Robert Musil
Roman: „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“
Hauptpersonen:
- Törleß
- Reiting
- Beineberg
- Basini
- Bozena - Dorfhure
Inhalt:
Der junge Törleß durchläuft im Konvikte zu
W., einer Internatsschule, seine Ausbildung in der k. und k. Monarchie(1867-1914).
Seine Kameraden und er begleiten am Beginn der Geschichte seine Eltern zum
Bahnhof, um dann in das Internat zurückzukehren. Törleß leidet unter den
Lebensbedingungen von Anfang an und es stellt sich schnell ein Konflikt
zwischen dem Individuum Törleß und Wirklichkeit des Instituts heraus. Besonders
schlimm trifft den Jungen sein Heimweh zu den Eltern. Um diesem Problem aus dem
Weg zu gehen, welches mit zunehmender Pubertät sowieso abnimmt, schließt er
sich Reiting und Beineberg, zwei Schüler des Konviktes zu W., an. Beineberg und
Törleß besuchen eines Tages gemeinsam eine Konditorei. Bevor sie in das
Institut zurückkehren, besuchen sie noch Bozena. Dieser Besuch weckt in Törleß
ein neues Interessensgebiet: die Sexualität. Sie zieht sich durch das gesamte
Werk. Die Sehnsucht zu seinen Eltern wird schlussendlich durch sexuelle
Phantasien ersetzt.
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der gleiche. Die Kameraden haben dafür einen unbekannten Raum im Haus ausfindig
gemacht, welchen sie nur in der Nacht aufsuchen. Törleß projiziert seine
sexuellen Gedanken auf Basini. Da Törleß wie Basini gegen die moralischen
Forderungen seiner bürgerlichen Erziehung verstößt, fühlte er die Gemeinsamkeit
des Konflikts.
Er will nur Auskunft erhalten über die ihm noch fremde Unmoral
der Gefühle. Basini soll ihm schildern, was er fühlte, als er das Geld
gestohlen hat und er soll ihm auch das sexuelle Verhältnis schildern. Dieser
verführt aber Törleß. In einer Phase der Ichspaltung reagiert Törleß auf den
sexuellen Kontakt mit Basini sehr gespalten. Einerseits empfindet er große
Scham und Verachtung, anderseits ist eine große Leidenschaft dahinter. Basini
erhofft sich Schutz vor den immer brutaler werdenden Reiting und Beineberg.
Törleß stellt sich aber gegen die beiden Kameraden und hört mit den
Misshandlungen auf. Es entwickelt sich ein heftiger Streit zwischen den 3
Zöglingen.
Als Reiting und Beineberg schlussendlich
mit ihren Gewaltakten fertig werden, wollen sie Basini der Klasse vorwerfen. Er
wird auch von den Kameraden ausgezogen und blutig geschlagen. Die Lehrer und
der Direktor befragen daraufhin die Schüler und natürlich auch Törleß. Er
repräsentiert sich „mit beinahe dichterischer Inspiration“.
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Interpretation und allgemeine
Information zum Buch:
Der Roman entstand 1903 und erschien 1906,
obwohl es einige Anlaufschwierigkeiten gab. Es wird Musils einzig großer
Erfolg.
Die Handlung des Romans ist sekundär. Musil
beschreibt hauptsächlich das Erwachsen-Werden des Zöglings Törleß und die
psychologischen Vorgänge während dieser Zeit.
Musil stellt in der Gestalt der Hauptfigur
die Entwicklungskrise eines sensiblen Menschen dar. Er schildert neben der
"Interpretation jugendlichen Wachstums“ zugleich das Bild kommender
Diktatur und die Vergewaltigung des einzelnen durch das System. Dieses Buch hat
auch eindeutige autobiographische Züge. So besuchte auch Musil laut seiner
Biographie ein Internat W. (Mährisch-Weißkirchen) und hatte eine Phase
jugendlicher Homosexualität (Tagebuch 1903).
Weitere Werke:
Vereinigungen. Zwei Erzählungen. (1911)
Die Schwärmer (1921)
Grigia (1923)
Drei Frauen (1924)
Der Mann ohne Eigenschaften (1931/32
erschienen die beiden ersten Teile, der dritte Teil blieb unvollendet, er wurde
und wird noch in verschiedenen Ausgaben aus dem Nachlass konstruiert)
Nachlass zu Lebzeiten (1936, darunter die
Erzählung Die Amsel)
Autor:
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Militäroberrealschule in Mährisch – Weißkirchen, welche er mit 17 Jahren
verlässt.
Nach dem Ende seiner Ausbildungszeit mit
nachgeholter Reifeprüfung beginnt er
Maschinenbau, Philosophie und Psychologie
zu studieren.
1911 heiratet Musil die Malerin Martha
Heimann in Wien.
Ab 1922 ist er dann ein freier
Schriftsteller.
1925 beginnt er mit dem umfangreichen Roman
„Der Mann ohne Eigenschaften“ an dem Musil bis zu seinem Tod arbeitete.
1938 emigriert Musil in die Schweiz nach
dem Verbot seiner Bücher durch die Nationalsozialisten.
Robert Musil starb am 15.4.1942 unbeachtet,
mittellos und einsam in Genf an einem Gehirnschlag.
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