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Human Science
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Karl-Franzens-Universität Graz - KFU
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2008
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„Disaster Dynamics: Understanding the Role of Quantity in Organizational Collapse. “

Rudolph, J. und N. Repenning, Administrative Science Quarterly 47, 2002

Die Arbeit von J. Rudolph und N. P. Nelson: „Disaster Dynamics: Understanding the Role of Quantity in Organizational Collapse.“, befasst sich mit der Frage, wie die Quantität (Mengen) von nichtneuartigen Störrungen auf ein organisiertes System in Katastrophen wirkt.

Dabei war das Ziel ein systemdynamisches Model zu entwickeln, um zu verdeutlichen, wie eine Ansammlung von Unterbrechungen ein solches System verändert und unter welchem Zustand Systeme zu großen Desastern neigen.


Die Autoren knüpfen an zahlreichen Theoretikern an, die Unfälle untersuchten, und entdeckten, dass einmal ganz neuartige Ereignisse Schuld an Unglücken sein sollen und zum anderen eine bisher noch eher unbeachtete Theorie, dass auch die Menge von Störrungen Krisen hervorrufen kann, mit dem sich der Artikel beschäftigt.

Die Grundthese lautet, dass eine Ansammlung von kleinen alltäglichen Ereignissen Krisen erzeugen können.

Anhand von zwei Fallstudien von unterschiedlichen Flugzeigunglücken, entwickelten die Autoren ein Stock and Flow Diagramm, bei dem ein Strom ankommender und nichtneuartiger Unterbrechungen dem inflow entsprechen, die sich im Bestand ansammeln (stock) und die gelösten fliesen, als outflow wieder heraus.

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Die Theorie des Modells ist, dass die einkommenden Störrungen, die nicht sofort gehandhabt werden können, sich ansammeln, bis sie gelöst werden, dabei kann ein wachsender Bestand der Störrungen die Ausführung der gedanklichen Prozesse beieinträchtigen, die benötigt werden um Probleme zu lösen.

Wenn auch noch eine Fehlanpassung zwischen der gewünschten Lösungsrate und der tatsächlichen Lösungsrate besteht, entsteht Stress.

Der Stress steigt, aber auch die Leistung wird erhöht. Steigt die Menge der ungelösten Störrungen weiter, steigt der Stress immer mehr und es kommt plötzlich ab einen gewissen Punkt zum rapiden Abfall der Leistung. Das System stürzt in eine Krise.

Die Autoren teilen daraufhin die Yerkes Dodson Kurve in eine Anstiegs- und Abstiegsphase. Der Stress hat in der Anstiegsphase einen durchaus positiven Effekt auf die Leistung, sie wird erhöht. In der Abstiegshase ist er jedoch negativ, da der Stress und die Leistung keine regelnde Funktion mehr übernehmen.


Im Artikel werden wichtige Merkmale eines Systems erkennbar. Es gibt eine bestimmte Anzahl von Störrungen mit dem das System sehr gut umgehen kann, wenn die Menge jedoch zu groß wird, kann das System in eine Krise stürzen.

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System fundamental verändert.

Weiter kann schon eine kleine Pulsänderung der ankommenden Störrungen den Unterschied zwischen Überleben und Kollaps bedeuten, was vor allem im Pulstest deutlich wird.

Darüber hinaus bemerken die Autoren in der Aufstiegs- und Abstiegsphase jeweils ein Gleichgewicht, die unterschiedlich wirken. In der Aufstiegsphase wirkt die Dynamik entgegen der Abweichung und in der Abstiegsphase bewegt sich die Dynamik vom Gleichgewicht weg. Dieses Gleichgewicht ist unstabil und entspricht somit der Schwelle.

Des Weiteren ist die Veränderung in der Ankunftsrate ein wichtiger Faktor für die Anfälligkeit des Systems für Krisen. Je höher die Veränderungen sind, desto schneller enden die Systeme in einer Krise, wie einige Experimente der Autoren zeigen.

Außerdem bestimmt auch die Balance zwischen der Kapazität der Lösungsrate und der stabilen Ankunftsrate die Zahl der Störrungen, die das System in eine Krise stürzen.

Dabei zeigt sich, dass Individuen, Gruppen und Organisationen auf die Störrungen sehr verschieden antworten und es schaffen so diese Spitze zu verschieben jedoch niemals zu eliminieren.


Die Autoren kommen zum Schluss, dass durch diese Erkenntnisse Folgen beschrieben werden können, wie Krisen abwendbar werden.

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Mengen induzierte Krisen entstehen durch eine Serie von alltäglichen Problemen und sind nichtlinear. Bei einer großen Menge von Störrungen, sollte man daher auf vorexistierende Regeln zurück greifen ohne nachzufragen und da Mengen induzierte Krisen schwer zu erkennen sind, weil das System vermittelt, dass alles unter Kontrolle ist, bis das System die Schwelle kreuzt, könnten durch diese Erkenntnisse die Forschung helfen die Kapazität eines Systems zu erkennen und ein Signal zu entwickeln, bevor die Schwelle erreicht wird.

Jedoch kann es auch zur Verbindung beider Krisen kommen, was eine gute Balance zwischen ein Problem schnell zu lösen und korrekt zu lösen erfordert.


Reflexion des Textes:


Katastrophen sind die ältesten Probleme der Menschheit und finden sich auch noch bis in die Neuzeit wieder. Sie existieren in großen Staaten und sogar im alltäglichen Leben. Da man Krisen eigentlich überall im Leben finden kann und auch auf jedes System übertragbar ist, ist der Artikel „Disaster Dynamics: Understanding the Role of Quantity in Organizational Collapse. “ immer aktuell.


Ich persönlich finde den Artikel sehr spannend, da ich noch nie bewusst über Desaster nachgedacht habe und es hingenommen habe, dass sie passieren und dann eher versucht habe mit den Folgen umzugehen.

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Diese Erkenntnis ist sehr hilfreich, denn wenn man eine falsche Antwort gibt, ist die Krise nicht mehr abwendbar. Ein System und ich auch selber, muss eigentlich erst vorher überlegen, ob es sich um eine ganzneuartige Störrungen oder einer großen Anzahl handelt bevor ein Problem gelöst werden kann.

Sehr interessant finde ich dabei im Artikel, dass die Lösungen auf beide Krisen angeboten werden und man so, gar nicht auf mehrere alltäglichen Störrungen mit neuen Lösungen antworten sollte, sondern auf vorexistierenden Regeln zurückgreifen muss. S.25: „.. when people recognize an impending crisis. Attempts to implement an alternative response can often make the situation worse..“

Meiner Meinung nach ist dies sehr gut auf das eigene Leben beziehbar, denn ich hätte nicht gedacht dass man letztendlich seinen Instinkten trauen kann, wenn man es mit alltäglichen Problemen zu tun hat. Denn schon oft habe ich versucht neue Alternativen zu finden und am Ende habe ich auf altbekannte Lösungen zurück gegriffen, was mir von vorne herein Zeit erspart hätte.

Daher ist es sehr interessant zu wissen, dass man eine bevorstehende Krise identifizieren kann und speziell darauf antworten muss.


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