„Disaster
Dynamics: Understanding the Role of Quantity in Organizational Collapse. “
Rudolph, J. und N. Repenning,
Administrative Science Quarterly 47, 2002
Die Arbeit von J. Rudolph und N. P. Nelson:
„Disaster Dynamics: Understanding the Role of Quantity in Organizational
Collapse.“, befasst sich mit der Frage, wie die Quantität (Mengen) von
nichtneuartigen Störrungen auf ein organisiertes System in Katastrophen wirkt.
Dabei war das Ziel ein systemdynamisches
Model zu entwickeln, um zu verdeutlichen, wie eine Ansammlung von
Unterbrechungen ein solches System verändert und unter welchem Zustand Systeme
zu großen Desastern neigen.
Die Autoren knüpfen an zahlreichen
Theoretikern an, die Unfälle untersuchten, und entdeckten, dass einmal ganz
neuartige Ereignisse Schuld an Unglücken sein sollen und zum anderen eine
bisher noch eher unbeachtete Theorie, dass auch die Menge von Störrungen Krisen
hervorrufen kann, mit dem sich der Artikel beschäftigt.
Die Grundthese lautet, dass eine Ansammlung
von kleinen alltäglichen Ereignissen Krisen erzeugen können.
Anhand von zwei Fallstudien von
unterschiedlichen Flugzeigunglücken, entwickelten die Autoren ein Stock and
Flow Diagramm, bei dem ein Strom ankommender und nichtneuartiger Unterbrechungen
dem inflow entsprechen, die sich im Bestand ansammeln (stock) und
die gelösten fliesen, als outflow wieder heraus.
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Die Theorie des Modells ist, dass die
einkommenden Störrungen, die nicht sofort gehandhabt werden können, sich
ansammeln, bis sie gelöst werden, dabei kann ein wachsender Bestand der
Störrungen die Ausführung der gedanklichen Prozesse beieinträchtigen, die
benötigt werden um Probleme zu lösen.
Wenn auch noch eine Fehlanpassung
zwischen der gewünschten Lösungsrate und der tatsächlichen Lösungsrate besteht,
entsteht Stress.
Der Stress steigt, aber auch die Leistung
wird erhöht. Steigt die Menge der ungelösten Störrungen weiter, steigt der
Stress immer mehr und es kommt plötzlich ab einen gewissen Punkt zum rapiden
Abfall der Leistung. Das System stürzt in eine Krise.
Die Autoren teilen daraufhin die Yerkes
Dodson Kurve in eine Anstiegs- und Abstiegsphase. Der Stress hat in der
Anstiegsphase einen durchaus positiven Effekt auf die Leistung, sie wird erhöht.
In der Abstiegshase ist er jedoch negativ, da der Stress und die Leistung keine
regelnde Funktion mehr übernehmen.
Im Artikel werden wichtige Merkmale eines
Systems erkennbar. Es gibt eine bestimmte Anzahl von Störrungen mit dem das
System sehr gut umgehen kann, wenn die Menge jedoch zu groß wird, kann das
System in eine Krise stürzen.
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System fundamental verändert.
Weiter kann schon eine kleine Pulsänderung
der ankommenden Störrungen den Unterschied zwischen Überleben und Kollaps
bedeuten, was vor allem im Pulstest deutlich wird.
Darüber hinaus bemerken die Autoren in der Aufstiegs-
und Abstiegsphase jeweils ein Gleichgewicht, die unterschiedlich wirken. In der
Aufstiegsphase wirkt die Dynamik entgegen der Abweichung und in der Abstiegsphase
bewegt sich die Dynamik vom Gleichgewicht weg. Dieses Gleichgewicht ist
unstabil und entspricht somit der Schwelle.
Des Weiteren ist die Veränderung in der
Ankunftsrate ein wichtiger Faktor für die Anfälligkeit des Systems für Krisen.
Je höher die Veränderungen sind, desto schneller enden die Systeme in einer
Krise, wie einige Experimente der Autoren zeigen.
Außerdem bestimmt auch die Balance zwischen
der Kapazität der Lösungsrate und der stabilen Ankunftsrate die Zahl der
Störrungen, die das System in eine Krise stürzen.
Dabei zeigt sich, dass Individuen, Gruppen
und Organisationen auf die Störrungen sehr verschieden antworten und es schaffen
so diese Spitze zu verschieben jedoch niemals zu eliminieren.
Die Autoren kommen zum Schluss, dass durch
diese Erkenntnisse Folgen beschrieben werden können, wie Krisen abwendbar
werden.
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Mengen induzierte Krisen entstehen durch
eine Serie von alltäglichen Problemen und sind nichtlinear. Bei einer großen
Menge von Störrungen, sollte man daher auf vorexistierende Regeln zurück
greifen ohne nachzufragen und da Mengen induzierte Krisen schwer zu erkennen
sind, weil das System vermittelt, dass alles unter Kontrolle ist, bis das
System die Schwelle kreuzt, könnten durch diese Erkenntnisse die Forschung
helfen die Kapazität eines Systems zu erkennen und ein Signal zu entwickeln,
bevor die Schwelle erreicht wird.
Jedoch kann es auch zur Verbindung beider
Krisen kommen, was eine gute Balance zwischen ein Problem schnell zu lösen und
korrekt zu lösen erfordert.
Reflexion des Textes:
Katastrophen sind die ältesten Probleme der
Menschheit und finden sich auch noch bis in die Neuzeit wieder. Sie existieren
in großen Staaten und sogar im alltäglichen Leben. Da man Krisen eigentlich
überall im Leben finden kann und auch auf jedes System übertragbar ist, ist der
Artikel „Disaster Dynamics: Understanding the Role of Quantity in
Organizational Collapse. “ immer aktuell.
Ich persönlich finde den Artikel sehr
spannend, da ich noch nie bewusst über Desaster nachgedacht habe und es
hingenommen habe, dass sie passieren und dann eher versucht habe mit den Folgen
umzugehen.
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Diese Erkenntnis ist sehr hilfreich, denn
wenn man eine falsche Antwort gibt, ist die Krise nicht mehr abwendbar. Ein
System und ich auch selber, muss eigentlich erst vorher überlegen, ob es sich
um eine ganzneuartige Störrungen oder einer großen Anzahl handelt bevor ein
Problem gelöst werden kann.
Sehr interessant finde ich dabei im
Artikel, dass die Lösungen auf beide Krisen angeboten werden und man so, gar
nicht auf mehrere alltäglichen Störrungen mit neuen Lösungen antworten sollte,
sondern auf vorexistierenden Regeln zurückgreifen muss. S.25: „.. when people
recognize an impending crisis. Attempts to implement an
alternative response can often make the situation worse..“
Meiner Meinung nach ist dies sehr gut auf
das eigene Leben beziehbar, denn ich hätte nicht gedacht dass man letztendlich
seinen Instinkten trauen kann, wenn man es mit alltäglichen Problemen zu tun
hat. Denn schon oft habe ich versucht neue Alternativen zu finden und am Ende
habe ich auf altbekannte Lösungen zurück gegriffen, was mir von vorne herein
Zeit erspart hätte. Daher ist es sehr interessant zu wissen, dass man eine
bevorstehende Krise identifizieren kann und speziell darauf antworten muss.
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