Gott Abba sagen.
Der Gott, zu dem sich Juden und Christen bekennen, ermutigt
zum Vertrauen- zum Vertrauen in ihn selbst und damit zum Vertrauen in das
eigene Leben.
GOTT, DER „ALLHERRSCHER“
Das altrömische Taufbekenntnis, aus dem sich das
Apostolische Glaubensbekenntnis entwickelt hat, wurde anfangs griechisch
gesprochen.
Der einleitende Satz nannte Gott, den Vater, „den
Pantokrator“ (Allherrscher).
Bei der Übertragung der Hebräischen Bibel ins Griechische
hatte man den Gottesnamen „Jahwe Zebaoth“ (Jahwe „der Heerscharen“ oder „der
Kräfte) mit „Kyrios Pantokrator“ wiedergegeben.
Das Lateinische setzt die griechische Übertragung „Allherrscher“
(Pantokrator) adjektivisch um: allmächtig (omnipotens).
Die Bezeichnung „Jahwe Zebaoth“ zielt nicht auf die
Vorstellung, dass Gott alles kann, sondern meint: ihm unterstehen das
Vergangene und das Kommende, das Vorhandene und das Geschehende, die Dinge und
die Menschen, die Welt und die Geschichte.
Die „Macht“ Gottes umschließt vor allem den Glauben an die
Welt als Gottes Schöpfung, die er „erhält“ und „lenkt“.
GOTT, DER „SCHÖPFER“
Schöpfung findet auch heute noch statt. Wir finden sie in
allem, was wir sehen und erfahren.
Es gibt nichts. Das existieren könnte, ohne auf Gott bezogen
zu sein.
„Gott ist der, ohne den nichts ist.“
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Dieser Satz hat kein einziges Wort, das ohne tiefere
Bedeutung ist.
In dogmatischen Texten finden sich oft Metaphern und Symbole
der Bibel wieder, aber auch abstrakte Begriffe. Darum sind diese Sätze nicht
immer leicht zu verstehen. Viele glauben, sie zu verstehen, tun es aber doch
nicht.
ZUM VERSTÄNDNIS DOGMATISCHER SPRACHE:
- Dogmatische Begriffe haben oft eine Bedeutung, die sich
vom Alltagsgebrauch dieser Worte unterscheidet.
Beispiel: „glauben“
- Viele dogmatische Begriffe werden nur dann richtig
verstanden, wenn man ihre Metaphorik erkennt.
Beispiel: „Himmel“ (Ich bin im 7.
Himmel, Der Himmel auf Erden,...)
Beispiel: „Leib“ =
mittelhochdeutsch „Leben“ (Sie sind ein Leib und eine Seele,...)
- Einige dogmatische Begriffe sind Fachbegriffe. Um sie zu
verstehen, muss man sich kundig machen.
Beispiel: „Christus“, „Sakrament“
- Mit wichtigen Begriffen des theologischen Sprachgebrauchs
verbinden sich unterschiedliche Vorstellungen. Dabei können die
ursprünglichen Inhalte verändert, verwässert oder sogar verfälscht werden.
Beispiel: „Gott“ (jeder sieht
Gott anders!)
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